FC Bayern gewinnt spektakuläres Pokalspiel gegen Heidenheim

Robert Lewandowski (l.) und Serge Gnabry bejubeln das 5:4

FC Bayern München - 1. FC Heidenheim 5:4 (1:2)

FC Bayern gewinnt spektakuläres Pokalspiel gegen Heidenheim

Der FC Bayern München ist zwar erwartungsgemäß ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Beim 5:4 (1:2) gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim hatten die Münchner aber deutlich mehr Probleme als erwartet. Vor allem in der zweiten Hälfte erlebten die Zuschauer eine irrwitzige Partie.

Wer eine einfache Aufgabe für den FC Bayern vorausgesagt hatte, sah sich schon nach wenigen Minuten am Mittwoch (03.04.2019) getäuscht. Zwar übernahmen die Münchener von Beginn an das Kommando und gingen nach einer Ecke durch einen Kopfball von Leon Goretzka auch in Führung (12. Minute).

Doch nach einem Foul von Niklas Süle an der Strafraumkante wendete sich das Blatt. Der Nationalverteidiger grätschte Robert Andrich um und sah dafür die Gelbe Karte. Dann schaltete sich der Videoassistent ein. Schiedsrichter Guido Winkmann sah sich die Bilder noch einmal an, entschied sich für Notbremse - und Rot (14.).

Ribéry sauer über Auswechslung, Heidenheim trifft zweimal

Und es kam noch schlimmer für die Münchner. Trainer Niko Kovac wechselte zunächst einen sichtlich verärgerten Franck Ribéry aus, um mit Jérôme Boateng die Abwehr zu verstärken (24.). Doch das nutzte nichts - im Gegenteil. Nur drei Minuten später schlug Marc Schnatterer eine präzise Flanke auf Robert Glatzel, Kopfball, Ausgleich (27.).

Trotz Unterzahl blieben die Bayern das überlegene Team und hatten deutlich mehr Ballbesitz. Doch die Gäste ließen sich davon nicht beeindrucken, überzeugten durch ein enormes Laufpensum und ein leidenschaftliches Engagement. Und dass der Zweitligist auch richtig gut Fußball spielen kann, zeigten die Heidenheimer in der 39. Minute: Sebastian Griesbeck ließ dem langsamen Rafinha keine Chance, passte auf den mitgelaufenen Schnatterer, der den Ball eiskalt zur Führung im langen Eck versenkte.

Mit Lewandowski und Coman in die zweite Hälfte

Nach der Pause verstärkte Kovac dann die Offensive, brachte Robert Lewandoswki für James Rodriguez und Kingsley Coman für Rafinha. Die Bayern drängten nun auf den Ausgleich, und sie benötigten nur sieben Minuten dafür. Lewandowski bediente per Kopf Thomas Müller, gegen dessen Drehschuss Torhüter Kevin Müller keine Chance hatte (53.).

Schnatterer: "Haben heute viele Fans gewonnen"

Sportschau 03.04.2019 02:35 Min. ARD

Nur drei Minuten später führten die Bayern dann. Eben hatte noch Heidenheim eine gute Gelegenheit durch Andrich gehabt, da war es nach einem schnellen Gegenzug schon geschehen. Diesmal spielte Müller flach und scharf auf Lewandowski, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste (56.) - 3:2.

Unfassbare Schlussphase

Heidenheim war nun etwas von der Rolle, die Bayern trugen Angriff um Angriff vor. Serge Gnabry sorgte für den nächsten Treffer: Nach einer Ecke und einer Kopfballverlängerung von Mats Hummels war der Nationalstürmer zur Stelle und schob ein (66.).

Packender Pokalabend in München

Sportschau 03.04.2019 01:10 Min. ARD

Das 4:2 schien die Entscheidung zu sein, die Heidenheimer wirkten müde, waren offensiv nicht mehr so stark und defensiv anfällig. Zumindest für ein paar Minuten. Dann schlenzte erneut Glatzel den Ball zum 4:3 ins Eck (74.). Und weil es so schön war, verwandelte Glatzel kurz darauf auch noch einen Foulelfmeter zum 4:4 (77.). "Ich weiß noch gar nicht, wie und wo ich das Spiel einordnen soll", sagte Thomas Müller nach der Partie. "Dass wir nach 4:2 wieder auf 4:4 gehen, kann uns nicht gefallen, auch wenn wir in Unterzahl waren. Das Spiel hätte nach der frühen Führung ganz anders laufen sollen. Vielleicht muss ich meine Familie und Frau fragen, wie man das Spiel einschätzen soll."

Nach dem Ausgleich war es endgültig eine vogelwilde Partie. Coman konnte kaum noch laufen, Gnabry traf die Latte, Glatzel und Griesbeck scheiterten an Bayerns Keeper Sven Ulreich (81.). Das entscheidende Tor fiel dann erneut vom Punkt. Nachdem Marnon Busch der Ball im Zweikampf an den ausgestreckten Arm prallte, entschied Winkmann wieder auf Strafstoß - Lewandowski verwandelte souverän (84.). "Wir sind stolz auf die Leistung. Nach dem 4:4 habe ich gedacht: Jetzt gewinnen wir. Dann hätten wir Geschichte geschrieben", sagte Heidenheims Trainer Frank Schmidt. So aber stehen die Bayern wie erwartet im Halbfinale, wenn auch nach einem unerwartet schwierigen Abend.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2018/2019

Mittwoch, 03.04.2019 | 18.30 Uhr

Wappen Bayern München

Bayern München

Ulreich – Kimmich, Süle, Hummels, Rafinha (46. Coman) – Thiago – Gnabry, James Rodríguez (46. Lewandowski), Goretzka, F. Ribéry (24. Boateng) – Müller

5
Wappen 1. FC Heidenheim

1. FC Heidenheim

Ke. Müller – Busch, Mainka, Beermann, Theuerkauf (73. Thomalla) – Dorsch (52. Feick), Griesbeck, Andrich – Schnatterer (66. Multhaup), Dovedan – Glatzel

4

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Goretzka (12.)
  • 1:1 Glatzel (27.)
  • 1:2 Schnatterer (39.)
  • 2:2 Müller (53.)
  • 3:2 Lewandowski (56.)
  • 4:2 Gnabry (65.)
  • 4:3 Glatzel (74.)
  • 4:4 Glatzel (77./Foulelfmeter)
  • 5:4 Lewandowski (84./Handelfmeter)

Strafen:

  • gelbe Karte Dorsch (2 )
  • rote Karte Süle (16./Taktisches Foulspiel)
  • gelbe Karte Lewandowski (2 )
  • gelbe Karte Griesbeck (1 )
  • gelbe Karte Beermann (1 )

Zuschauer:

  • 75.000

Schiedsrichter:

  • Guido Winkmann (Kerken)

Vorkommnisse:

  • Rote Karte für Süle (München) nach Videobeweis (16.).

Stand der Statistik: Mittwoch, 03.04.2019, 20:37 Uhr

Stand: 03.04.2019, 20:37

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