Nach 18 Elfmetern: Fürth wirft Hoffenheim aus dem Pokal

Fürths Jamie Leweling (l) und Hoffenheims Ihlas Bebou kämpfen um den Ball

Hoffenheim - Fürth 8:9 (1:1/2:2) n.E.

Nach 18 Elfmetern: Fürth wirft Hoffenheim aus dem Pokal

Zweitligist Greuther Fürth hat in der zweiten Runde des DFB-Pokals die Sensation geschafft und Bundesligist und Europa-League-Teinehmer 1899 Hoffenheim aus dem Wettbewerb geworfen. In einem dramatischen Spiel gewann Fürth mit 7:6 im einem Elfmeterschießen mit insgesamt 18 Schüssen.

Andrej Kramaric hatte die Hausherren nach zwölf Minuten in Führung gebracht. Sebastian Ernst traf acht Minuten später zum Ausgleich. Nur Sekunden nach Wiederanpfiff erzielte Marco Meyerhöfer das 2:1 für dem Zweitligisten (46.), Kevin Akpoguma glich nur drei Minuten später aus. In der Nachspielzeit hielt TSG-Keeper Oliver Baumann sogar noch einen Elfmeter von Paul Seguin. Im Elfmeterschießen versenkte dann wieder Meyerhöfer den entscheidenden Elfmeter.

1899 Hoffenheim gegen Greuther Fürth - die lange Zusammenfassung Sportschau 22.12.2020 11:20 Min. Verfügbar bis 22.12.2021 Das Erste

"Wir haben gewusst, dass die Fürther gut sind. Aber wir waren einfach in der Summe nicht besser", sagte Baumann frustriert nach dem Spiel am Sportschau-Mikrofon:"In der Summe muss unser Anspruch sein, mehr vom Spiel zu haben und mehr Torchancen herauszuspielen. Aber das war nicht der Fall." Fürths Trainer Stefan Leitl sagte: "Ich glaube, es gibt keinen Zweifel, dass die bessere Mannschaft gewonnen hat. Insgesamt hatten wir die klareren Möglichkeiten und hatten die Chancen auch nach 90 Minuten schon weiterzuziehen. Insgesamt ein hochverdienter Sieg."

Hoffenheims Baumann: "Wir waren einfach in der Summe nicht besser"

Sportschau 22.12.2020 02:41 Min. Verfügbar bis 22.12.2021 ARD Von Jens Ottmann


Ernst gleicht Kramaric-Treffer aus

Für Fürth hält damit eine Serie: Die Franken haben damit im Jahr 2020 kein einziges Auswärtsspiel verloren. Dabei hatte es in Hoffenheim denkbar schlecht angefangen für die Spielvereinigung: Torwart Sascha Burchert spielte in der 12. Minute einen folgenschweren Fehlpass in die Füße von Hoffenheims Ihlas Bebou. Der Stürmer bediente Karamric im Strafraum, der den Ball ohne Probleme aus fünf Metern ins Tor schob.

Dann wurde es kurios: Nach 21 Minuten landete ein Fürther Schussversuch vor den Füßen von Ernst, der völlig frei vor Baumann stand und den Ball ins Tor beförderte. Alle Beteiligten hatten in der Situation einen Abseitspfiff erwartet, selbst Torschütze Ernst schaute ungläubig. Doch der Hoffenheimer Linksverteidiger Ryan Sessegnon hob in der Nähe der Eckfahne das Abseits auf.

Fürths Trainer Leitl: "In der Summe ein hochverdienter Sieg"

Sportschau 22.12.2020 02:01 Min. Verfügbar bis 22.12.2021 ARD Von Jens Ottmann


Fürth kontert Hoffenheim aus

Hoffenheim wirkte in der Folge geschockt und wurde nur Sekunden nach Wiederanpfiff überrascht. Jamie Leweling eroberte im Mittelfeld gegen Sessegnon den Ball und bediente Meyerhöfer, der Baumann aus kurzer Distanz keine Abwehrchance ließ (46.) und zum 2:1 traf. Die Fürther Führung hielt jedoch nur kurz und wieder war es ein Blackout in der Fürther Hintermannschaft, der Hoffenheim zum Torerfolg verhalf. Nach einem Freistoß von Sebastian Rudy aus dem Halbfeld standen plötzlich drei Hoffenheimer frei vor dem Tor. Akpoguma hatte keine Probleme einzuköpfen (49.).

