Eintracht-Trainer im hr-Interview: Glasners Idee vom ganzheitlichen Fußball

Eintracht-Trainer Glasner im hr-Interview: "Das Kribbeln ist da" 11:52 Min. Verfügbar bis 09.08.2022

Eintracht-Trainer im hr-Interview

Eintracht-Trainer im hr-Interview: Glasners Idee vom ganzheitlichen Fußball

Für Oliver Glasner steht mit Eintracht Frankfurt am Wochenende das erste Pflichtspiel an. Bevor es im DFB-Pokal bei Waldhof Mannheim ernst wird, hat der Trainer im hr-Interview persönliche Einblicke gegeben und verraten, wann bei ihm der Puls steigt.

Oliver Glasner ist ein Mann mit Prinzipien – auf und neben dem Platz. Und so überrascht es nicht, dass der Trainer von Eintracht Frankfurt, im Interview mit dem hr-sport nicht etwa über Technik und Taktik, Spielsysteme oder Formationen philosophiert, sondern detailliert erklärt, was er seinem Team mitgeben will, worauf er Wert legt. "Für mich ist Harmonie wichtig", verrät der Österreicher.

Der Umgang in der Mannschaft, im Trainerteam, mit dem Staff – all das sind für Glasner wichtige Bausteine zum Erfolg. "Ich habe das Gefühl eines Miteinanders hier bei der Eintracht. Und ich kann der Mannschaft nur ein Kompliment machen, wie sie mitzieht", gibt er Einblicke. Sein Ziel: Die Spieler sollen Abläufe, taktische Feinheiten verstehen, um auf dem Platz schließlich die bestmögliche Entscheidung treffen zu können.

Miteinander im Mittelpunkt

"Ich glaube, es fällt ihnen dann einfacher, das umzusetzen", so Glasner. Die Profis sollen mitdenken, auf dem Platz nicht nur körperlich, sondern auch mental voll da sein. "Wir haben viele Videoanalysen, wo ich die Spieler auch viel frage. Das ist kein Monolog von mir und die Spieler schlafen in der letzten Reihe ein. Ich will, dass sie immer aufmerksam sind und sich damit auseinandersetzen."

Würde Glasner ein Wirtschafts-Unternehmen und kein Bundesliga-Team führen, wäre jetzt wohl von den oft bemühten flachen Hierarchen die Rede. Die Eintracht wäre zwar keines jener hippen Start-Ups mit Tischkicker und Smoothie-Bar, aber vielleicht ein Traditionsunternehmen, in das mit Glasner und Sportvorstand Markus Krösche gerade frischer Wind einzieht. Das "Miteinander" – es steht im Mittelpunkt. Die Idee? Eine Art ganzheitlicher Fußball.

Plausch beim Mittagessen

"Der durchschnittliche Arbeitstag dauert 12 Stunden aufwärts. Und ich könnte nicht jeden Tag mit voller Energie in die Arbeit gehen, wenn ich nicht Leute um mich hätte, mit denen ich mich gut verstehe", erklärt Glasner. "Natürlich wird da auch mal kontrovers diskutiert. Aber ich muss das Gefühl haben, dass wir alle gemeinsam für den Erfolg alles geben." Dabei dreht sich selbst im Traditionsunternehmen Eintracht nicht immer alles nur um Fußball.

Beim Mittagessen zum Beispiel. "Dass wir dann auch mal entspannt über andere Themen quatschen können, das ist mir wichtig", so Glasner. Ein lockeres Gespräch beim Mittagessen, die Balance zwischen Anspannung und Entspannung, sie scheint für den Coach unerlässlich. Glasner selbst entspannt beim Golf – mit "mittelmäßigem Erfolg", sagt er zumindest selbst. "Aber es macht mir Spaß."

Das Kribbeln im Bauch

Und auch Spaß gehört zum Erfolg. Denn die Anspannung, die Nervosität, sie kommt früh genug, für den Eintracht-Trainer und seine Spieler. Am Sonntag (15.30 Uhr) etwa, wenn das Team zum ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal bei Waldhof Mannheim ran muss. Bei Glasner steigt der Puls.

"Man hat eine Idee, aber die hat auch der Gegner - und das Ungewisse, das sorgt dann schon für das Kribbeln im Bauch", verrät er. Das Kribbeln ist streng genommen wohl keines jener Prinzipien, die Oliver Glasner so wichtig sind. Vielleicht aber ein schöner Nebeneffekt. Ein aufregender in jedem Fall.

HR | Stand: 05.08.2021, 15:02

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