RB Leipzig - Union Berlin 2:1 Last-Minute-Treffer - Leipzig nach Sieg gegen Union im Pokalfinale

Stand: 20.04.2022 23:00 Uhr

Zum zweiten Mal in Folge hat es RB Leipzig ins DFB-Pokalfinale geschafft und wird dort auf den SC Freiburg treffen. Ein Tor in der Nachspielzeit sicherte den Gastgebern beim 2:1-Sieg gegen den 1. FC Union die Reise nach Berlin.

Von Sebastian Hochrainer

In einem lange ausgeglichenen Spiel gelang Emil Forsberg in der Nachspielzeit der Siegtreffer für die Gastgeber. Sheraldo Becker hatte Union in der ersten Halbzeit in Führung gebracht (25.), André Silva glich per Elfmeter aus (61.). Leipzig hat nun die Möglichkeit auf den ersten Titel in der Vereinsgeschichte.

"Es ist keine einfache Saison gewesen, die wir bislang gespielt haben. Es hätte niemand gedacht, dass wir ins Pokalfinale einziehen. Es ist viel Druck in diesem Business und in meinem Job. Da ist viel abgefallen und ich habe mich sehr für unsere Fans, unsere Mannschaft und den Verein, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gewünscht, dass wir es schaffen, in dieses Finale einzuziehen. Das hat geklappt und umso stolzer bin ich heute", sagte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff: "Wir wollen in Berlin natürlich gewinnen."

Union mit gewissenhafter Vorbereitung

Im Vorfeld des Spiels offenbarte Urs Fischer, dass er seine Mannschaft auf alles Mögliche vorbereitet hatte. Im Training übte er Elfmeterschießen in einer Drucksituation. "Es ging ein bisschen um was", sagte der Union-Trainer.

Um was genau, wollte er nicht verraten, nur, dass es "ein bisschen mehr" war als eine Einladung zum Essen. Dennoch war das Ziel, das Spiel möglichst schon nach 90 Minuten zu entscheiden. "Wir werden für die Chance kämpfen, uns heute für das Finale zu qualifizieren", sagte Fischer.

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Kämpferisches Spiel mit leichten Vorteilen für Union

Das zeigte sein Team auch in der Anfangsphase. Berlin gelang es immer wieder, das Aufbauspiel der Leipziger zu stören und früh Ballgewinne zu erzwingen. Doch auch RB agierte robust - es entwickelte sich ein ausgeglichenes und intensives Spiel, das jedoch vorwiegend zwischen den Strafräumen und ohne torgefährliche Szenen stattfand.

Die erste Chance gab es folgerichtig nach einer Standardsituation. Nach einer Ecke von Christopher Trimmel kam Grischa Prömel gleich zweimal zum Abschluss, nach einer Unsicherheit von Torhüter Peter Gulacsi ging der Nachschuss des Unioners an das Außennetz (15.).

Becker trifft im echten Union-Stil

Zehn Minuten später zeigte Berlin auch seine fußballerische Klasse. Mit zwei Direktpässen kombinierten sich die Gäste durch das Mittelfeld, dann flankte Trimmel punktgenau auf Becker, der per Direktabnahme mit dem linken Fuß das 1:0 erzielte (25.). Vertikal, schnörkellos, über die Außen, erfolgreich - ein typischer Union-Spielzug in Perfektion.

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Von Leipzig, dem bisher besten Rückrundenteam in der Bundesliga, kam offensiv dagegen nichts. Gegen die dicht gestaffelte Union-Defensive fand das Team von Trainer Domenico Tedesco kein Mittel, blieb spätestens 20 Meter vor dem Tor immer wieder hängen.

Silva verpasst, Nkunku unauffällig

In der 37. Minute zeigte RB aber doch mal seinen unter Tedesco etablierten und so erfolgreichen Kombinationsfußball. Als letzte Station bekam Silva den Ball freistehend zugespielt, der Stürmer schoss aus elf Metern jedoch knapp am Tor vorbei - das hätte das 1:1 sein müssen.

Überhaupt nicht zum Zuge kam dagegen in der ersten Halbzeit Leipzigs Shootingstar Christopher Nkunku, über den Oliver Mintzlaff vor der Partie ein Machtwort gesprochen hatte. "Ich habe es schon mal gesagt, und ich sage es auch hier noch einmal in der ARD: Christopher Nkunku ist auch in der kommenden Saison unser Spieler", sagte der RB-Geschäftsführer am ARD-Mikro.

Leipzig wird besser und belohnt sich

Nach der Pause konnte Leipzig etwas mehr Druck aufbauen, jedoch vorerst ohne entscheidend durchzudringen. Immerhin gab Dani Olmo den ersten Schuss auf das Berliner Tor ab, Keeper Frederik Rönnow hatte mit dem zu zentral platzierten Versuch aber keine Probleme (55.). Fast im Gegenzug verpasste Taiwo Awoniyi nach toller Vorarbeit von Becker aus kurzer Distanz das Berliner 2:0 (57.).

Kurz darauf griff Nkunku erstmals entscheidend ins Spielgeschehen ein. Paul Jaekel foulte den Franzosen im Union-Strafraum und nach Ansicht der Videobilder entschied Schiedsrichter Felix Brych auf Elfmeter für Leipzig. Silva trat an und erzielte den Ausgleich (61.).

Forsberg der umjubelte Held

Union hielt jedoch an seinem Konzept fest und blieb bei Kontern gefährlich. Awoniyi verfehlte nach einem solchen Angriff den erneuten Führungstreffer nur um einige Zentimeter (71.).

Als alles nach Verlängerung aussah, schlug dann doch noch Favorit Leipzig zu. Zunächst rettete ein Union-Verteidiger einen Flachschuss von Angelino auf der Linie, doch Benjamin Henrichs kam nochmal an den Ball, flankte und Forsberg köpfte aus acht Metern den Siegtreffer für Leipzig in der zweiten Minute der Verlängerung. Der Schwede machte damit den zweiten Finalleinzug seines Teams in Folge klar.

"Das ist sehr bitter. Wir haben das Spiel lange offen gehalten, auch wenn uns das viele hier in Leipzig nicht zugetraut haben. Wir haben gezeigt, was wir können. Aber wir haben diesen einen Fehler zu viel gemacht", sagte Union-Verteidiger Robin Knoche, der sich besonders über das Foul zum Strafstoß ärgerte: "Ohne den Elfmeter hat Leipzig eine einzige Chance, ansonsten keinen Schuss aufs Tor. Es ist ärgerlich, dass so eine Aktion in diesem Spiel passiert."