Heidenheims kleine Sensation gegen Leverkusen

Jubel beim FC Heidenheim

1. FC Heidenheim - Bayer Leverkusen 2:1

Heidenheims kleine Sensation gegen Leverkusen

Von Jo Herold

Heidenheim ist der jüngste Bayernsieger-Besieger: Der 1. FC hat im Pokal-Achtelfinale Bundesligist Leverkusen bezwungen. Bayer hatte wenige Tage zuvor Rekordmeister Bayern München besiegt.

Die Treffer beim 2:1 (0:1) am Dienstag (05.02.2019) erzielten für Heidenheim Nikola Dovedan (47. Minute) und Maurice Multhaup (52.), nachdem Julian Brandt Leverkusen vor der Pause (44.) in Führung geschossen hatte. "Das war viel zu schlampig von uns", sagte Ersatzkapitän Julian Baumgartlinger selbstkritisch nach der Partie und Torschütze Brandt monierte: "Das ist sehr enttäuschend, aber ich habe aufgrund unserer Leistung in der zweiten Hälfte selten eine Niederlage erlebt, die so verdient war."

Heidenheim erwartete in der ersten Halbzeit die Leverkusener Angriffe mit zwei Viererketten dicht vor und am eigenen 16-Meter-Raum. Das stellte die gegenüber dem Ligasieg gegen Bayern München auf fünf Positionen veränderte Leverkusener Mannschaft vor Probleme. Leverkusen war defensiv kaum gefordert, offensiv aber ohne Durchschlagskraft.

1. FC Heidenheim gegen Bayer 04 Leverkusen - die Zusammenfassung Sportschau 05.02.2019 08:39 Min. Verfügbar bis 05.02.2020 Das Erste

Die Heidenheimer Angriffsbemühungen waren durchweg harmlos, Bayer hatte besonders in der ersten Hälfte keine Probleme, sich in den Zweikämpfen zu behaupten. Dementsprechend dauerte es bis zur 36. Minute, bis überhaupt der erste Torschuss aufs Tor zu sehen war: Heidenheims Arne Feick zog mit links von der Strafraumgrenze ab, mit dem Kullerball hatte Lukas Hradecky im Tor der Gäste dennoch keine Probleme.

Julian Brandt: "Zwei verschiedene Halbzeiten gespielt"

Sportschau 05.02.2019 01:21 Min. Verfügbar bis 05.02.2020 ARD

Einmal den Pfosten zur Übung, dann der Treffer

Im Gegenzug fast das 0:1: Leon Bailey steckte den Ball schön rechts in den Strafraum auf den einlaufenden Brandt, der das feine Zuspiel mit dem rechten Fuß direkt verwertete: Pfosten. Kurz vor der Pause zeigte Brandt mehr Treffsicherheit - diesmal mit seinem linken Bein: Charles Aranguiz brachte seinen Offensivkollegen mit einem Traumpass aus dem Mittelfeld halblinks in Position, Brandt lief durch bis in den Strafraum und schoss durch die Beine des Heidenheimer Keepers Müller ein zur bis dahin verdienten Führung.

Überraschender Ausgleich nach der Pause

Kurz nach der Pause der überraschende Ausgleich: Nach einem öffnenden Pass setzte sich Heidenheims Angreifer Dovedan gegen den nur begleitenden Aleksandar Dragovic stark durch, ließ den österreichischen Landsmann mit einer geschickten Körperdrehung stehen und schlenzte den Ball flach vorbei an Hradecky links ins Eck zum umjubelten 1:1. (48.)

Drei Minuten später um ein Haar der nächste Treffer der Gastgeber: Nach einem Konter stand Multhaup allein vor Hradecky, knallte aber den vom plötzlich stark agierenden Dovedan exakt von links zugespielten Ball an die Unterkante der Latte - die glasklare Chance zur Führung war nervös vertan.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt war ein Klassenunterschied nicht mehr zu erkennen. In der 71. Minute hatte Leverkusens Coach Peter Bosz genug gesehen: Mit Karim Bellarabi und Kevin Volland brachte der Niederländer seine Premiumstürmer. Aber Heidenheims Pläne waren anders.

Multhaup schießt Heidenheim in Führung

Als Volland und Bellarabi keine 60 Sekunden auf dem Platz gestanden hatten, erzielte Multhaup das 2:1: Bellarabi verhinderte Feicks Hereingabe von rechts nicht, Wendell verlor den Kontakt zu Multhaup, der den Ball über die Linie drückte.

"Die Brust wurde größer, das Stadion war da und wir sind froh, dass wir so einen Gegner schlagen konnten. Deswegen darf man heute mal feiern", sagte Heidenheims Trainer Frank Schmidt.

In der Schlussviertelstunde warf Leverkusen alles nach vorne, Heidenheim verteidigte tapfer bis zum Schlusspfiff. Heidenheims Tormann Kevin Müller klärte in der 90. Minute mit einer lautstark von den Fans bejubelten Fußabwehr gegen einen Schuss von Bellarabi - die letzte Leverkusener Chance der Partie. Den Schlusspunkt setzte Heidenheims Glatzel, der in der Nachspielzeit Hradecky mit einem strammen Fernschuss prüfte, aber nicht überwand. Heidenheim spielt nun das Pokalviertelfinale am 2./3. April.

In der 2. Liga tritt Heidenheim am Sonntag in Darmstadt an, Leverkusen muss in der Bundesliga bereits am Freitag in Mainz ran.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2018/2019

Dienstag, 05.02.2019 | 18.30 Uhr

Wappen 1. FC Heidenheim

1. FC Heidenheim

Ke. Müller – Busch, Mainka, Theuerkauf, Feick (84. R. Strauß) – Multhaup, Griesbeck, Dorsch (82. Thomalla), Thiel (78. Beermann) – Dovedan, Glatzel

2
Wappen Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen

Hradecky – Weiser, Jedvaj, Dragovic, Wendell – Baumgartlinger – Ch. Aranguiz (90.+1 Thelin), Brandt – Bailey, Alario (71. K. Volland), Paulinho (71. Bellarabi)

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Brandt (44.)
  • 1:1 Dovedan (47.)
  • 2:1 Multhaup (72.)

Strafen:

  • gelbe Karte Dorsch (1 )
  • gelbe Karte Dragovic (1 )
  • gelbe Karte Baumgartlinger (1 )

Zuschauer:

  • 11.400

Schiedsrichter:

  • Robert Hartmann (Wangen im Allgäu)

Stand der Statistik: Dienstag, 05.02.2019, 20:26 Uhr

Stand: 05.02.2019, 20:48

Der 1. FC Heidenheim in den Medien

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