Pokalsieg gegen Bayern - Frankfurt gelingt die Sensation

Bayern München - Eintracht Frankfurt 1:3

Pokalsieg gegen Bayern - Frankfurt gelingt die Sensation

Von Olaf Jansen

Die Sensation im DFB-Pokal ist perfekt: Eintracht Frankfurt schlägt den Top-Favoriten Bayern München und setzt sich im Berliner Olympiastadion die Krone auf. Matchwinner war Ante Rebic.

Jubel bei Eintracht Frankfurt

Jubel bei Eintracht Frankfurt

Ante Rebic hat Eintracht Frankfurt zur Sensation geschossen: Der kroatische Mittelstürmer der Eintracht erzielte beim 3:1- (1:0)-Finalsieg über Bayern München zwei Treffer der Frankfurter. Robert Lewandowski hatte zwischenzeitlich für den Top-Favoriten ausgleichen können. Mijat Gacinovic setzte in der letzten Minute mit dem 3:1 den Deckel drauf. Damit verpassten die Bayern nach dem Aus in der Champions League auch das deutsche Double. Und die Eintracht triumphierte erstmals seit 1988 wieder im DFB-Pokal.

"Ein Traum", jubelte nach dem Spiel Eintracht-Spielgestalter Kevin-Prince Boateng mit Tränen in den Augen: "Ich habe letzte Nacht von diesem Triumph geträumt. Jetzt ist er wahr geworden." Verteidiger Marco Russ ergänzte: "Man hat gesehen, dass man mit Herz und Willen gegen eine Über-Mannschaft wie Bayern bestehen kann." Bayern-Sportdirektor Hassan Salihamidzic meinte: "Wir hätten kurz vor Schluss einen Elfmeter kriegen müssen. Aber da kann man nichts machen. Wir haben vorher zu viele Chancen ungenutzt gelassen."

Lewandowski trifft die Latte

Kaum hatte das Heeres-Musikcorps der Bundeswehr knapp zwei Stunden vorher im Berliner Olympiastadion die Nationalhymnen gespielt und Schiri Felix Zwayer die Partie um 20 Uhr angepfiffen, ging die wilde Fahrt auch schon los. Der FC Bayern hatte gleich mehr Ballbesitz, doch die Frankfurter störten von Beginn an früh.

Erst einmal mussten sie allerdings eine frühe Schrecksekunde überstehen, als Robert Lewandowski in der 9. Minute einen direkten Freistoß aus knapp 20 Metern an die Unterkante der Latte des Frankfurter Tores setzte. Eintracht-Keeper Lukas Hradecky wäre chancenlos gewesen.

Rebic trifft für Frankfurt ins Netz

Ante Rebic, Eintracht Frankfurt

Jubel um Ante Rebic

Die Hessen ließen sich aber nicht beirren und pressten weiter punktuell schon tief in der Hälfte der Bayern - und das sollte sich früh bezahlt machen. In der 11. Minute störte Mittelstürmer Ante Rebic Bayerns Kolumbianer James Rodriguez 30 Meter vor dem Tor der Bayern.

James verlor die Kugel, Frankfurts Spielgestalter Kevin-Prince Boateng steckte gleich durch zum gestarteten Rebic und der ließ Sven Ulrich im Tor des Meisters mit einem trockenen Abschluss aus 18 Metern ins linke untere Eck keine Chance. Auch Mats Hummels und Niklas Süle hatten den kroatischen Torjäger der Eintracht nicht mehr aufhalten können. Der krasse Außenseiter führte.

Bayern vergeben ihre Chancen

Die Bayern reagierten mit vehementen Angriffen. Inszeniert von James und Javi Martinez rollten nun immer wieder regelrechte Bayern-Lawinen auf die Eintracht-Abwehr zu und natürlich kam der Bundesliga-Dominator zu Chancen. Thomas Müller hatte in der 18. Minute Pech mit einem Kopfball, der nur hauchdünn am langen Pfosten vorbeizischte. Sechs Minuten später flankte Müller von rechts und in der Mitte war es diesmal Joshua Kimmich, der einen Kopfball freistehend nicht im Ziel unterbrachte. Und auch Lewandowski durfte nochmal: Nach einem Bayern-Konter über Ribery und Müller war er frei vor Hradecky, lupfte die Kugel aber am Kasten vorbei.

