DFB schlägt Koch und Peters für internationale Gremien vor

Dr. Rainer Koch (l.) und Peter Peters (r.)

Präsidiumssitzung

DFB schlägt Koch und Peters für internationale Gremien vor

Die vermeintlichen Unstimmigkeiten zwischen Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius waren auch bei der DFB-Präsidiumssitzung Thema. Einig war man sich dagegen bei zwei Personalien.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird seine beiden 1. Vizepräsidenten Rainer Koch und Peter Peters für die bedeutenden internationalen Gremien vorschlagen. Dies teilte der Verband am Freitag (23.10.2020) nach einer Präsidiumssitzung mit. Präsident Fritz Keller verzichtet damit wie erwartet darauf, Anspruch auf ein internationales Amt zu erheben. 

"Es war und ist meine Überzeugung: Den deutschen Fußball mit mehr als sieben Millionen Clubmitgliedern kann man nicht als One-Man-Show vertreten. Die nun gewählte Aufstellung folgt dieser Linie", sagte Keller. Stattdessen soll sich Koch beim 55. Ordentlichen Kongress der UEFA im kommenden März als Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees zur Wiederwahl stellen. Peters kandidiert für einen der fünf zu wählenden europäischen Sitze im Rat der FIFA.

"Auch und gerade im europäischen Zusammenhang geht es darum, Breite und Spitze im Sinne des Sports miteinander zu verbinden. Diese Aufgabe zählt zu den großen Herausforderungen der kommenden Jahre", sagte Koch. Er wolle im UEFA-Exekutivkomitee, in dem er seit diesem Jahr sitzt, "die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung des Fußballs mit allen seinen Facetten zu stellen."

DFB will "interne Dissonanzen aufarbeiten"

Natürlich ging es bei der Präsidiumssitzung auch darum, wie mit den Berichten über Unstimmigkeiten zwischen DFB-Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius umzugehen sei. Die Süddeutsche Zeitung hatte darüber ausführlich berichtet.

So soll Curtius seine Teilnahme an der Sitzung am Freitag abgesagt haben, um dem "Wunsch eines Präsidiumsmitglieds" zu folgen, zitierte die SZ aus einer E-Mail von Curtius an seine Gremiumskollegen. Laut SZ soll sich Keller die Auflösung des Vertrages von Curtius wünschen. Nun kam das DFB-Präsidium überein, "die entstandenen internen Dissonanzen schrittweise aufzuarbeiten. Dabei sollen weiterhin die Interessen des Fußballs im Vordergrund stehen und der bereits eingeschlagene Veränderungsprozess fortgesetzt werden."

In einer Meldung, die der DFB anschließend herausgab, wird Keller mit folgenden Worten zitiert: "Ich bin angetreten, um als DFB-Präsident Impulse zu setzen, damit wir den eingeschlagenen Weg des Wandels weiter vorantreiben. In der heutigen Sitzung habe ich meine Vorstellung der Art und Weise der Zusammenarbeit noch einmal klar zum Ausdruck gebracht."

"Ist an uns, Missverständnisse im Sinne des Fußballs zu lösen"

Weiter heißt es dort: "Dass dieser Weg nicht einfach sein wird, und es auf dem Weg in die Zukunft auch zu Kontroversen kommen kann, muss uns allen klar sein. Umso wichtiger ist es, diese Unstimmigkeiten mit offenem Visier zu diskutieren und Schritt für Schritt aus dem Weg zu räumen, um unseren gemeinsamen Zielen näherzukommen. Dass wir dazu in der Lage sind, haben wir heute unter Beweis gestellt."

Curtius sagte, er sei dafür, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen, auch wenn es dabei zu Rückschläge geben könne. "Missverständnisse kommen in jedem Team vor, und es ist an uns, diese schrittweise gemeinsam im Sinne des Fußballs zu lösen."

red/sid/dpa | Stand: 23.10.2020, 16:39

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