DFB-Pokal - Erneut Wirbel um den Videobeweis

Ein Pfiff, viele Meinungen - der Elfmeter zum Bayern-Sieg Sportschau 25.04.2019 02:06 Min. Verfügbar bis 25.04.2020 Das Erste

Umstrittener Elfmeter

DFB-Pokal - Erneut Wirbel um den Videobeweis

Elfmeter oder nicht? Und hätte nicht der Video-Assistent eingreifen müssen? Im DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Bremen und den Bayern am Mittwoch (24.04.2019) drehte sich mal wieder alles um den Videobeweis.

Angesichts der hitzigen Diskussionen über die Schlüsselszene des Abends rückte Bayern Münchens 3:2 (1:0)-Sieg im Halbfinal-Kracher des DFB-Pokals bei Werder Bremen erst einmal in den Hintergrund. Vor allem im Lager der Grün-Weißen sorgte der fragwürdige Foulelfmeter, den Bayerns Robert Lewandowski verwandelte (80. Minute), für Kopfschütteln.

"Das ist lächerlich. Wenn das ein Elfmeter ist... Wozu haben wir den Videobeweis? Wenn er das nicht sieht, können wir ihn wieder abschaffen", sagte Werders Kapitän Max Kruse am ARD-Mikrofon.

Video-Assistent greift nicht ein

Auch ARD-Experte Stefan Kuntz war erstaunt. "Viel zu wenig für einen Elfmeter" und eine "extrem strittige Entscheidung" sei das gewesen. Zuvor hatte sich schon ARD-Reporter Tom Bartels festgelegt: "Kein Elfmeter." Werder-Verteidiger Theodor Gebre Selassie hatte Kingsley Coman im Strafraum leicht mit dem Ellbogen berührt, der Franzose fiel daraufhin und holte so den Strafstoß heraus.

Genau wie Kruse wunderte sich auch Kuntz vor allem darüber, dass Schiedsrichter Daniel Siebert sich die Szene nicht noch einmal auf dem Monitor anschaute. "Warum geht er nicht raus und schaut es sich an? Da hätte ich mir gewünscht, dass man es zumindest überprüft", sagte Kuntz im ARD-Studio. Doch das tat Siebert nicht, und auch vom Video-Assistenten gab es keinen Hinweis.  

Müller und Kruse äußern sich zum Elfmeter Sportschau 24.04.2019 04:13 Min. Verfügbar bis 25.04.2020 Das Erste

"Im Leben kein Elfmeter"

Fakt ist, dass der Video-Schiedsrichter dem Referee nur dann eine Überprüfung empfehlen darf, wenn dessen Entscheidung klar und offensichtlich falsch ist. Der Schiedsrichter darf natürlich auch von sich aus die Szene noch einmal überprüfen.

"Wenn er sich das angeguckt hätte, hätte er, glaube ich, nicht gepfiffen", sagte Bremens Trainer Florian Kohfeldt: "Neun von zehn Schiedsrichtern hätten da nicht gepfiffen." Und Sportchef Frank Baumann sagte: "Da gibt es keine große Diskussion. Das war im Leben kein Elfmeter."

Kohfeldts Groll auf Robert Kampka

Kohfeldts Ärger richtete sich weniger gegen Schiedsrichter Siebert, der nach kurzer Rücksprache mit seinen Assistenten bei der Entscheidung blieb, als vielmehr gegen den Video-Assistenten Robert Kampka. Der hätte stärker intervenieren müssen, meinte der Werder-Coach. "Ich bin normal ein großer Freund des Videobeweises, aber mit diesem Elfmeterpfiff könnte ich besser leben, wenn es keinen Videoschiedsrichter gegeben hätte", sagte Kohfeldt.

Frank Baumann: "Definitiv kein Elfmeter"

Sportschau 24.04.2019 02:47 Min. Verfügbar bis 24.04.2020 ARD Von Axel Pusitzky

Die Bayern sahen das alles naturgemäß anders. "Er schiebt ihn mit Nachdruck, und Kingsley ist jetzt keiner, der sich fallen lässt", sagte Thomas Müller: "Durch den Videobeweis bekommt der Schiedsrichter ja mit, ob es elfmeterwürdig ist." Auch Bayern sTrainer Niko Kovac sah einen "Push mit dem Ellbogen", äußerte jedoch auch Verständnis:  "Das ist eine harte Entscheidung, Wenn er ihn nicht pfeift, können wir uns nicht beklagen."

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red/dpa | Stand: 25.04.2019, 11:10

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