DFB richtet Anlaufstelle für geschlechtliche Vielfalt ein

DFB-Zentrale

Ab 1. Januar 2021

DFB richtet Anlaufstelle für geschlechtliche Vielfalt ein

Der Deutsche Fußball-Bund richtet eine zentrale Anlaufstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt ein und hat Nachholbedarf in diesem Bereich eingeräumt.

"Der Sport und sicher auch der Fußball sind leider immer noch Parallelwelten, wenn es um einen unverkrampften Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt geht. Andere Bereiche der Gesellschaft, etwa die Kultur oder die Wirtschaft, sind da weiter als der Fußball", sagte DFB-Vizepräsident Günter Distelrath laut einer Mitteilung vom Mittwoch (16.12.2020). Der Fußball müsse vielfältig und diskriminierungsfrei sein.

DFB-Präsident Fritz Keller sagte im NDR2-Bundesliga-Podcast: "Ich halte den Männer-Fußball für sehr homophob, zu homphob auf jeden Fall. 1994 war Homosexualität noch im Strafgesetzbuch, und die Leute haben es immer noch nicht begriffen! Ich glaube, dass es im Männerfussball immer noch sehr viel zu tun gibt"

Die nationale Kompetenz- und Anlaufstelle soll in Trägerschaft des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD) Anfang Januar 2021 ihre Arbeit aufnehmen. Ansprechpartner ist Christian Rudolph, der diese Funktion bereits im Berliner Fußball-Landesverband ausübt.

"Diverse" Menschen erhalten meistens keine Spielberechtigung

Das Pilotprojekt ist vorerst für 18 Monate vorgesehen. Obwohl der Gesetzgeber seit 2018 den Eintrag "divers" als dritte Option im Personenstandsregister geschaffen hat, erhalten Spieler und Spielerinnen mit diesem Eintrag in 20 der 21 Landesverbände derzeit keine Spielberechtigung. Entsprechende Regelungen in den Landesverbänden müssten noch entwickelt und beschlossen werden, so der DFB.

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dpa/red | Stand: 16.12.2020, 18:00

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