Rainer Koch (l.) und Peter Peters

Fußball | DFB DFB: Schwieriger Personalwechsel in FIFA und UEFA

Stand: 30.03.2022 22:00 Uhr

Rainer Koch und Peter Peters sind beim DFB-Bundestag nicht ins DFB-Präsidium gewählt worden, sitzen aber noch immer für den DFB im UEFA-Exekutivkomitee und im FIFA-Rat. Ein Personalwechsel ist gewünscht - aber nicht ganz einfach.

Von Chaled Nahar

Der neue DFB-Präsident Bernd Neuendorf und der neue DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke machen aus ihrer Meinung zur aktuellen Besetzung in den internationalen Gremien keinen Hehl. Man habe "das Problem erkannt, wir analysieren es schon und werden es lösen", sagte Watzke der "Sport Bild". Neuendorf sagte im "Spiegel": "Rainer Koch und Peter Peters, unsere beiden Vertreter, haben bei den Abstimmungen klar verloren und haben kein Amt im Präsidium mehr. Nun werden wir im Präsidium besprechen, was sich daraus ergibt."

Doch einfach austauschen kann man das Personal nicht, wie ein Blick auf den vorherigen Machtwechsel im DFB zeigt.

Nach Grindels Rücktritt war der DFB in UEFA und FIFA lange ohne Stimme

Die Sitze im FIFA-Rat (Peters) und im UEFA-Exekutivkomitee (Koch) stehen dem DFB nicht generell zu. Zwar stellen sich Vertreterinnen und Vertreter auf Vorschlag der Verbände wie dem DFB auf dem UEFA-Kongress zur Wahl, gewählt werden aber die Personen. Wenn Peters und Koch ihre Plätze räumen würden, müsste in der UEFA neu gewählt werden, wer im Exekutivkomitee und wer für die UEFA im FIFA-Rat sitzt. Der DFB hätte gute Chancen, aber keine Garantie auf diese Plätze. Wie schwierig ein Wechsel ist, verdeutlichte der Rücktritt von Reinhard Grindel.

Grindel verließ einige Tage nach seinem Rücktritt als DFB-Präsident auch die Posten in der UEFA und in der FIFA, die er beide inne hatte. Fortan waren beide Plätze für den DFB vorerst verloren. Die UEFA schickte Frankreichs Noel Le Graet in den FIFA-Rat - und der gab den Sitz nicht mehr her. Der DFB musste bis 2021 auf eine Vakanz für Peters warten.

Im UEFA-Exekutivkomitee war nach Grindels Rücktritt 2019 auch kein schneller Ersatz möglich, sondern erst beim nächsten Kongress im März 2020. Dort kandidierte Koch dann für den Rest von Grindels Amtszeit zunächst bis 2021 erfolgreich, anschließend wurde er wiedergewählt. So war der DFB in den beiden mächtigsten Gremien des Weltfußballs lange ohne eine Stimme.

Bewerbungsfristen können für Schwierigkeiten sorgen

Diesmal ist die Lage eine andere. Der DFB hat einen neu gewählten Präsidenten, keinen frisch zurückgetretenen. Da Personen gewählt werden, könnten Koch und Peters aber grundsätzlich in ihren Ämtern bleiben. Beide sind bis 2025 gewählt. Wenn Neuendorf als Präsident im Gegensatz zu seinem Vorgänger Fritz Keller die beiden Ämter übernehmen will, bräuchte er zunächst eine Verständigung mit Koch und Peters auf deren Rücktritte. Dann hätte er kurzfristig zumindest eine Chance auf den Sitz im UEFA-Exekutivkomitee.

Bernd Neuendorf bei der Wahl des neuen DFB-Präsidenten

Die FIFA verlangt allerdings eine Bekanntgabe von Kandidatinnen und Kandidaten für den FIFA-Rat drei Monate vor dem UEFA-Kongress, der in rund sechs Wochen am 11. Mai in Wien vorgesehen ist. So könnte dem DFB hier eine längere Wartezeit bevorstehen oder man lässt Peters vorerst im Amt. Bei der UEFA gilt nur eine zweimonatige Frist, die laut Statuten "unter Umständen" verkürzt werden kann.

Beide Ämter bieten hohe Einkünfte

Beide Posten werden vergütet. Im UEFA-Exekutivkomitee gibt es rund 160.000 Euro pro Jahr, im FIFA-Rat 230.000 Euro. Zuletzt mussten die DFB-Vertreter Koch und Peters das aber mit ihren DFB-Einkünften verrechnen. Seit dem DFB-Bundestag 2022 gilt eine neue Vergütungsordnung, die diese Deckelung aufhebt.

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Sportschau, 08.03.2022 02:00 Uhr