Spiele abgesetzt - SSV Jahn vermutet Teamsitzung als Infektions-Ursache

Beim SSV Jahn Regensburg sind drei weitere Corona-Fälle aufgetreten.

Corona: Überlegungen vor der Abstellungsperiode

Spiele abgesetzt - SSV Jahn vermutet Teamsitzung als Infektions-Ursache

Die Ursache für die vielen Coronainfektionen bei Zweitligist SSV Jahn Regensburg ist weiter offen. Geschäftsführer Christian Keller vermutete eine Teambesprechung und bestätigte der Sportschau, dass mindestens bei sechs Spieler eine Infektion mit der britischen Mutante vorliege. Die kommenden beiden Zweitligaspiele sind abgesetzt. Unterdessen rückt die Abstellungsperiode für Länderspiele in den Blickpunkt.

Sicher ist inzwischen, dass die nächsten beiden Punktspiele der Regensburger in der 2. Liga offiziell von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) abgesetzt worden sind: das Spiel beim VfL Osnabrück am Sonntag (07.03.2021) sowie die Partie gegen SpVgg Greuther Fürth am Samstag (13.03.2021) darauf. Nach acht positiven Coronatests befindet sich die Jahn-Mannschaft seit Montag in Gruppenquarantäne.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Regensburg hatte der Sportschau zunächst mitgeteilt, dass "je nach Letztkontakt" die Quarantäne für einige am 11. März, für andere am 12. März endet. Wie groß welche Gruppe ist, wurde nicht mitgeteilt. Die Zeit, um vor dem Spiel gegen den Aufstiegskandidaten aus Fürth wieder mit der Mannschaft zu trainieren, wäre aber ohnehin knapp.

Regensburgs Geschäftsführer Keller: "Sechs von acht Spielern haben die britische Mutante" Sportschau 04.03.2021 05:43 Min. Verfügbar bis 04.03.2022 Das Erste

Sechs Spieler mit britischer Coronavirus-Mutante angesteckt

Christian Keller, Geschäftsführer des SSV Jahn, erklärte gegenüber der Sportschau, dass sich sechs der acht Infizierten mit der britischen Coronavirus-Mutante B.1.1.7 angesteckt hätten. Bei den anderen beiden Fällen sei die Viruslast so gering gewesen, dass nicht festgestellt werden konnte, ob es sich um die britische Mutante handelt.

Christian Keller, Sportdirektor von Jahn Regensburg

Christian Keller, Sportdirektor von Jahn Regensburg

Er äußerte zudem einen Verdacht, wie es zu den vielen Infektionen kam. Der Ausbruch sei möglicherweise auf eine Mannschaftsbesprechung zurückzuführen. "Es ist eine reine Mutmaßung. Ich kann mir keinen anderen Anlass erklären. Ich weiß es aber nicht. Auch bei Besprechungen halten wir uns aber an die vorgegebenen Regeln", sagte Keller.

Keller: "Hygienekonzept hervorragend"

Keller bewertete das Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga als hervorragend. "Nicht umsonst hat es in elf Monaten keinen einzigen Fall bei uns gegeben. Es gibt aber auch ein Leben außerhalb des Konzeptes. Alle Spieler und Trainer haben auch ein Privatleben, haben da Kontakte, so dass nie eine abschließende Sicherheit hergestellt werden kann", sagte der Geschäftsführer.

Wegen der positiven Tests bei den Regensburgern war das für Dienstag geplante DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Werder Bremen abgesagt worden. Ein neuer Termin ist noch offen.

Die Bremer haben auch in der Bundesliga noch ein Spiel nachzuholen. Die Partie bei Arminia Bielefeld, die wegen heftigen Schneefalls ausgefallen war, ist für Mittwoch (10.03.2021) angesetzt.

DFL beobachtet Entwicklung "in Bezug auf Mutationen"

Die DFL äußerte sich vage zu den Entwicklungen beim Jahn, bei dem erstmals im deutschen Profifußball Infektionen mit der Mutante B.1.1.7 bekannt geworden waren. "Innerhalb der 'Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb' verfolgen wir selbstverständlich dennoch aktuelle Entwicklungen permanent, beispielsweise in Bezug auf Mutationen. Dies dient auch dazu, gegebenenfalls zu reagieren – vor allem für den Fall von erkennbaren Trends", wurde Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer, der bei der Erstellung des Konzeptes federführend war, in einer Mitteilung zitiert.

Vereine warten bei Länderspielabstellungen ab

Bei den Vereinen rückt allmählich die Frage in den Vordergrund, wie sie bei der kommenden Abstellungsperiode des Weltverbandes FIFA für Länderspiele entscheiden sollen, die am Montag (22.03.2021) beginnt. Grundsätzlich sind die Klubs gezwungen, ihre Spieler zu den Nationalmannschaften reisen zu lassen, während der Pandemie gelten aber Ausnahmeregelungen. So darf Profis, die sich nach dem Länderspiel oder nach der Rückkehr zum Klub mindestens fünf Tage in Quarantäne begeben müssten, die Abstellung verwehrt werden.

Da sich die maßgebliche Einschätzung des Robert Koch-Institutes noch ändern kann, welche Länder zum Beginn der Abstellungsperiode etwa als Virusmutantengebiet oder Hochinzidenzgebiet eingestuft werden, warten viele Klubs noch mit ihren Entscheidungen. Es ist aber damit zu rechnen, dass es Reiseverbote geben wird, zumal nach der Länderspielpause die wichtige Schlussphase der Saison beginnt.

bar/dpa | Stand: 03.03.2021, 17:00

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