Das war es aber dann im ersten Abschnitt für die Bayern, die kurz vor der Halbzeit beinahe das 0:2 hätten hinnehmen müssen. Doch nach Rebics Klasse-Vorarbeit verlor Jonathan de Guzman wenige Meter vor dem Bayern-Tor das Gleichgewicht und versemmelte so die beste Frankfurter Gelegenheit seit dem Führungstreffer. Mit 1:0 für Frankfurt ging es in die Pause.

Lewandowski gelingt der Ausgleich

Die Stimmung in Berlin blieb auch zur zweiten Hälfte super, wenngleich diese nicht pünktlich beginnen konnte. Beide Fanlager hatten jede Menge Pyrotechnik mit in die Arena geschmuggelt und lieferten sich nun erst einmal ein Feuerwerk-Duell. Als sich der Rauch verzogen hatte, konnte auch der Bayern-Sturmlauf Teil zwei Fahrt aufnehmen.

Und er führte schon bald zum Erfolg: Süle schickte in der 53. Minute Kimmich auf links los, dessen Rückgabe fand Lewandowski, der aus elf Metern einschieben konnte - 1:1. 60 Sekunden später fast die Bayern-Führung, als wieder Kimmich rechts durch war, sein Querpass aber Zentimeter an der Torlinie vorbei trudelte.

Eintracht erholt sich

Erstaunlich: Im Anschluss verflachten die Bayern-Bemühungen etwas - vielleicht hatten sie auch mehr Kraft gekostet, als auf den ersten Blick sichtbar. Die Frankfurter jedenfalls kamen zurück ins Spiel, hätten nach einer Eckballserie um die 60. Minute herum sogar wieder in Führung gehen können. Die dickste Chance des Schlussdrittels blieb dann aber doch wieder den Bayern vorbehalten: Lewandowski sprang beherzt in eine James-Flanke, drückte die Kugel aber um Zentimeter am Eintracht-Kasten vorbei (77.). Kurz darauf wackelte wieder das Frankfurter Aluminium: Hummels setzte einen Kopfball nach Ecke an die Querlatte.

Rebic sorgt für die Sensation

Und es passierte das, was eigentlich niemand mehr erwarten konnte: Nach einem Zweikampf im Mittelfeld, den Boateng für sich entschied, sprang die Kugel ins Frankfurter Sturmzentrum, wo sich Rebic energisch gegen Hummels durchsetzte und am herausstürzenden Ulreich vorbei zum 2:1 einschoss. Als die Bayern in der Schlussphase alles nach vorn warfen und auch Keeper Ulreich mit im Eintracht-Strafraum war, vollendete Gacinovic in der Nachspielzeit einen Konter zum 3:1.

VfB nicht in der Europa League

Für die Vergabe der internationalen Plätze in der nächsten Saison bedeutet das: Eintracht Frankfurt startet in der Europa League, RB Leipzig muss dort von Beginn an in die Qualifikationsspiele. Und der VfB Stuttgart ist nicht im internationalen Wettbewerb..

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2017/2018

Samstag, 19.05.2018 | 20.00 Uhr

Wappen Bayern München

Bayern München

Ulreich – Kimmich, Süle, M. Hummels, Alaba – Javi Martinez – James Rodriguez, Thiago (64. Tolisso) – T. Müller (70. Coman), Lewandowski, F. Ribéry (87. S. Wagner)

1
Wappen Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt

Hradecky – Abraham, Hasebe, C. Salcedo – da Costa, Willems – Mascarell, de Guzmán (74. M. Russ) – M. Wolf (60. Gacinovic), Rebic (89. Haller) – Boateng

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Rebic (11.)
  • 1:1 Lewandowski (53.)
  • 1:2 Rebic (82.)
  • 1:3 Gacinovic (90.)

Strafen:

  • gelbe Karte C. Salcedo (2 )
  • gelbe Karte Lewandowski (2 )
  • gelbe Karte Hasebe (2 )
  • gelbe Karte Willems (2 )
  • gelbe Karte Coman (1 )

Zuschauer:

  • 74.322

Schiedsrichter:

  • Felix Zwayer (Berlin)

Stand: Samstag, 19.05.2018, 22:04 Uhr

Stand: 19.05.2018, 21:56

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