Baumann hält Elfmeter von Seguin

In der Folge drängten beide Mannschaften auf den Siegtreffer, ein Klassenunterschied war zu keiner Zeit zu erkennen. In der Nachspielzeit schenkte die TSG den Fürthern dann die große Chancen zum Siegtreffer: Kevin Vogt foulte den eingewechselten Branimir Hrgota im Strafraum. Seguin nahm das Geschenk aber nicht an und schoss den Strafstoß zu unplatziert. Baumann rettete die TSG in die Verlängerung, in der dann keine Mannschaft den entscheidenden Treffer erzielen konnte.

Und auch das Elfmeterschießen startete denkbar schlecht für die Spielvereinigung: Nach einem Treffer von Kramaric haute Maximilian Bauer den ersten Fürther Schuss über das Tor. Weil in der Folge alle regulären Schützen trafen, hatte Vogt beim Stand von 4:3 für die TSG die Chance, das Spiel zu entscheiden, aber auch er schoss über das Tor. Weil dann Melayro Bogarde an Burchert scheiterte, konnte Ernst das Spiel beim Stand von 6:6 wiederum für die Spielvereinigung gewinnen. Er traf aber nur die Latte. Hoffenheims Kasim Adams tat es ihm allerdings gleich, sodass Meyerhöfer mit dem insgesamt 18. Elfmeter das Spiel letztlich entschied.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2020/2021

Dienstag, 22.12.2020 | 18.30 Uhr

Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Baumann – Akpoguma, Nordtveit (34. Adams Nuhu), Vogt, Sessegnon – Rudy, Gacinovic (111. Bogarde) – Bebou (77. Belfodil), Kramaric, Baumgartner (58. Skov) – Dabbur (77. Adamjan)

8
Wappen SpVgg Greuther Fürth

SpVgg Greuther Fürth

Burchert – Meyerhöfer, Jaeckel, Bauer, Raum – Stach (106. Tillman) – Seguin, Green (75. Sarpei) – Ernst – Leweling (86. Hrgota), H. Nielsen (75. Abiama)

9

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Kramaric (13.)
  • 1:1 Ernst (21.)
  • 1:2 Meyerhöfer (46.)
  • 2:2 Akpoguma (49.)

Strafen:

  • gelbe Karte Baumgartner (1 )
  • gelbe Karte Stach (1 )
  • gelbe Karte Bebou (1 )
  • gelbe Karte Jaeckel (1 )
  • gelbe Karte Hrgota (1 )
  • gelbe Karte Adams Nuhu (1 )
  • gelbe Karte Gacinovic (1 )
  • gelbe Karte Akpoguma (1 )

Schiedsrichter:

  • Sören Storks (Velen)

Vorkommnisse:

  • Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Elfmeterschießen: 3:2 Kramaric, 3:2 Bauer (vorbeigeschossen), 4:2 Rudy, 4:3 Raum, 5:3 Skov, 5:4 Seguin, 6:4 Adamjan, 6:5 Sarpei, 6:5 Vogt (vorbeigeschossen), 6:6 Hrgota, 6:6 Bogarde (gehalten), 6:6 Ernst (vorbeigeschossen), 7:6 Akpoguma, 7:7 Jaeckel, 8:7 Sessegnon, 8:8 Tillman, 8:8 Adams Nuhu (Latte), 8:9 Meyerhöfer.

Stand der Statistik: Dienstag, 22.12.2020, 21:21 Uhr

sid/dpa | Stand: 22.12.2020, 22:15

Darstellung: