FC Bayern will Revanche vor den "Wochen der Wahrheit"

Szene aus dem Bundesligaduell: Herthas Salomon Kalou gegen Münchens Niklas Süle (l.)

DFB-Pokal-Achtelfinale

FC Bayern will Revanche vor den "Wochen der Wahrheit"

Vor den "Wochen der Wahrheit" geht es für den FC Bayern München im Pokal-Achtelfinale bei Hertha BSC auch um Wiedergutmachung. Auch deshalb droht den Berlinern die nächste Enttäuschung in ihrer eher desaströsen Pokalhistorie. Oder etwa doch nicht?

Im Spätsommer war die Welt des FC Bayern München noch völlig in Ordnung. Nach fünf Spieltagen thronte das Team von Trainer Niko Kovac wie gewohnt an der Spitze der Fußball-Bundesliga. Doch dann ging es Ende September zu Hertha BSC. Die Bayern verloren mit 0:2, und sie verloren auch das nächste Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. In den folgenden Wochen lief es durchwachsen beim Rekordmeister, der dann erst Anfang Dezember wieder in die Spur fand. Die Tabellenspitze eroberten die Bayern aber seitdem nicht mehr.

Liverpool wartet schon

Jetzt geht es im Pokal-Achtelfinale erneut zu Hertha BSC (ab 20.15 Uhr live im Ersten und im Livestream bei sportschau.de), und der Branchenprimus sinnt auf Revanche und Wiedergutmachung. Nicht nur für die Niederlage in Berlin, sondern auch für die jüngste Pleite in der Liga in Leverkusen. Eine neuerliche Niederlage wäre fatal, denn sollte es nicht mehr zur Meisterschaft reichen, was bei sieben Punkten auf Borussia Dortmund möglich ist, gäbe es im Mai keinen nationalen Titel zu bejubeln. Und in der Champions League steht im Achtelfinale mit dem FC Liverpool ein Hochkaräter vor der Tür. Verspielen die Bayern alle drei Titel oder tanzen sie weiter auf drei Hochzeiten? "Wochen der Wahrheit" nennt man so etwas im Fußball-Jargon.

Neuers Einsatz fraglich

"Wir haben noch etwas gutzumachen", sagt auch Kovac und stellt klar: "Es gibt nur einen Plan: Das Spiel zu gewinnen." Und er gab nach der jüngsten Pleite auch gleich die Marschrichtung vor: "Wir müssen die Fehler abstellen und 90 Minuten defensiv arbeiten. Das Umschaltspiel und die Verteidigung müssen besser werden."

Ausgerechnet jetzt bangt Kovac um Torwart Manuel Neuer. Der hatte sich vergangene Woche am rechten Daumen verletzt und wurde beim 1:3 in Leverkusen durch Sven Ulreich ersetzt. Über einen Einsatz wird kurzfristig entschieden. "Manuel will sofort spielen, aber wir haben noch nicht das Go der Ärzte", erklärt Kovac.

Ruf als Angstgegner erarbeitet

Und die Hertha? Einen erneuten Sieg gegen den FC Bayern im Pokal-Achtelfinale hält Trainer Pal Dardai für möglich. "Wenn wir uns richtig reinbeißen, ihren kreativen Spielern keinen Raum lassen und bei uns alle eine gute Tagesform haben, hast du eine Chance", erklärt er. "Wir haben bewiesen, dass wir es können. Natürlich müssen wir einen perfekten Tag erwischen", sagt auch Kapitän Vedad Ibisevic. Unmöglich scheint der Coup nicht. Seit September 2016 hat die Hertha kein Pflichtspiel gegen Bayern mehr verloren. Deshalb hat sie sich ein wenig den Ruf als Angstgegner erarbeitet.

Pleiten, Pech und Pannen im Pokal

Das Finale im eigenen Stadion ist in jeder Saison der große Traum des Hauptstadtklubs. Doch die Pokalhistorie ist eher desaströs. "Zuletzt, in den vergangenen beiden Jahren, habe ich mir das Pokalfinale nicht mehr angetan. Es ist ein großartiges Event. Noch großartiger wäre aber, wenn wir mal dabei wären", sagt Manager Michael Preetz. Seit 1985 findet das Endspiel in Berlin ohne Beteiligung der Hertha-Profis statt - eine unsagbar lange Durststrecke.

Einzig die Amateure des Klubs hatten es 1993 ins Finale geschafft und dort gegen Leverkusen verloren. Für die Profis war das eher eine Demütigung. Die erlebte der Klub auch 2001. Da schaffte es der damalige Regionalligist Union Berlin ins Finale gegen Schalke. Unvergessen ist auch die Achtelfinale-Niederlage 1998 gegen Tennis Borussia Berlin. Peinliche Pokal-Pleiten kassierte Hertha seit 1985 unter anderem gegen Gütersloh, Jülich, Stendal, Wuppertal und Worms.

Stand: 06.02.2019, 08:30

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