Der Aufsichtsratsvorsitzende der DFL Hans-Joachim Watzke (l.) und der DFB-Präsident Bernd Neuendorf

Fußball | DFB DFB: Watzke und Neuendorf sollen Posten in UEFA und FIFA übernehmen

Stand: 13.04.2022 09:53 Uhr

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will sich in den internationalen Gremien neu aufstellen: Hans-Joachim Watzke soll ins UEFA-Exekutivkomitee einziehen, Bernd Neuendorf in den FIFA-Rat. Doch der Personalwechsel wird dauern.

Von Chaled Nahar

Das DFB-Präsidium habe sich in einer außerordentlichen Sitzung bereits am Montag (11.04.2022) einstimmig für die Personalien ausgesprochen, teilte der DFB am Mittwoch mit. Peter Peters sei demnach bereit, seine Position im FIFA-Rat zur Verfügung zu stellen. Rainer Koch hatte dasselbe zuvor für seinen Posten im UEFA-Exekutivkomitee angekündigt. Die Präsidenten von FIFA und UEFA seien über die angestrebten Personalwechsel informiert, teilte der DFB mit.

DFB-Präsident Neuendorf soll dem Beschluss des Präsidiums zufolge den Platz im FIFA-Rat einnehmen, DFL-Aufsichtsratschef Watzke den im UEFA-Exekutivkomitee. Die Neuaufstellung wird allerdings noch bis 2023 dauern.

Personalwechsel wegen Bewerbungsfristen erst 2023 möglich

Ein simpler Wechsel der Personen ist nicht möglich, weil die Sitze im FIFA-Rat und im UEFA-Exekutivkomitee dem DFB nicht generell zustehen. Zwar stellen sich Vertreterinnen und Vertreter auf Vorschlag der Verbände wie des DFB auf dem UEFA-Kongress zur Wahl, gewählt werden aber die Personen. In der UEFA muss deshalb neu gewählt werden, wer im Exekutivkomitee und wer für die UEFA im FIFA-Rat sitzt. Der DFB hätte bei Kandidaturen von Neuendorf und Watzke gute Chancen, aber keine Garantie auf diese Plätze.

Hinzu kommt, dass sich Watzke und Neuendorf erst 2023 zur Wahl stellen können. Die Frist für eine Kandidatur als UEFA-Vertreter im FIFA-Rat endet drei Monate vor dem UEFA-Kongress, die für den Platz im UEFA-Exekutivkomitee zwei Monate vorher. Der Kongress in Wien ist aber für den 11. Mai 2022 geplant, was zu kurzfristig ist - also ist Geduld bis 2023 gefragt.

Peters und Koch bleiben zunächst in den Ämtern

Ursprünglich gewählt waren Peters und Koch bis 2025. Bei den Wahlen zum DFB-Präsidenten beziehungsweise zum Vizepräsidenten mussten beide aber Niederlagen auf dem DFB-Bundestag hinnehmen. Ihre Amtszeit hätten sie theoretisch zu Ende führen können, eine Neu- oder Wiederwahl setzt aber voraus, dass die Personen Teil des DFB-Präsidiums sind.

Rainer Koch (l.) und Peter Peters

Rainer Koch (l.) und Peter Peters

Peters kündigte an, bis Januar 2023 im FIFA-Rat zu verbleiben, um eine Vakanz für den DFB zu vermeiden. Koch sagte der Mitteilung des DFB zufolge, "dass ich zum Jahreswechsel in meinen Beruf zurückkehre und den Weg für eine Neubesetzung meiner Position im Exekutivkomitee der UEFA freimache".

Beide Ämter bieten hohe Einkünfte

Beide Posten werden vergütet. Im UEFA-Exekutivkomitee gibt es rund 160.000 Euro pro Jahr, im FIFA-Rat 230.000 Euro. Zuletzt mussten die DFB-Vertreter Koch und Peters das aber mit ihren DFB-Einkünften verrechnen. Seit dem DFB-Bundestag 2022 gilt eine neue Vergütungsordnung, die diese Deckelung aufhebt.

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