Hängende Köpfe bei RB Leipzig - Nagelsmann unvollendet nach Finalpleite

Drei Blackouts vor der Pause kosten RB Leipzig die Titelchance 00:56 Min. Verfügbar bis 14.05.2022

Fußball | DFB-Pokal

Hängende Köpfe bei RB Leipzig - Nagelsmann unvollendet nach Finalpleite

Es hätte ein großer Abschluss werden sollen. Doch nach der deutlichen Niederlage gegen Dortmund im Pokal-Endspiel wird Julian Nagelsmann Leipzig ohne Titel verlassen. Die Enttäuschung ist groß. Nicht nur bei ihm.

Als das goldene Konfetti im leeren Olympiastadion langsam zusammengekehrt wurde, trauerte Julian Nagelsmann seiner letzten Chance auf einen Titel mit RB Leipzig nach. "Es tut weh, es ist ein schmerzhafter Moment. Ich hätte den Titel gern gewonnen, auch wenn ich hier noch 28 Jahre Trainer geblieben wäre. Das hat nichts mit meinem Weggehen zu tun", sagte der 33-Jährige nach dem deutlichen 1:4 gegen Borussia Dortmund im DFB-Pokalfinale von Berlin.

Wieder nichts für RB Leipzig

Auch im zweiten Endspiel war es RB nicht gelungen, den ersten Titel der Clubgeschichte zu gewinnen. Wieder war es deutlich, ähnlich dem 0:3 gegen den FC Bayern vor zwei Jahren. "Wir hatten sehr viele gute Situationen. Dortmund hatte drei und schießt drei Tore", so Nagelsmann über die erste Halbzeit. Durch grobe individuelle Fehler war die Partie früh entschieden. Zweimal Jadon Sancho und zweimal Erling Haaland sorgten für klare Verhältnisse. Dani OlmosTraumtor war nur Ergebnis-Kosmetik.

Nagelsmann: "Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft" 02:31 Min. Verfügbar bis 14.05.2022

RB-Startelf zieht Kritik nach sich

Trotzdem muss sich auch Nagelsmann Kritik gefallen lassen. Dass er Alexander Sörloth und Hee-chan Hwang im Sturm brachte, ging schlicht nicht auf. Der Südkoreaner leitete mit einem Fehlpass sogar das zweite Gegentor ein. Als die technisch stärkeren Emil Forsberg und Christopher Nkunku nach der Pause kamen, war deutlich mehr Zielstrebigkeit im Leipziger Spiel. Beide Spieler trafen je einmal das Aluminium. "Wir haben guten Ballbesitz gehabt, waren im letzten Drittel aber nicht entschlossen genug", sagte Kapitän Marcel Sabitzer. "Es darf einfach nicht passieren, dass man sich viermal so auskontern lässt."

Mintzlaff ist bedient

Auch RB Leipzigs Chef, Oliver Mintzlaff, war nach der erneuten Pleite bedient: "Wir sind das zweite Mal in drei Jahren da und bekommen das zweite Mal auf den Sack, das ist natürlich bitter. Wir haben uns viel vorgenommen. Wir waren konzentriert angereist. Wir kassieren das 0:1, schütteln uns aber dann. Doch dann passiert das zweite und dritte Tor." Zur zweiten, deutlich stärkeren Halbzeit sagt er aber auch: "Ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen, es hat halt nicht gereicht." Yussuf Poulsen, der nach seiner Einwechslung viel Schwung in den Angriff brachte, sah es ähnlich und gratulierte dem Gegner: "Wir haben alles nach vorne geworfen. Am Ende fehlten Kleinigkeiten, Dortmund hat verdient gewonnen."

Zwei Spiele vor der Brust

Für Julian Nagelsmann, der nun definitiv ohne Titel zum FC Bayern wechselt, gibt es noch ein kleines Trostpflaster. Seine Arbeit wird in den letzten zwei Bundesligaspielen noch gebraucht. Gegen den den VfL Wolfsburg und den 1. FC Union Berlin geht es für RB Leipzig noch um einen versöhnlichen Saisonabschluss. Nagelsmanns Fazit des gestrigen Abends bleibt dennoch: "Natürlich ist eine Leere da."

(ten/dpa/sid)

MDR | Stand: 14.05.2021, 12:17

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