Sandro Wagner - Back-up mit WM-Ansprüchen

Sandro Wagner

DFB-Pokal-Halbfinale gegen Leverkusen

Sandro Wagner - Back-up mit WM-Ansprüchen

Sandro Wagner will zur WM und ist sicher, dass Bundestrainer Joachim Löw ihn nach Russland mitnehmen wird. Dafür nimmt er im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Leverkusen auch auf der Bank Platz.

Am Wochenende hat Sandro Wagner dazu beigetragen, dass der FC Bayern frisch in das Halbfinale im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen gehen kann. Sein Trainer Jupp Heynckes hatte in der Bundesligapartie gegen Borussia Mönchengladbach eine größere Personalrochade vorgenommen und seinen wichtigsten Spielern eine Pause gegönnt vor dem Pokalspiel gegen Leverkusen. Wagner gehörte zu jenen, die beim 5:1-Sieg stattdessen ran durften. Er tat das sehr eindringlich mit zwei Treffern und einer Torvorlage.

Sieben Treffer für die Bayern

"Die sind total fit jetzt gegen Leverkusen und strotzen vor Selbstbewusstsein", sagte Wagner danach mit Blick auf die Pausierenden, die wohl am Dienstag gegen die Werkself wieder auf dem Platz stehen werden, während er dann stattdessen wohl auf der Bank Platz nehmen wird. An Selbstbewusstsein mangelt es ihm deswegen aber auch nicht. Wagner wusste ja, dass er im Bayern-Angriff das Back-up sein würde für den Polen Robert Lewandowski, als er in der Winterpause von Hoffenheim nach München wechselte.

Seitdem hat er in der Bundesliga sieben Treffer erzielt und das, obwohl er nicht jede Woche zum Einsatz kommt. Anders als jene Stürmer, die mit ihm um eine Platz im deutschen WM-Kader konkurrieren. Zählt man seine vier Treffer für Hoffenheim aus der Hinrunde hinzu, kommt Wagner auf insgesamt elf Treffer in 21 Bundesliga-Spielen. "Ja, auf jeden Fall", sagte er am Samstagabend auf die Frage, ob er auf WM-Kurs sei.

"Langsam nervt's"

Die Frage nach seinen WM-Chancen mag er dabei eigentlich gar nicht mehr hören, weil er sicher ist, dass Bundestrainer Joachim Löw ihn im Sommer mitnehmen wird nach Russland. "Ich hab's verdient", findet er. Genau so wie seine Teamkollegen Thomas Müller und Mats Hummels, die ja auch nicht ständig über ihre Chancen auf einen Platz im DFB-Kader Auskunft geben müssten. "Irgendwie nervt's langsam", sagte Wagner. Auch Bayern-Trainer Heynckes findet, dass sein Lewandowski-Back-up der richtige Kandidat für eine WM-Teilnahmeist. "Ich hoffe", erklärte Heynckes nach der Partie gegen Mönchengladbach, "dass er zur WM geht, denn das hätte er verdient."

Heynckes will seinen letzten sieben Pflichtspielen als Trainer unbedingt noch das Pokal-Endspiel am 19. Mai und das Champions-League-Finale eine Woche später hinzufügen, bevor er auf seinen Hof im Schwalmtal am Niederrhein zurückkehrt. In seiner aktuellen Mannschaft sieht Heynckes einen ähnlichen Geist wie beim historischen Dreifach-Triumph vor fünf Jahren: "Ich denke, dass das jetzige Team und der Kader auf einem ähnlichen Weg ist." Wagner, der seine Rolle, die sie ihm in München zugedacht haben, bedingungslos angenommen hat, ist deswegen ein wichtiger Mann auf dem angestrebten Weg zum Triple.

Lewandowski beim Leckerbissen

Auf dem Weg ins Pokalfinale in Berlin muss dabei jedoch erstmal noch Leverkusen aus dem Weg geräumt werden. In der Liga siegten die bereits als Meister feststehenden Münchner zweimal mit 3:1 gegen Leverkusen. Doch Heynckes ist nicht entgangen, dass die Leverkusener zuletzt stark aufspielten. Es träfen zwei Teams aufeinander, "die einen sehr gepflegten und attraktiven" Fußball spielen, erklärte. Er erwarte einen "Leckerbissen für Fußballkonsumenten".

Auf Seite der Bayern soll dann wieder Lewandowski für die nötige Würze im Angriff sorgen. Wagner wird das interessiert verfolgen und sich bereit halten, sollte sein Einsatz nötig sein. Und wenn nicht? Egal. "Ich bin", sagte Wagner nach der Partie gegen Mönchengladbach, "in der Form meines Lebens."

red/sid/dpa | Stand: 17.04.2018, 08:35

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