Hertha BSC jubelt nach wildem Spiel gegen Dresden

DFB-Pokal: Hertha gegen Dresden - die Zusammenfassung Sportschau 30.10.2019 08:48 Min. Verfügbar bis 30.06.2020 Das Erste

Hertha BSC - Dynamo Dresden 8:7 n.E.

Hertha BSC jubelt nach wildem Spiel gegen Dresden

Von Julian Tilders

In einem spektakulären Pokalspiel hat sich Hertha BSC gegen Dynamo Dresden nach zweimaligem Rückstand noch mit 8:7 in einem Elfmeterkrimi durchgesetzt. Mit zwei gehaltenen Elfmetern wurde Torwart Thomas Kraft zum Hertha-Helden des Abends. Nach 120 wilden Minuten hatte es 3:3 (2:2, 0:1) gestanden.

"Es war ein überragender Kampf, den wir beide uns abverlangt haben", betonte Hertha-Trainer Ante Covic mit Blick auf die starken Dresdner. "Ein Abend, den wir nicht vergessen werden", twitterte die SGD.

Dresdens Koné nutzt eine von zwei Großchancen

Den besseren Start vor lautstarker Kulisse - etwa 35.000 Dynamo-Fans waren mit nach Berlin gereist - erwischten zunächst die Hausherren. Salomon Kalou verpasste es nach sechs Spielminuten, den Abpraller nach Marius Wolfs Torschuss aus kurzer Distanz im Kasten unterzubringen.

In einer zerfahrenen Anfangsphase kämpfte sich Dresden über die Laufarbeit nach und nach in die Partie. Moussa Koné setzte seinen Abschluss nach Fehlpass von Wolf im Spielaufbau freistehend vor Hertha-Torwart Kraft knapp am Tor vorbei (17. Minute) - etwas später machte er es dann besser. Durch einen simplen Doppelpass hebelten Koné und Alexander Jeremejeff bei einem Konter die behäbig verteidigende Hertha-Hintermannschaft aus. Der Senegalese vollstreckte im Sechzehner aus zentraler Position sicher (36.).

Dresden zeigte sich bissig im Spiel gegen den Ball, zwang Hertha BSC zu Fehlern. Doch die Elf von Trainer Christian Fiél profitierte auch von den starken Paraden von Dynamo-Keeper Kevin Broll.

DFB-Pokal: Hertha gegen Dresden - die Stimmen Sportschau 30.10.2019 01:44 Min. Verfügbar bis 30.06.2020 Das Erste

Hertha mit Blitzstart nach der Pause

Hertha BSC gelang in Hälfte zwei der Traumstart: Dodi Lukebakio verwertete eine flache Hereingabe von Wolf eiskalt (48.). Berlin wirkte wacher als noch im ersten Durchgang. Dresden offenbarte eklatante Mängel im Stellungsspiel, als Javairo Dilrosun freistehend mit einem Kopfball an der Latte scheiterte (56.). Nur drei Minuten später scheiterte Salomon Kalou ebenfalls am Aluminium - der Pfosten verhinderte die Führung für Berlin.

Nach vorne ging wenig bei Dynamo. Gegen den Ball agierte der Zweitligist im 5-3-2 und versuchte, die Räume eng zu machen. In der Schlussphase wurde das Spiel zäher.

Schließlich brachte Ondrej Duda Berlin in Führung - der Zehner verwandelte einen Foulelfmeter sicher (85.). Zuvor hatte Dresden-Verteidiger Niklas Kreuzer auf der Strafraumkante Lukebakio das Standbein weggezogen. Während sich Hertha BSC schon im Achtelfinale wähnte, trumpfte Dynamo doch noch spät auf: Niklas Stark rang Koné im Strafraum nieder, den anschließenden Elfmeter brachte ausgerechnet Ex-Berlin-Profi Patrick Ebert im Tor unter (90.).

Torunarigha rettet Berlin - Stor darf zweimal ran

In einer über weite Strecken ereignislosen ersten Hälfte der Verlängerung wagte sich keines der Teams aus der Deckung. In Hälfte zwei geschah dann alles umso schneller: Dynamo-Joker Luka Stor traf zum 3:2 für die Gäste (107.). Kurz vor Ende der Verlängerung sorgte Jordan Torunarigha noch im letzten Moment per traumhafter Volley-Direktabnahme ins lange Eck für das 3:3 (120.+2).

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Im Elfmeterschießen behielt Berlin die Nerven und siegte dort mit 5:4. Kurios: Stor durfte nach seinem verschossenen Elfmeter noch einmal ran - Kraft hatte sich zu früh von der Linie bewegt, dafür sah er Gelb. Im zweiten Versuch traf Stor sicher. Kevin Ehlers' Elfmeter lenkte Kraft an den Pfosten, es war nach der Parade gegen Jannik Müller sein zweiter gehaltener Elfer. Marko Grujic machte für die Hertha dann alles klar. "Wir haben zwei Helden, Jordan und Thomas", beteuerte Grujic nach Abpfiff.

Für die Berliner war es drei Tage vor dem Bundesligaduell mit Stadtrivale Union Berlin (02.11.2019, 18.30 Uhr) der erste Pokal-Heimerfolg seit knapp acht Jahren. Dynamo tritt in der 2. Bundesliga am Sonntag (03.11.2019, 13.30 Uhr) gegen den VfB Stuttgart an.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2019/2020

Mittwoch, 30.10.2019 | 20.45 Uhr

Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

T. Kraft – M. Wolf (106. Leckie), N. Stark, Rekik, Plattenhardt – Darida, Grujic – Duda (88. Torunarigha) – Dilrosun, Lukebakio (91. Ibisevic), Kalou (70. Selke)

8
Wappen Dynamo Dresden

Dynamo Dresden

Broll – Ehlers, F. Ballas, J. Müller – Ebert, Nikolaou – Kreuzer (91. Mar. Hartmann), Hamalainen (80. Möschl) – Atik (58. Horvath) – Kone, Jeremejeff (77. Stor)

7

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Kone (37.)
  • 1:1 Lukebakio (48.)
  • 2:1 Duda (85./Foulelfmeter)
  • 2:2 Ebert (90./Foulelfmeter)
  • 2:3 Stor (107.)
  • 3:3 Torunarigha (120.+2)

Strafen:

  • gelbe Karte Duda (1 )
  • gelbe Karte Ibisevic (1 )
  • gelbe Karte Ebert (1 )
  • gelbe Karte Mar. Hartmann (1 )
  • gelbe Karte T. Kraft (1 )

Zuschauer:

  • 70.429

Schiedsrichter:

  • Tobias Stieler (Hamburg)

Vorkommnisse:

  • Elfmeterschießen: 3:4 Ebert, 4:4 Ibisevic, 4:5 Horvath, 5:5 Darida, 5:5 J. Müller (gehalten), 6:5 Dilrosun, 6:6 Kone, 6:6 Rekik (vorbeigeschossen), 6:7 Stor, 7:7 Selke, 7:7 Ehlers (gehalten), 8:7 Grujic.

Stand der Statistik: Mittwoch, 30.10.2019, 23:36 Uhr

Stand: 30.10.2019, 22:30

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