Robert Lewandowski - Bayerns Momentum-Killer

Robert Lewandowski mit dem DFB-Pokal

Matchwinner im Pokalfinale

Robert Lewandowski - Bayerns Momentum-Killer

Robert Lewandowski war der prägende Mann beim Pokalsieg der Bayern und lieferte einen weiteren Beweis, dass er auch nach dem groß angekündigten Umbruch eine gewichtige Rolle spielen dürfte.

Robert Lewandowski wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. "Die zwei Tore widme ich meiner Frau und meiner Tochter", sagte er am Samstag (25.05.2019) nach dem 3:0-Finalsieg des FC Bayern über RB Leipzig ins ARD-Mikrofon.

"Meine Frau gibt mir die Kraft, die ich brauche"

Nach seinem zweiten Treffer, der den 19. Pokalsieg der Münchner im Endspiel von Berlin besiegelte, riss sich der Stürmer das Trikot vom Leib und entblößte seinen beeindruckend definierten Oberkörper - auch dies das Werk seiner Frau: Anna Lewandowska, früher Karateweltmeisterin und heute erfolgreiche Fitnessberaterin, hat schon vor Jahren die Ernährung der Familie umgestellt, berichteten beide vor dem Pokal-Finale im gemeinsamen "Gala"-Interview.

Zucker, Weizenmehl, Laktose stehen im Hause Lewandowski schon lange auf dem Index, dies sei der Grund für seinen makel- und nahezu fettfreien Körperbau: "Nur im Fitnessstudio zu trainieren und zu erwarten, dass Muskeln wachsen, ist unmöglich", sagte der Bayern-Stürmer. "Meine Frau gibt mir die Kraft, die ich brauche."

Dieses Element beinhaltet Daten von Instagram. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Abwanderungsgerüchte blieben Gerüchte

Glaubt man den immer wieder gestreuten Abwanderungsgedanken und Wechselgerüchten bei Münchens Top-Stürmer, dann hätte das Liebesgeflüster mit den Lewandowskis nicht in einem großen deutschen Boulevardmagazin erscheinen sollen - sondern bei "Hola!" oder "Paris Match".

Lange galt Real Madrid als das erklärte Wunschziel von Lewandowski - beziehungsweise dessen langjährigem Berater. Vorm Saisonfinale berichtete der "kicker" über ein starkes Interesse von Manchester United und Paris St. Germain. Lewandowski betonte aber zuletzt auch, dass er sich in München wohlfühle. Es gab Signale, dass er seinen Vertrag bei den Bayern verlängern wollte, sogar weit über die bisherige Laufzeit bis 2021 hinaus - auf jeden Fall mehr als das eine zusätzliche Jahr, das die Klubbosse dem 30-Jährigen nach aktuellen Stand obendrauf geben wollen.

Doch die Münchner Chefetage sollte sich überlegen, ob sie den Polen - Umbruch hin oder her - nicht mit einem ähnlichen Rentenvertrag ausstatten sollte wie die jetzt mit großem Bahnhof verabschiedeten Arjen Robben und Franck Ribéry. Dass er in den Champions-League-Duellen gegen Liverpool über zwei Spiele weitgehend unsichtbar blieb, wurde im Nachhinein weniger dem Stürmer und seiner Spielweise angelastet, sondern der insgesamt zu defensiven Grundeinstellung von Trainer Niko Kovac.

Historischer Doppelpack im Pokalfinale

Am anderen Ende des Spielfelds war es dann ein Geniestreich des Liga-Torschützenkönigs, der das Pokalfinale zum Kippen brachte: Die Flanke von David Alaba verwertete Lewandowski mit starker Körperbeherrschung im Rückwärtsfallen, mit einem platzierten Kopfball ins Eck. Ein Wirkungstreffer gegen den bis dato dominierenden Herausforderer, gleich beim ersten ernsthaften Angriff - Lewandowski sorgte damit für den berühmten "Momentum-Killer", wie sie in den US-Sportarten sagen. Die Geschichte des Spiels war danach eine andere, mit dem absehbaren, allzu oft erlebten Happy End für den Rekordmeister- und -pokalsieger.

Lewandowski setzte zugleich eine weitere persönliche Bestmarke. Bei seiner fünften Endspielteilnahme waren es für den 30-Jährigen die Finaltreffer Nummer fünf und sechs - eine Bestmarke, mit der er Gerd Müller (vier in vier) und Uwe Seeler (vier in drei) übertraf, zwei große deutsche Torjäger-Legenden.

Rummenigge: "Prädikat weltklasse"

"Unser Freund Robert hat zwei Tore geschossen, die waren top", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei der nächtlichen Bankettrede und würdigte Lewandowskis historischen Doppelpack als "Prädikat weltklasse". Lewandowskis Argumente für eine Vertragsverlängerung sind nicht schlechter geworden.

sid/dpa/red | Stand: 26.05.2019, 14:00

Darstellung: