Finale im DFB-Pokal - Titeltraum trifft Titelgier

Jetro Willems (Eintracht Frankfurt) gegen James Rodriguez (Bayern München)

DFB-Pokalfinale

Finale im DFB-Pokal - Titeltraum trifft Titelgier

Von Julian Witzel

Eintracht Frankfurt hat im Duell gegen Bayern München nur eine Außenseiterchance. Für einige Spieler ist das DFB-Pokalfinale in Berlin das letzte Spiel in ihrer Karriere - die Fakten.

Fakten zum Finale

Das Duell zwischen Bayern und Frankfurt ist das 75. Finale im DFB-Pokal. Seit 1985 (und somit zum 34. Mal) findet das Endspiel im Berliner Olympiastadion statt. Anpfiff ist am Samstag (19.05.2018) um 20 Uhr.

Beide Vereine treffen zum zweiten Mal im Endspiel des DFB-Pokals aufeinander. 2006 bezwangen die Münchner Bayern die Frankfurter Eintracht im Pokalendspiel mit 1:0. Das Tor schoss Claudio Pizarro in der 59. Minute.

Insgesamt vier Pokal-Duelle gab es zwischen der Eintracht und dem Rekord-Pokalsieger (18 Titel) aus München. Die Eintracht konnte nur eine Begegnung für sich entscheiden, jedoch führte dieser Halbfinalsieg 1973/74 die Hessen anschließend zum Titelgewinn. Zum Erfolg aus dem Jahre 1974 kommen noch drei weitere hinzu - 1975, 1981, 1988.

Zwei Klublegenden statt Helene

Körbel und Breitner mit Pokal

Charly Körbel (l.) und Paul Breitner präsentieren den Pokal

"Wir stellen den Fußball absolut in den Mittelpunkt. Es wird keine Halbzeitshow und keine Pokallady geben", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel: "Die zwei Klublegenden Paul Breitner und Charly Körbel werden den Pokal ins Stadion tragen. Ich hoffe, die Stimmung wird wieder besser", sagte der DFB-Boss. Im vergangenen Jahr hatte der Auftritt von Schlagersängerin Helene Fischer zur Pause für jede Menge Pfiffe und Kritik gesorgt.

Dabei witzelte der DFB-Präsident in der vergangenen Woche nicht schlecht, als er auf der Ehrentribüne beim russischen Pokalfinale Platz nahm und eine Band für Stimmung sorgte. "Showact beim Pokalfinale?", schrieb Grindel bei Twitter: "In Russland wird schon vor dem Anpfiff gesungen!".

Gegenwart trifft Zukunft

Mit Niko Kovac trifft erstmals ein Trainer im DFB-Pokalfinale auf seinen neuen Arbeitgeber. Bereits als Spieler war der Kroate zwischen 2001 und 2003 bei seinem baldigen Arbeitgeber Bayern München unter Vertrag und holte 2001 den Weltpokal und 2003 das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal.

Niko Kovac (l.) mit Jupp Heynckes

Duell zweier Trainergenerationen: Niko Kovac (l.) mit Jupp Heynckes

Sport-Vorstand Fredi Bobic gab dem Übungsleiter vor dem Duell in seiner Heimatstadt vor dem Hintergrund der Querelen um den Wechsel den klaren Auftrag, die Bayern "wegzuhauen". Auf der Gegenseite wird es hingegen das letzte Mal sein, dass Trainer Jupp Heynckes auf dem Spielberichtsbogen auftaucht.

Der gebürtiger Mönchengladbacher hat sogar eine Frankfurter Vergangenheit, er trainierte ohne großen Erfolg in der Saison 1994/95 die Eintracht. Heynckes hat einen klaren Auftrag an seine Spieler: "Wir wollen den Fans ein gutes Spiel zeigen und noch einen Höhepunkt hinzufügen".

Er übergebe seine "tolle Truppe physisch und psychisch in Topzustand", sagte er. Nachfolger Kovac gab er zudem mit: "Trainer beim FC Bayern zu sein, ist eine große Chance - aber auch eine Riesenverpflichtung."

Grindels Ticketversprechen ungültig?

Die Ticketpreise des DFB-Pokals schnellen weiter in die Höhe: So kostet ein Ticket der günstigsten Kategorie bereits 60 Euro. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es noch 45 Euro. Vor diesem Hintergrund zeigte die Münchner Fangrupe Munichs Red Pride beim letzten Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart ein Spruchband mit der Aufschrift "Pokalfinale: ‚Billigste‘ Karte 59+1 € - Illusorisch".

DFB-Präsident Reinhard Grindel

Kein Musik-Act, dafür gestiegene Ticketpreise: DFB-Präsident Reinhard Grindel

Noch im August hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel nach massiven Fanprotesten verlauten lassen: "Wir haben verstanden, dass es um mehr geht. Der Fußball in Deutschland steht auch für Stehplätze, faire Eintrittspreise und die 50+1-Regel." Bei der Preisgestaltung für die Pokalfinal-Tickets scheint sich der DFB von diesem Verständnis wieder verabschiedet zu haben.

Letzter Auftritt des "Fußballgotts"?

Alex Meier jubelt

Möchte auch im Finale jubeln: Alex Meier

Es könnte das letzte Spiel für Alexander Meier im Dress von Eintracht Frankfurt sein. Trotz seines vielumjubelten Comebacks am 33. Spieltag, das der 35-Jährige mit einem Jokertor krönte, stehen die Zeichen auf Abschied. Fredi Bobic nahm in der Fernsehsendung "Heimspiel" (hr) zur Personalie Meier Stellung und sprach davon, dass die Zukunft weitergehe und im Kader einige gute Offensivspieler seien. Zumindest eine Einigung über ein Abschiedsspiel ist schon getroffen.

Sein definitiv letztes Spiel für die Eintracht wird Keeper Lukas Hradecky bestreiten, dessen herausragende Leistungen zwischen den Pfosten ein Hauptgrund für den Finaleinzug sind. Den Finnen zieht es nach Ablauf seines Vertrages nun weiter.

Stand: 18.05.2018, 09:27

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