Eintracht Frankfurt vermisst den VAR

Stefan Ilsanker

Umstrittene Tore im DFB-Pokal

Eintracht Frankfurt vermisst den VAR

Von Frank van der Velden

Ein umstrittener Handelfmeter und ein Abseitstor: Für Eintracht Frankfurt war das Pokalspiel bei Bayer Leverkusen sehr unglücklich. Wie es wohl mit dem Videoschiedsrichter gelaufen wäre?

Wer sich das Zweitrunden-Nachholspiel im DFB-Pokal zwischen Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt angeschaut hat, der hat etwas vermisst - und zwar den Videoschiedsrichter. Der kommt im Pokal nämlich erst ab dem Achtelfinale zum Einsatz. Doch er hätte am Dienstag (12.01.2021) ordentlich zu tun gehabt. Gleich zwei Treffer fielen nach strittigen Szenen. Die hätte sich der Video Assistant Referee (VAR) im "Kölner Keller" aus den verschiedensten Perspektiven nochmal in Ruhe ansehen können. Und dann hätte er entschieden, dass mindestens eines der Tore irregulär war.

Und zwar das 2:1 für Bayer Leverkusen. Kerem Demirbay hatte einen Freistoß in den Frankfurter Strafraum geschlagen, Edmond Tapsoba war mit dem Kopf zur Stelle. Christian Dingert und sein Schiedsrichter-Assistent hätten jedoch auf Abseits entscheiden müssen. Denn in dem stand Tapsoba - wenn auch knapp. Dem VAR, der in der Bundesliga jedes Tor checkt, wäre das mit Hilfe seiner kalibrierten Linien aufgefallen.

DFB-Pokal: Bayer Leverkusen gegen Eintracht Frankfurt - die Highlights Sportschau 12.01.2021 02:59 Min. Verfügbar bis 12.01.2022 Das Erste

Hütter: "Videobeweis hätte Dingert gutgetan"

Bitter für die Eintracht war, dass genau dieses Tor Leverkusen auf die Siegerstraße brachte. Amin Younes (7. Minute) hatte die Frankfurter früh in Führung gebracht, Lucas Alario hatte per Handelfmeter (27.) ausgeglichen. Auch der war umstritten. Erik Durm hatte einen Schuss von Bailey im Strafraum mit dem Arm abgelenkt. Dingert bewertete das als unerlaubtes Handspiel. Ob der VAR das nach Betrachten der Zeitlupe auch so gesehen hätte? Wir wissen es nicht. Moussa Diaby war es dann, der das Spiel mit einem Doppelpack für Leverkusen entschied (67./87.)

Die Eintracht war verärgert. "Beim 2:1 haben wir Pech gehabt, ich glaube, das war eine Abseitsposition", sagte Trainer Adi Hütter auf der Pressekonferenz und erklärte zum Handelfmeter: "Man sieht, dass Erik Durm eine ganz normale Handbewegung macht, ein natürlicher Ablauf. Und dann kriegt er den Ball an die Hand geschossen, und wir bekommen den Elfmeter." In Richtung des Schiedsrichters sagte Hütter dann: "Herr Dingert hat das für mich sowieso heute nicht besonders gut gemacht. Der Videobeweis hätte ihm sicherlich gutgetan."

Tapsoba trifft per Kopf - Leverkusens Abseitstor gegen Frankfurt Sportschau 13.01.2021 00:32 Min. Verfügbar bis 13.01.2022 Das Erste

Bobic: "Schade, dass beim DFB am VAR gespart wird"

Weil der technische Aufwand in den kleineren Stadien der unterklassigen Klubs zu groß wäre, verzichtet der DFB in den ersten beiden Runden auf den Einsatz des VAR. Auch beim Duell zweier Bundesligisten gibt es keine Ausnahme - und zwar aus Gründen der Gleichberechtigung. "Es ist schade, dass beim DFB am VAR gespart wird", sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic.

Nach anfänglichem Getöse und wöchentlicher Kritik zu Beginn haben sich inzwischen alle arrangiert mit dem Videobeweis. Und zwar so sehr, dass es dann doch stark auffällt, wenn es mal keinen gibt. Die Eintracht hätte ihn am Dienstag jedenfalls gerne dabei gehabt.

Bobic: "Schade, dass am VAR gespart wird" Sportschau 13.01.2021 00:58 Min. Verfügbar bis 13.01.2022 Das Erste

Stand: 13.01.2021, 11:28

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