Verwirrung um Rot-Weiß gegen Weiß-Rot

Javi Martínez von Bayern und Emil Forsberg (l) von Leipzig im Kampf um den Ball.

DFB-Pokal-Finale

Verwirrung um Rot-Weiß gegen Weiß-Rot

Von Chaled Nahar

Rot-Weiß gegen Weiß-Rot - die Trikotfarben von RB Leipzig und Bayern München im DFB-Pokalfinale sorgten bei vielen Zuschauern für Verwirrung. Die Entscheidung dafür stand schon lange fest.

Als das Spiel angepfiffen war, gab es schnell die ersten Beschwerden in sozialen Netzwerken. Der Tenor: "Was soll das?", "Wer hat das zugelassen?", "Kann keiner unterscheiden."

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Klubs einigten sich Ende April auf die Trikots

Die Auswahl mag unglücklich gewesen sein - sie stand aber schon lange fest. Am 26. April, also wenige Tage nach den beiden Halbfinalen (23./24. April) und dem Feststehen der Begegnung hielt der DFB wie üblich ein sogenanntes "Finalistenmeeting" in Berlin ab.

Dabei sitzen der DFB, die Polizei und die beiden Klubs mit Vertretern zusammen und entscheiden, welcher Klub welche Fankurve, welchen Ort für Fanfeste, welche Kabinen bekommt - und zwar per Los. So erhielten die Bayern die Heimkabine, Leipzig wurde aber fiktive "Heimmannschaft".

"Auch bei den Trikots haben sich die Vereine auf folgende Absprache geeinigt: RB Leipzig wird in weiß-rot-rot, der FC Bayern in rot-weiß-weiß auflaufen", hieß es damals in der Mitteilung des DFB.

Die Regeln wurden eingehalten

In den Regeln ist die Sache festgelegt. "Die beiden Teams tragen Farben, durch die sie sich klar voneinander sowie von den Spieloffiziellen (Schiedsrichter und Assistenten, d. Red.) unterscheiden", heißt es im Regeltext.

Und der Regel war absolut Genüge getan - schließlich unterschied sich die Spielkleidung in allen Teilen. Und auch bei Twitter fragten einige, warum so viele Zuschauer damit ein Problem haben.

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Stieler hätte alles verhindern können

Theoretisch hätte das alles nur noch ein Mann verhindern können: Tobias Stieler. Der Schiedsrichter aus Hamburg ist derjenige, der sagen kann: "Das unterscheidet sich für mich nicht ausreichend." Tat er aber nicht, ein Schiedsrichter geht wohl kaum an eine Entscheidung ran, die schon so lange im Voraus getroffen wurde. Zumal sie ja alle Bestimmungen erfüllte.

Die Bayern mussten mal in Leibchen spielen

Claudio Pizarro 2001 mit Leibchen gegen Kölns Carsten Cullmann

Claudio Pizarro 2001 mit Leibchen gegen Kölns Carsten Cullmann

Die Bayern haben übrigens schonmal eine negativere Entscheidung eines Schiedsrichters hinnehmen müssen. In der Saison 2001/02 reisten sie in roten Trikots zu den in roten Trikots spielenden Kölnern - und mussten deshalb weiße Trainingsleibchen überziehen.

Stand: 25.05.2019, 23:03

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