Zidane tritt als Trainer von Real Madrid zurück

Reals Trainer Zinédine Zidane mit dem Champions-League-Pokal

Nach dem dritten Triumph in der Champions League

Zidane tritt als Trainer von Real Madrid zurück

Zinédine Zidane ist überraschend als Trainer des Champions-League-Siegers Real Madrid zurückgetreten.

Der 45 Jahre alte Franzose war seit Januar 2016 Cheftrainer von Real. Mit Madrid gewann er in zweieinhalb Jahren neun Titel - den letzten am vergangenen Samstag (26.05.2018) in Kiew im Finale der Königsklasse durch ein 3:1 gegen den FC Liverpool.

"Mannschaft braucht einen Wechsel"

"Ich habe die Entscheidung getroffen, nicht mehr als Trainer von Real Madrid weiterzumachen", sagte Zidane auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Donnerstagmittag (31.05.2018): "Es ist ein schwieriger Moment, aber die Mannschaft braucht einen Wechsel, um weiter siegreich zu bleiben. Die Mannschaft benötigt eine neue Ansprache, eine andere methodische Arbeit. Deshalb habe ich die Entscheidung so getroffen."

Vor seinem Engagement beim Starensemble um Cristiano Ronaldo und den deutschen Weltmeister Toni Kroos betreute er die B-Mannschaft der Madrilenen und lernte als Co-Trainer unter Carlo Ancelotti, ehe er befördert wurde. Großartig als Coach beweisen musste er sich nicht und arbeitete nie bei einem anderen Klub. 2017 wurde er FIFA-Trainer des Jahres.

Atemberaubende Karriere auch als Spieler

Schon als Spieler legte Zidane eine atemberaubende Karriere hin und war ein Weltstar. Aufgewachsen im Arbeiterviertel von Marseille führte er Frankreich zum Welt- und Europameistertitel, wurde Weltfußballer und entwickelte sich im Trikot von Juventus Turin und Real zu einer Marke wie heute Ronaldo oder Lionel Messi. Seine aktive Laufbahn endete 2006. Noch bestens im Gedächtnis ist sein Kopfstoß im WM-Finale gegen Italien. Nach der Aktion gegen Marco Materazzi wurde er in Berlin des Platzes verwiesen, aber trotzdem zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt.

Real unter Zidane unberechenbar

Als Trainer ist ihm in der Vergangenheit oftmals vorgeworfen worden, dass er kein taktisches Konzept habe. Doch vielmehr ist es die Flexibilität und der Pragmatismus, den das Spiel unter ihm auszeichnet. Mal Pressing, mal Konterattacken, mal hohes Tempo, mal ruhiges Ballgeschiebe. Die Unberechenbarkeit machte Madrid so gefährlich und brachte unter der Führung von Zidane unter anderem den Gewinn der spanischen Meisterschaft 2017 sowie die Triumphe bei der Klub-WM 2016 und 2017.

Wen Real nun als Trainer verpflichten will, steht noch nicht fest.

sid/dpa | Stand: 31.05.2018, 13:20

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