DFB-Pokal - FC Bayern erst im Nachsitzen ins Viertelfinale

Hertha BSC - Bayern München 2:3 n.V.

DFB-Pokal - FC Bayern erst im Nachsitzen ins Viertelfinale

Von Christian Hornung

Sie haben sich das Leben selbst schwer gemacht: Die Bayern stehen zwar erwartungsgemäß im Viertelfinale des DFB-Pokals, brauchten dazu aber bei Hertha BSC die Verlängerung.

Die Münchner bejubeln das Tor von Kingsley Coman

Die Münchner bejubeln das Tor von Kingsley Coman

Beim 3:2 (1:1, 2:2) war Kingsley Coman mit seinem Kopfballtreffer nach artistischer Vorarbeit von Robert Lewandowski in der 98. Minute der Matchwinner. Die Berliner Fans feierten ihre Mannschaft am Mittwoch (06.02.2019) trotzdem, denn die hatte sich über die kompletten zwei Stunden mit großem Einsatz gewehrt.

"Klar bessere Mannschaft"

Bayerns Abwehrchef Niklas Süle sagte anschließend am Sportschau-Mikrofon: "Ich denke, dass die klar bessere Mannschaft gewonnen hat, auch wenn es harte Arbeit war. Wir haben es insgesamt als Team sehr gut gemacht." Bayerns Trainer Niko Kovac ärgerte sich trotz des Weiterkommens: "Wir müssen es in den Griff bekommen, nicht immer wieder so einfache Gegentore herzuschenken. Das sind wir bei Bayern nicht gewohnt, und ich meine damit nicht nur einen einzelnen Spieler, sondern das zieht sich so durch."

Dardai: "Der Matchwinner war Ribéry"

Sportschau 06.02.2019 01:58 Min. ARD

Herthas Stürmer Davie Selke gab zu: "Es war sehr anstrengend, wir haben alles reingeworfen, aber die Bayern waren sehr dominant." Serge Gnabry freute sich: "Berlin hat bis zur letzten Minute gekämpft, es war schwierig. Aber wir haben den frühen Rückstand sehr gut weggesteckt und verdient gewonnen."

Zwei frühe Rückschläge für Bayern

Die Partie hatte für die Bayern denkbar unglücklich begonnen. Schon in der zweiten Minute handelte sich Leon Goretzka Gelb für eine vermeintliche Schwalbe im Hertha-Strafraum ein. Es lag allerdings durchaus eine Berührung von Berlins Abwehrspieler Karim Rekik vor - Berlin hätte sich über einen Elfmeterpfiff nicht beschweren dürfen.

An der Seitenlinie machte Münchens Trainer Kovac seinem Ärger gerade noch lautstark Luft, da musste er gleich die nächste Kröte schlucken: Maximilian Mittelstädt nahm einen Klasse-Pass von Salomon Kalou auf und schob die Kugel an Manuel Neuers Vertreter Sven Ulreich vorbei zur 1:0-Führung für die Berliner ein (3. Minute).

Erst Wut, dann Überlegenheit

In der Folge kanalisierten die Bayern ihre Wut in Dominanz auf dem Platz, erspielten sich ein klares Übergewicht mit phasenweise rund 80 Prozent Ballbesitz und schlugen auch Kapital daraus. Einen von Lewandowski unfreiwillig vorgelegten Ball nahm Gnabry auf und traf in der siebten Minute per Drop-Kick zum Ausgleich.

Danach musste mehrfach Herthas Keeper Rune Jarstein eingreifen, um seine Mannschaft vor der Pause vor einem Rückstand zu bewahren - Entlastung nach vorn gab es fast gar nicht mehr. In Führung gingen die Münchener aber erst, als in der 49. Minute erneut Gnabry zuschlug: James Rodriguez hatte ihn im Strafraum optimal freigespielt.

Hummels' schlimmer Patzer

Danach ging offensiv noch weniger für die Berliner, bis zwei für die Hertha glückliche Fügungen die Fahrlässigkeit der Münchener bei ihrer Chancenverwertung bestraften. In der 64. Minute wechselte Trainer Pal Dardai Selke für den blassen Vedad Ibisevic ein, drei Minuten später misslang Mats Hummels ein Kopfball-Rückpass auf Ulreich dermaßen, dass Selke den Ball erlaufen und am verdutzten Bayern-Keeper vorbei einschieben konnte.

In der Verlängerung machten die Bayern dann wieder einen deutlich stabileren Eindruck, ließen hinten nichts mehr zu und hatten vorne durch Coman den entscheidenden lichten Moment.

Die Hertha tritt nun in der Liga am Samstag (09.02.2019) bei Borussia Mönchengladbach an. Die Bayern haben am selben Abend das Duell mit dem FC Schalke vor der Brust.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2018/2019

Mittwoch, 06.02.2019 | 20.45 Uhr

Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Jarstein – Lazaro, N. Stark, Rekik, Plattenhardt – Skjelbred (103. Lustenberger), Grujic – Kalou (81. Klünter), Duda (110. Torunarigha), Mittelstädt – Ibisevic (63. Selke)

2
Wappen Bayern München

Bayern München

Ulreich – Kimmich, Süle, Hummels, Alaba – Goretzka, Thiago – Gnabry (88. F. Ribéry), James Rodríguez (119. Javi Martinez), Coman (120. Müller) – Lewandowski

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Mittelstädt (3.)
  • 1:1 Gnabry (7.)
  • 1:2 Gnabry (49.)
  • 2:2 Selke (67.)
  • 2:3 Coman (98.)

Strafen:

  • gelbe Karte Goretzka (1 )
  • gelbe Karte Lewandowski (1 )

Zuschauer:

  • 74.667

Schiedsrichter:

  • Markus Schmidt (Stuttgart)

Stand: Mittwoch, 06.02.2019, 23:18 Uhr

Stand: 06.02.2019, 23:55

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