Pokal-Aus für Wolfsburg - Münster in der 2. Runde

Mark van Bommel wechselt Sebastiaan Bornauw und Admir Mehmedi ein

DFB-Sportgericht

Pokal-Aus für Wolfsburg - Münster in der 2. Runde

Die Entscheidung ist gefallen: Das DFB-Sportgericht gibt Preußen Münsters Einspruch statt. Die Preußen sind nach dem Wolfsburger Wechselfehler im Pokal eine Runde weiter.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gab am Montag (16.08.2021) nach einer mündlichen Verhandlung in Frankfurt/Main dem Einspruch des Regionalligisten gegen die Wertung der Erstrundenpartie statt. Das Spiel wurde laut Sportgericht mit 2:0 für Preußen Münster gewertet.

Wolfsburgs Cheftrainer Mark van Bommel hatte in der Begegnung am 8. August in Münster insgesamt sechs Spieler eingewechselt. Dreimal hatte der Niederländer während der regulären Spielzeit ausgewechselt, drei weitere Profis kamen in der Verlängerung hinzu. Nach den DFB-Statuten ist das nicht erlaubt. Demnach hätte Admir Mehmedi nicht mehr für Maximilian Philipp eingewechselt werden dürfen.

Sechs Wechsel bei der EM und Olympia erlaubt

Dem Champions-League-Teilnehmer waren die entsprechenden Bestimmungen des DFB offenbar nicht bekannt. In dem entsprechenden Paragrafen 31 heißt es: "Während des Spiels dürfen fünf Spieler ausgetauscht werden. Eine darüber hinaus gehende zusätzliche Auswechslung bei Spielen mit Verlängerung ist nicht zulässig."

Eine andere Regelung galt bei der EM und beim olympischen Fußball-Turnier mit sechs erlaubten Wechsel im Falle einer Verlängerung. Die Entscheidung des DFB-Sportgerichts ebnete Preußen Münster nicht nur den Weg in die zweite Pokal-Runde am 26./27. Oktober. Zugleich bescherte der Richterspruch dem Viertligisten eine fixe Prämie von rund 257.000 Euro.

Sportgericht wirft Wolfsburg aus dem DFB-Pokal

Sportschau 16.08.2021 00:54 Min. Verfügbar bis 16.08.2022 ARD


DFB: "Bitterste Entscheidung"

"Das ist die bitterste Entscheidung, die man als Sportgericht fällen kann. Es blieb uns kein weiterer Spielraum", sagte Stephan Oberholz, stellvertretender Vorsitzender des DFB-Sportgerichtes, nach der fast fünfstündigen Verhandlung in Frankfurt/Main. Die Verantwortlichen des VfL hätten "leichtfertig" gehandelt und ihre "Grundpflichten gravierend verletzt. Für die Ein- und Auswechslung der Spieler ist jeder Verein selbst verantwortlich."

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Die Wolfsburger können innerhalb der nächsten 24 Stunden Berufung einlegen. Sie hatten auf ein Wiederholungsspiel gehofft. "Dass wir einen Fehler gemacht haben, ist vollkommen klar. Aber der Sachverhalt war komplex", sagte VfL-Geschäftsführer Tim Schumacher, der sich "enttäuscht" über das Urteil zeigte.

Gleicher Fauxpas 2004

Es ist nicht das erste Mal, dass der VfL Wolfsburg per Entscheidung am Grünen Tisch aus dem DFB-Pokal ausscheiden musste. Im Jahr 2004 hatten die Niedersachsen ihren Neuzugang Marian Hristov eingesetzt, obwohl der nach einer Roten Karte für seinen ehemaligen Verein 1. FC Kaiserslautern noch gesperrt war.

Die Wolfsburger wollen aus dem Wechsel-Fauxpas beim Pflichtspiel-Einstand von van Bommel die Lehren ziehen. "Dies ist ausgesprochen ärgerlich, aber leider nicht mehr rückgängig zu machen", hatte Jörg Schmadtke, Geschäftsführer Sport des VfL, nach der Panne gesagt und angekündigt, dass man dafür Sorge tragen werde, "dass so etwas künftig nicht mehr passiert".

dpa/red | Stand: 16.08.2021, 19:21

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