1. FC Saarbrücken - Traditionsklub wieder im Rampenlicht

Saarbrücken gegen Karlsruhe - die Highlights Sportschau 06.02.2020 04:04 Min. Verfügbar bis 06.02.2021 Das Erste

Nach der Pokalsensation

1. FC Saarbrücken - Traditionsklub wieder im Rampenlicht

Von Jens Mickler

Der 1. FC Saarbrücken hat die dickste Überraschung im laufenden DFB-Pokalwettbewerb mit dem Einzug ins Viertelfinale geschafft. Dabei ist die Pokalrunde nur Kür für den Traditionsklub. Das große Ziel lautet Aufstieg in die 3. Liga.

Im Moment des großen Triumphes vergaß Lukas Kwasniok nicht, seinem Vorgänger Dirk Lottner zu danken. "Ohne ihn wären wir nicht hier. Er ist der Initiator des Erfolgs. Ich darf die Lorbeeren einfahren", sagte der Trainer des 1. FC Saarbrücken am Mittwoch (06.02.2020) nach dem 5:3-Sieg im Elfmeterschießen der Achtelfinal-Pokalrunde gegen den Zweitligisten Karlsruher SC.

Kwasniok hatte erst zum 1. Januar 2020 das Traineramt beim 1. FCS übernommen. Zuvor war Lottner etwas überraschend entlassen worden, obwohl seine Mannschaft auf dem ersten Platz der Regionalliga Südwest rangierte. Jener Lottner also, der wenige Wochen zuvor noch mit dem 3:2-Erfolg über den Bundesligisten 1. FC Köln in der zweiten Pokalrunde den größten Triumph in der jüngeren Vereinsgeschichte gefeiert hatte.

Saarbrücken hatte schon in der ersten Runde für eine dicke Überraschung gesorgt und den ambitionierten Zweitligisten SSV Jahn Regensburg ebenfalls mit 3:2 aus dem Wettbewerb bugsiert.

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Nach 35 Jahren wieder im Viertelfinale

Für Saarbrücker Pokalerfolge muss man tief im Archiv wühlen. Der jetzige Einzug in die Runde der letzten acht war der erste seit mehr als drei Jahrzehnten. Auf den Tag genau vor 35 Jahren am 5. Februar 1985 schlugen die Saarländer den VfB Stuttgart vor 25.000 Zuschauern im heimischen Ludwigspark mit 3:0.

Damals war sogar erst im Halbfinale Endstation nach einem 0:1 gegen den späteren DFB-Pokalsieger Bayer 05 Uerdingen. Der 1. FC Saarbrücken ist nun der erste Regionalligist, der es seit Einführung der fünfgleisigen Regionalliga (ab 2012/13) in das DFB-Pokalviertelfinale geschafft hat. Zuletzt hatte 2011/2012 in Holstein Kiel ein Viertligist die Runde der letzten Acht erreicht. Damals war die Regionalliga allerdings noch dreigleisig.

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Vergebliche Aufstiegs-Anläufe

Bei allem Pokalglanz in dieser Saison war der Vorsprung in der Meisterschaft im Dezember von acht auf zwei Punkte geschmolzen. Dieser Unruhe war Lottner zum Opfer gefallen. Es zeigt, um was es wirklich geht beim 1. FC Saarbrücken in dieser Spielzeit. Der Klub aus der Landeshauptstadt des Saarlandes will raus aus den Niederungen der Regionalliga und zurück ins richtige Profigeschäft. 2014 hatte der 1. FC Saarbrücken zuletzt die 3. Liga verlassen müssen, mehrere Anläufe, wieder hochzukommen, scheiterten - so in den Aufstiegsspielen als Südwest-Meister der Regionalliga im Jahr 2018.

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Auch Trainer Kwasniok legte sein Augenmerk ziemlich schnell wieder auf das Ligageschäft. Ordentlich feiern wolle man den Pokalsieg über Karlsruhe, dann vier Tage frei machen, um dann den Fokus auf den FSV Frankfurt zu legen. Schließlich solle das "große, große Ziel" (O-Ton Kwasniok) in diesem Jahr realisiert werden. Zumindest finanziell ist der Spielraum für die sportlichen Ziele größer geworden. Mit dem Einzug ins Viertelfinale ist den Saarbrückern eine Prämie von 1,4 Millionen Euro sicher. Diese kommt noch obendrauf auf die rund 1,1 Millionen Euro, die die Mannschaft im laufenden Wettbewerb bereits eingespielt hat.

Rivale SV Elversberg

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Am 21. Februar geht es weiter in der Meisterschaft gegen den FSV Frankfurt, den derzeit zwölften der Regionalliga. Es gilt, den ärgsten Konkurrenten, den alten Rivalen SV Elversberg, bei aktuell vier Punkten Vorsprung auf Distanz zu halten. Aber natürlich wünschen sich die Saarbrücker für das Viertelfinale das nächste große Los (Auslosung am Sonntag, 9. Februar, in der ARD-Sportschau.)

Auf die Auslosung und den nächsten Gegner blickte Trainer Kwasniok jedenfalls schon mal mit einem Augenzwinkern. "Die Favoriten sind ja gestern schon ausgeschieden. Es wird leichter, den Pokal zu holen." Eine solche Lockerheit dürfte auch beim großen Ziel Aufstieg hilfreich sein.

Stand: 06.02.2020, 11:20

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