HSV siegt glücklich in Chemnitz

DFB-Pokal: Chemnitz gegen Hamburg - die Höhepunkte Sportschau 11.08.2019 02:00 Min. Verfügbar bis 30.06.2020 Das Erste

Chemnitzer FC - Hamburger SV 7:8 n.E.

HSV siegt glücklich in Chemnitz

Der Hamburger SV hat nach dem Wirbel um Bakery Jatta im brisanten Pokalspiel beim Chemnitzer FC die Nerven behalten und den drohenden Erstrunden-K.o. mit Mühe verhindert.

Der Zweitligist setzte sich am Sonntagabend (11.08.2019) beim Drittliga-Aufsteiger trotz eines zweimaligen Rückstandes mit 6:5 im Elfmeterschießen durch und blieb auch im dritten Pflichtspiel unter Neu-Trainer Dieter Hecking ungeschlagen. Nach 120 spannenden Minuten hatte es 2:2 (2:2, 0:0) gestanden.

Im Elfmeterschießen hielt HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes zunächst gegen Clemens Schoppenhauer, ehe der Chemnitzer Sören Reddemann weit über den Kasten schoss. In der regulären Spielzeit hatten Dejan Bozic (57.) mit einem verwandelten Handelfmeter und Matti Langer (68.) vor 13.130 Zuschauern im Stadion An der Gellertstraße den CFC jeweils in Führung gebracht, Lukas Hinterseer (62.) und Sony Kittel (75.) für den HSV jeweils ausgeglichen.

Jatta stand nach dem Wirbel der vergangenen Tage um seine Identität in der HSV-Startelf. "Bakery hat in den ersten beiden Spielen eine hervorragende Leistung gezeigt. Es gab gar keinen Grund, ihn rauszulassen", sagte Hecking. Der schnelle Jatta war mit seinen Flankenläufen und Dribblings nur anfangs einer der besseren Hamburger.

Viel Zuspruch für Jatta

Die mitgereisten HSV-Fans hatten den Gambier schon vor dem Anpfiff moralisch aufgebaut und ein Plakat mit der Aufschrift entrollt: "Bakery: No matter what, we got your back" ("Wie auch immer, wir geben dir Rückendeckung"). Als Jattas Name bei der Mannschaftsaufstellung vorgelesen wurde, gab es großen Applaus aus dem Gäste-Block. "Unsere Fans mit starker Botschaft", twitterte der Verein.

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Unterstützung für Frahn durch Chemnitzer Fans

Doch auch die Chemnitzer Anhänger hatten eine Botschaft zu verkünden. Die Fankurve der "Himmelblauen" nutzte die Bühne zu Solidaritäts-Bekundungen mit dem entlassenen Kapitän Daniel Frahn. Vor dem Anpfiff hielten zahlreiche Anhänger Schilder mit der Frahn-Nummer 11 hoch, bei der Mannschaftsaufstellung wurde nach jedem Spielernamen "Daniel Frahn, Fußball-Gott" skandiert. Auch während des Spiels wurde der Sprechgesang mehrmals angestimmt.

Der CFC hatte den Torjäger wegen einer angeblich zu großen Nähe zur rechtsextremistischen Szene entlassen, nachdem er sich beim Spiel in Halle im Gästeblock mit entsprechenden Gruppierungen aufgehalten hatte. Frahn war quasi vorbelastet, beim Skandalspiel im März gegen VSG Altglienicke hatte er nach einem Treffer ein T-Shirt mit der Aufschrift "Support your local Hools" ("Unterstütze deine lokalen Hooligans") hochgehalten.

Lange Zeit passierte wenig

Den Blick auf die Tribüne konnten sich die Beobachter leisten, weil auf dem Rasen lange Zeit herzlich wenig passierte. Der klassenhöhere HSV hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, wusste damit aber kaum etwas anzufangen. Es fehlte zunächst an Tempo und Spielwitz, bei der besten Chance der ersten Halbzeit verzog Jeremy Dudziak nur knapp (37.).

Die Chemnitzer standen wie erwartet tief und lauerten auf Konter. Darauf waren die Gäste gut eingestellt - bis der auffällige Tarsis Bonga auf die HSV-Abwehr zulief und Rick van Drongelen im Strafraum anschoss. Nach dem ersten Treffer entwickelte sich eine völlig andere Partie mit Chancen und auch Toren auf beiden Seiten. Zweimal glich der HSV einen Rückstand aus, am Ende wurde die Begegnung zum Krimi.

sid/dpa | Stand: 11.08.2019, 20:25

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