Koschinat setzt auf Sandhäuser Sahnetag

Uwe Koschinat

Zweitligist trifft im Pokal auf Borussia Mönchengladbach

Koschinat setzt auf Sandhäuser Sahnetag

Von Christian Hornung

Das ganze Dorf ist da: Gut 15.000 Einwohner hat Sandhausen - und ungefähr genauso viele Fans erwartet der Zweitligst am Freitagabend (09.08.2019) in der 1. DFB-Pokalrunde gegen Borussia Mönchengladbach. SVS-Coach Uwe Koschinat setzt auf einen Sahnetag.

Der abgefälschte Freistoß von Marcos Álvarez ist noch im Kopf von Koschinat. Und er schmerzt immer noch, das gibt der Trainer bei aller Vorfreude auf den Pokal offen zu. Aber vielleicht hat dieser Treffer, der am 2. Zweitliga-Spieltag die 0:1-Niederlage gegen den VfL Osnabrück besiegelte, im Nachhinein sogar noch etwas Gutes für das einzige Team im deutschen Profifußball, dessen Stadionfassungsvermögen die Einwohnerzahl übersteigt.

"Andere Art von Fußball gefragt"

Das Álvarez-Tor hat zur Folge, dass die Sandhäuser als Tabellen-13. in das Duell mit dem Europa-League-Teilnehmer gehen und damit vielleicht nicht von allen Borussen als wirklich ernst zu nehmender Wettbewerber wahrgenommen werden. Dabei gab dieses 0:1 eher das Gegenteil des Spielverlaufs wieder: Sandhausen hatte doppelt so viele klare Torchancen (8:4) und mehr als zwei Drittel Ballbesitz.

DFB-Pokal: Sandhausen vor schwieriger Aufgabe gegen die "Fohlen" Sportschau 08.08.2019 01:50 Min. Verfügbar bis 08.08.2020 Das Erste

Deshalb wird Koschinat auch ein bisschen sauer, wenn er auf einen vermeintlichen Fehlstart in die Saison angesprochen wird: "Ein Punkt aus zwei Spielen steht in krassem Missverhältnis zu unserer Leistung", sagt er im SWR-Interview: "Das Osnabrück-Spiel nach dem Ergebnis zu beurteilen, ist blödsinnig. Es hat sehr viel gestimmt bei uns."

Dementsprechend hält Koschinat eine Überraschung gegen die Fohlen für "durchaus möglich", zumal das Osnabrück-Spiel als Schablone für den Pokal nicht tauge: "Wir werden auch gegen Gladbach nicht 68 Prozent Ballbesitz haben und es wäre auch töricht, das zu versuchen. Da ist eine andere Art von Fußball gefragt."

Geheimtraining am Tag vor dem Spiel

Welche Art vom Fußball das genau ist, würde Koschinat ganz gern bis zum Anpfiff verschleiern, deshalb setzte er am Tag vor dem Spiel auch noch ein Geheimtraining an. Der Sandhäuser Trainer rechnet aber damit, dass er auf eine Mannschaft trifft, die ein enormes Tempo nach Balleroberungen anschlägt, eine hohe Präsenz im gegnerischen Strafraum hat und durchaus auch mal lange Bälle als Stilmittel einsetzt.

Das 2:2 im letzten Test gegen Europa-League-Champion FC Chelsea hat Koschinat im Borussia Park verfolgt und dabei neben guten Offensivaktionen durchaus auch eine ganze Reihe von Szenen vor Augen geführt bekommen, in denen der VfL defensiv ohne Ordnung agierte und sich immer wieder auf Torhüter Yann Sommer verlassen musste. Genau dort will Koschinat ansetzen, im Gegensatz zum vergangenen Freitag aber mit einer besseren Chancenverwertung: "Wir brauchen diesmal eine gute Effizienz. Und einen absoluten Sahnetag auf allen Ebenen."

Rose fordert Mut

Sein Gladbacher Kollege will sich mit den Stärken und Schwächen der Sandhäuser nicht übermäßig lange aufhalten. Marco Rose bekundet zwar Respekt vor dem "schweren Los für eine erste Pokalrunde", er hat aber eindeutige Forderungen an seine Schützlinge: "Ich will Mut sehen. Ich will, dass wir unser Spiel auf den Platz bringen. Und ich will, dass wir auf Sieg spielen."

Stand: 08.08.2019, 08:00

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