DFB-Pokal - Erneutes Borussen-Duell als Stimmungstester

Timo Werner schlägt die Hände vor sein Gesicht

2. Runde

DFB-Pokal - Erneutes Borussen-Duell als Stimmungstester

Nur zehn Tage nach dem Liga-Duell treffen Dortmund und Gladbach im Pokal erneut aufeinander - in extrem unterschiedlicher Stimmungslage. Dazu wollen mit dem 1. FC Kaiserslautern und dem SC Verl zwei klare Außenseiter die DFB-Pokalspiele am Mittwoch aufmischen.

VfL Wolfsburg - RB Leipzig (18.30 Uhr)

Zu einem echten Charaktertest wird das Spiel für RB Leipzig bei den in dieser Saison immer noch in allen drei Wettbewerben ungeschlagenen Wolfsburgern. 1:1 hieß es vor anderthalb Wochen in Sachsen, seitdem hat sich bei den Bullen die Stimmung aber enorm verschlechtert: Vier Ligaspiele ohne Sieg nagen an den Leipzigern. Trainer Julian Nagelsmann übte nach dem 1:2 in Freiburg bereits öffentlich Kritik an seinen Spielern und gibt zu: "Die Stimmung ist nicht super rosig. Der Club hat einen gewissen Anspruch, ich habe einen gewissen Anspruch, wie die Mannschaft auftritt und was sie auszeichnet. Aber wirklich blöd wird es erst, wenn wir eines unserer Ziele abhaken müssen." Das genau droht aber bei einem Zweitrunden-Aus im DFB-Pokal.

1. FC Kaiserslautern - 1. FC Nürnberg (18.30 Uhr)

Viermal Deutscher Meister - aber aktuell auf einem Abstiegsplatz in der Dritten Liga: Es herrscht mal wieder Alarmstimmung in Kaiserslautern. Das ist bei den Pfälzern längst nichts Neues mehr, aber gerade geht alles drunter und drüber: Vollchaos in der sportlichen Führung, und beim 1:3 zuletzt bei Kellerkonkurrent Chemnitz war schon nach einer Viertelstunde alles gelaufen.

Für den Pokal muss das natürlich alles nichts heißen, zumal es auch beim Club nicht nach Wunsch läuft: Nürnberg ist nur Mittelmaß in der Zweiten Liga und hat gerade gegen Regensburg in der 94. Minute einen Dreier verschenkt.

SC Verl : Holstein Kiel (18.30 Uhr)

Der SC Verl fiebert als Spitzenreiter der Regionalliga West dem Pokal entgegen. "Es war schwierig, sich auf das letzte Meisterschaftsspiel zu konzentrieren, die Vorbereitungen auf Kiel sind im vollen Gange", sagte SC-Trainer Guerino Capretti nach dem 2:0 gegen Aufsteiger TuS Haltern. In der Auftaktrunde besiegte Verl den Bundesligisten FC Augsburg mit 2:1 - und zwar hochverdient. Caprietti erklärt: "Wir sind derzeit so erfolgreich, weil wir als Team funktionieren. Das, was wir abgeliefert haben, war alles andere als selbstverständlich."

Zweitligist Holstein Kiel hingegen liefert sehr Wechselhaftes ab - zuletzt immerhin ein 2:1 gegen den VfL Bochum, was den Sprung ins Zweitliga-Mittelfeld bedeutete. Interimstrainer Ole Werner war vor der Partie zum Chef befördert worden und hat nun sein erstes K.o.-Spiel.

Werder Bremen - 1. FC Heidenheim (18.30 Uhr)

Mit Spektakel kennen sich diese beiden Teams aus. Die Bremer lieferten sich gerade erst beim 2:2 in Leverkusen ein wildes Spiel ab, das statt 2:2 durchaus auch 4:4 hätte ausgehen können. Apropos 4:4: Diesen sensationellen Zwischenstand schaffte Heidenheim im vergangenen Pokaljahr im Viertelfinale bei Bayern München - und das nach 2:4-Rückstand. Am Ende duselten sich die Münchener dann aber doch noch durch einen Lewandowski-Elfmeter zum 5:4, aber der "1. FC Schnatterer" hat gezeigt, zu was er an besonderen Tagen in der Lage ist.

Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach (20.45 Uhr)

Zum dritten Mal trifft der BVB in der zweiten Runde auf die Gladbacher, die beiden bisherigen Begegnungen gewann die Elf vom Niederrhein. Auch jetzt spricht wieder enorm viel für den aktuellen Bundesliga-Spitzenreiter, der beim 4:2 gegen Eintracht Frankfurt bewies, dass er extrem widerstandfähig geworden ist. Trainer Marco Rose droht: "Wir werden alles reinwerfen, um eine Runde weiterzukommen." Am Dienstag gab der Coach bekannt, dass er auf Breel Embolo (Muskelfaserriss) und Tony Jantschke (Zerrung) verzichten muss.

Dass will zwar auch Dortmund, das zuletzt den Ligavergleich gegen die Fohlen mit 1:0 gewann. Beim 0:0 auf Schalke zeigte sich aber eine komplett mut- und offensiv ideenlose Mannschaft, die so wirkt, als würde sie eine extreme Last mit sich herumtragen. Manche sind der Ansicht, dass diese Last Lucien Favre sei, aber gegen eine Trainerdiskussion wehrt sich Sportchef Michael Zorc bislang vehement. Eine Personalie: Mario Götze könnte trotz seiner Handverletzung (Haarriss in der Elle und Bänderdehnung) zum Einsatz kommen.

Fortuna Düsseldorf - Erzgebirge Aue (20.45 Uhr)

Sieben Punkte nach neun Spielen sind langfristig gesehen eine ziemlich sichere Abstiegsbilanz. Bei der Fortuna kommt erschwerend hinzu, dass der Trend bei den gezeigten Leistungen abwärts zeigt - Tiefpunkt zuletzt das 0:2 bei Schlusslicht Paderborn.

Fortuna Düsseldorf mit unzufriedener Körpersprache im Spiel gegen Paderborn

Auch Aue geht mit einer Enttäuschung in das Pokalduell, allerdings auf ausgesprochen erträglichem Niveau: Trotz des 0:1 in Darmstadt haben die Erzgebirgler noch direkten Kontakt zu den Zweitliga-Aufstiegsplätzen.

Hertha BSC - Dynamo Dresden (20.45 Uhr)

Die Hertha hat sich von Pal Dardai getrennt, weil es endlich mal mehr als Mittelmaß und Schema-F-Fußball sein sollte, doch verändert hat sich unter Ante Covic: nichts. Man könnte den Berlinern allenfalls zugute halten, dass sie wie zuletzt beim 2:3 in Hoffenheim inzwischen etwas schöner verlieren.

Doch sowas will nach dem Pokalspiel gegen Dresden natürlich niemand hören, zumal die Dynamos durch ihr 0:1 gegen Bielefeld auf den vorletzten Rang der Zweiten Liga gestürzt sind. Trotzdem wollen rund 30.000 Fans ihr Team in die Hauptstadt begleiten. Covic warnt: "Diese Pokalrunde ist sehr gefährlich, weil der Gegner mit einem einzigen Spiel einen Stimmungswechsel schaffen kann." Er glaubt aber: "Auf diese Gefahr sind wir vorbereitet und werden sehr konzentriert an diese Aufgabe herangehen."

FC St. Pauli - Eintracht Frankfurt (20.45 Uhr)

Den Abstiegsplätzen näher als den Top-Drei - nicht erst seit dem 0:1 gegen Heidenheim hinkt der FC St. Pauli den eigenen Ansprüchen in der Zweiten Liga hinterher. Bitter, dass die Hamburger nun auch noch wochenlang auf Christopher Buchtmann verzichten müssen, der einen Innenbandanriss im Knie erlitten hat.

Personalprobleme hat aber auch Eintracht Frankfurt, beim 2:4 in Gladbach fehlten die Angreifer Bas Dost und Andre Silva, ihre Rückkehr zum Pokalspiel ist fraglich.

DFB-Pokal - die schönsten Tore aus Runde eins Sportschau 28.10.2019 03:05 Min. Verfügbar bis 27.10.2020 Das Erste

red | Stand: 30.10.2019, 08:30

Darstellung: