RB Leipzig: Trainer Tedesco - "Heute wollten wir 100 % Ballbesitz"

04:07 Min. Verfügbar bis 20.01.2023

DFB-Pokal

RB Leipzig trotzt dem Favoritensterben: "Jetzt liegt vieles an uns"

Stand: 20.01.2022, 12:56 Uhr

RB Leipzigs Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals war glanzlos aber souverän. Angesichts des Favoritensterbens gehört der Vizemeister nun zum engen Kreis der Titelanwärter. Ein Selbstläufer wird der Weg ins Finale aber keineswegs.

Auch wenn sich RB Leipzig gegen den tapfer kämpfenden Zweitligisten aus Rostock über weite Strecken schwer tat, war das Weiterkommen im DFB-Pokal am Ende verdient. "Die Freude ist groß", erklärte RB-Trainer Domenico Tedesco nach Abpfiff: "Wir hatten sehr viel Kontrolle. Vielleicht war es für den Zuschauer ein bisschen langweilig, da wir sehr viel horizontal gespielt und es im richtigen Moment verpasst haben, den Tempowechsel zu machen. Das ist ein kleiner Wermutstropfen."

Rostock macht RB das Leben schwer

Nach der frühen Führung durch Yussuf Poulsen, verpasste es der Gastgeber, vorzeitig den Deckel draufzumachen. Rostock machte die Räume eng, war vorrangig mit der Abwehrarbeit beschäftigt. Torschütze Poulsen analysierte: "Wenn der Gegner tief steht, ist es immer schwierig. Rostock hat es gut gemacht." So dauerte es bis in die Schlussphase, ehe Dani Olmo nach einem Konter zum 2:0-Endstand einnetzte. "Wir hatten wenig Möglichkeiten, haben die dann aber genutzt", resümierte Poulsen.

RB Leipzig - Hansa Rostock

02:05 Min. Verfügbar bis 20.01.2023

Auch Dortmund und Gladbach verabschieden sich

Auch wenn das Spiel zäh war, für Leipzig zählt einzig und allein der Einzug in die nächste Runde. In den vergangenen drei Jahren hatte RB zweimal das Endspiel erreicht, war gegen 2019 gegen Bayern München (0:3) und 2021 gegen Borussia Dortmund (1:4) aber jeweils chancenlos gewesen. Nun zählt man zum engen Kreis der Titelanwärter - auch weil das Favoritensterben im Achtelfinale weiterging.

Während sich die eine Borussia aus Dortmund von Zweitliga-Spitzenreiter St. Pauli aus dem Wettbewerb kegeln ließ, musste auch die andere Borussia aus Mönchengladbach, die zuvor noch Titel-Abonnent Bayern demontierte hatte, sang- und klanglos gegen Zweitligist Hannover 96 die Segel streichen. "Das ist halt Pokal. Du kriegst nichts geschenkt. Es kann alles passieren", so Poulsen.

"Rostock hat es gut gemacht"

02:40 Min. Verfügbar bis 20.01.2023

Trotz des Ausscheidens der Top-Klubs bleibt der Weg ins Finale steinig. Neben RB sind noch die drei Bundesligisten Freiburg, Union Berlin und Bochum vertreten. Hinzu gesellen sich die Zweitligisten Hannover, Karlsruhe und die beiden Hamburger Klubs HSV und St. Pauli. Auf wen RB im Viertelfinale trifft, wird am 30. Januar ausgelost. Doch egal, wie der Gegner heißt: Leipzig dürfte nun in jedem Spiel der Favorit sein. "Jetzt liegt es an uns", unterstrich Nationalspieler Lukas Klostermann.

Grundsätzlich war das Spiel ein bisschen zäh. Wir haben schon mal mehr geglänzt. Lukas Klostermann | Abwehrspieler RB Leipzig

Dass der Einzug ins Endspiel aber alles andere als ein Selbstläufer wird, hat der mühsame Auftritt gegen Rostock gezeigt. In der zweiten Halbzeit hatte RB Glück, als Streli Mamba nach einem Konter zunächst nur das Außennetz traf. Kurz darauf patzte Keeper Peter Gulacsi und legte unfreiwillig für Björn Rother auf, der mit seinem Abschluss vom Mittelkreis aber deutlich scheiterte. "Grundsätzlich war das Spiel ein bisschen zäh", meinte Klostermann: "Wir haben schon mal mehr geglänzt."

Konzentration auf Wolfsburg

Nun richtet sich der Fokus auf den Liga-Alltag, ehe es Anfang März mit dem Viertelfinale im Pokal weitergeht. Am Sonntag empfängt RB Wolfsburg in der Bundesliga. Der jüngste Aufwärtstrend soll fortgesetzt werden, im Idealfall winkt der Sprung auf einen Champions-League-Platz. "Wir wissen, dass wir mit dieser Mannschaft grundsätzlich die Möglichkeit haben, jedes Spiel zu gewinnen", betonte Tedesco. Ein möglicher Finaleinzug im Pokal spielt im Kopf des 36-jährigen Deutsch-Italieners aber noch keine Rolle. "Wir fokussieren uns weiter auf die nächste Aufgabe. Vor dem Finale gibt es immer noch ein Halb- und ein Viertelfinale." Poulsen formulierte es schon deutlich offensiver. "Unser Ziel ist es, in diesem Jahr etwas zu gewinnen. Egal, wer der Gegner ist."

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jsc

Quelle: MDR

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