42-Tore-Party - Der Weg der Bayern ins Finale

42-Tore-Party - Der Weg der Bayern ins Finale

Mit einer denkwürdigen Tor-Party sind die Bayern ins Finale der Champions League spaziert - 42 Mal haben sie in zehn Spielen gegen Kontrahenten wie Tottenham, Chelsea oder Barcelona getroffen. Sportschau blickt auf die Partien zurück, die enorm von Robert Lewandowski und Serge Gnabry geprägt wurden.

Bayerns Weg ins Champions-League-Finale - Marko Marin Niklas Süle im Hinspiel der Gruppenphase

Der Auftakt der Bayern war souverän, aber noch fehlte der Glanz. Beim 3:0 gegen Roter Stern Belgrad am 18. September 2019 stand es bis zur 80. Minute durch ein Tor von Kingsley Coman nur 1:0 für die Mannschaft von Niko Kovac - erst im Endspurt machten Robert Lewandowski und Thomas Müller den 3:0-Erfolg perfekt.

Der Auftakt der Bayern war souverän, aber noch fehlte der Glanz. Beim 3:0 gegen Roter Stern Belgrad am 18. September 2019 stand es bis zur 80. Minute durch ein Tor von Kingsley Coman nur 1:0 für die Mannschaft von Niko Kovac - erst im Endspurt machten Robert Lewandowski und Thomas Müller den 3:0-Erfolg perfekt.

Auch in der Gruppenphase dieser Königsklassen-Saison gab es schon ein historisches Spiel aus Bayern-Sicht. Und wenn man sich dieses 7:2 bei den stolzen Tottenham Hotspur noch einmal vor Augen führt, ist es bis heute unerklärlich, wie Kovac diese Mannschaft im weiteren Saisonverlauf derart entgleiten konnte. Serge Gnabry feierte an diesem Abend mit vier Toren seinen Einzug in die erweiterte Weltklasse, Joshua Kimmich und zweimal Lewandowski machten die Demütigung perfekt.

Erste leichte Entfremdungen zwischen Trainer und Team waren im dritten Gruppenspiel der Bayern erkennbar. Beim krassen Außenseiter Olympiakos Piräus taten sich die Münchener extrem schwer und mussten bis zum Abpfiff um den knappen 3:2-Erfolg zittern. Lewandowski mit seinem nächsten Doppelpack und Corentin Tolisso sicherten letztlich den Dreier.

Nach dem mühsamen ersten Duell war das Rückspiel phasenweise noch deutlich zäher - obwohl erstmals Hansi Flick auf der Bank saß. Die damals noch 70.000 Fans in der Arena wunderten sich über tempoarmes und phantasieloses Spiel nach vorne - ohne Philippe Coutinho und Thiago - aber wieder mit Thomas Müller. Erst in der 69. Minute ging der Rekordmeister durch Lewandowski in Führung, die Münchener wackelten weiter, bis Ivan Perisic eine Minute vor dem Abpfiff alles klar machte - die Bayern siegten 2:0.

Sollte es zu Beginn der Flick-Zeit Zweifel an seiner längerfristigen Zukunft auf der Trainerbank gegeben haben, setzte die Mannschaft mit der Leistung am fünften Gruppenspieltag bei Roter Stern Belgrad international ein erstes dickes Ausrufezeichen für den Coach. Mit 6:0 fegte der FCB die Serben aus dem Stadion, Lewandowski schoss vier Tore, dazu trafen Leon Goretzka und Tolisso.

Sechstes Spiel, sechster Sieg und letztlich eine Tordifferenz von 24:5: Mit dem 3:1 gegen Tottenham rundeten die Bayern eine herausragende Gruppenphase der Königsklasse als beste aller Mannschaften ab. Auch ohne den verletzten Lewandowski war es ein souveräner Auftritt, den Coman, Müller und Coutinho mit ihren Toren abrundeten.

Unglaubliche sechs Monate lagen zwischen Hin- und Rückspiel im Achtelfinale - einmal mit und dann nach dem Corona-Restart ohne Fans. Dass die Bayern gegen den FC Chelsea weiterkommen würden, war allerdings nach dem überragend herausgespielten Auswärts-3:0 im Februar (zweimal Gnabry, einmal Lewandowski) kaum zweifelhaft. Im Rückspiel ließen die Münchner beim 4:1 (wieder zweimal Lewandowski, Perisic und Tolisso) nicht den Hauch von Zweifeln aufkommen.

Das Viertelfinale in nur einem K.o.-Spiel war ein Fußballabend für die Geschichtsbücher, eine Gala, in der die Bayern den FC Barcelona dermaßen zur Verzweiflung brachte, dass die Erfinder des "Tiki Taka" am Ende lange Bälle schlugen. Mit perfektem Hochgeschwindigkeits-Pressing schossen Müller und Coutinho (je zwei Tore), Kimmich, Perisic, Gnabry und Lewandowski die Katalanen aus dem Stadion in Lissabon - Bayern siegte 8:2! Nach diesem Spiel internationalen Beobachtern zu erklären, dass die deutsche Nationalmannschaft einen Thomas Müller nicht mehr braucht: unmöglich.

Gleich nach der berauschenden Barca-Party verwies Flick vorsichtshalber darauf, dass das anstehende Halbfinale wieder bei 0:0 begänne - was er damit meinte, deckte Olympique Lyon sehr schnell auf. Manuel Neuer und der Pfosten sorgten dafür, dass die Partie für Bayern nicht sogar mit 0:2 losging. Erst nachdem die Münchener defensiv ein paarmal ordentlich durchgeschüttelt wurden, lenkten zweimal Gnabry und zwei Minuten vor Schluss auch noch Lewandowski die Partie in die von vielen vorgesehenen Bahnen - 3:0 gegen Lyon, das Finale war eingetütet.

Stand: 21.08.2020, 18:15 Uhr

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