Angeschlagene "Spurs" gegen Bayern unter Druck

Harry Kane (l.)

Champions League, 2. Spieltag

Angeschlagene "Spurs" gegen Bayern unter Druck

Von Olaf Jansen

In der Liga sind sie holprig gestartet, Trainer und Spielmacher werden kritisch beäugt: Tottenham Hotspur steht vor dem Duell mit Bayern München ziemlich unter Druck.

Als das mühsame 2:1 über Southampton am Samstag (28.09.2019) über die Zeit gebracht war, fielen sich Harry Kane und Hugo Lloris erleichtert in die Arme. Top-Angreifer und Keeper der "Spurs" wussten: Dieser scheinbare Pflichtsieg könnte so etwas wie ein Wendepunkt in der bisher wenig berauschenden Saison der Tottenham Hotspur gewesen sein.

Es grummelt im Londoner Norden. Trainer Mauricio Pochettino wird seit geraumer Zeit von Teilen der Fans und den Medien angezählt, Spielmacher Christian Eriksen soll Abwanderungsgelüste hegen.

Nach dem 1:2 in der Liga gegen Leicester und dem peinlichen Pokalaus nach Elfmeterschießen gegen Viertligist Colchester United (3:4) barg die Partie gegen Southampton Potenzial für echte Krisenstimmung. Eine neue Niederlage hätte zweifelsohne für Feuer unterm Baum gesorgt.

Kopf aus der Schlinge gezogen

Und genau darauf lief es hinaus, als Abwehrmann Serge Aurier in der 31. Minute Gelb-Rot sah und Keeper Lloris wenig später mit einer Slapstick-Einlage den 1:1-Ausgleich für Southampton ermöglichte. Doch die "Spurs" zogen den Kopf aus der Schlinge. In Unterzahl markierte Kane vor der Pause die erneute Führung, die das Team im zweiten Abschnitt mit Mann und Maus und viel Herzblut erfolgreich verteidigte.

"Das war Teamgeist pur. Ich bin stolz und glücklich nach diesem Spiel. Spieler und Fans haben einen solchen Sieg wirklich mal verdient", strahlte Pochettino nach dem Match, das die "Spurs" in der Tabelle auf Rang fünf hievte.

Lockerheit ist verloren gegangen

Tottenhams Baustellen: Keeper Lloris unsicher, Spielmacher Eriksen unauffällig, Stürmer Kane meist auf sich allein gestellt. Von der Lockerheit und Dynamik, die das verschworene Team in der vergangenen Saison bis ins Champions-League-Finale führten, war in den vergangenen Wochen kaum etwas zu sehen. Vielleicht hat die Energieleistung gegen Southampton die mentale Blockade, mit der das Team bisher durch die Spielzeit zu reisen scheint, ein wenig gelöst.

Wichtig wäre, dass Pochettinos Jungs nun im Topspiel gegen die Bayern mal wieder so richtig einen raushauen. Zumal ja auch der Start in die Champions-League-Gruppenphase mit dem 2:2 bei Olympiakos Piräus nach 2:0-Führung nicht berauschend verlief.

Stars auf der Bank

Erwartet wird, dass auch gegen die Bayern wieder Tanguy Ndombele und der zuverlässige Harry Winks das defensive Zentrum besetzen werden. Moussa Sissoko und Erik Lamela bliebe also erneut nur ein Platz auf der Bank. Wo sie vermutlich Heung-Min Son treffen, der mutmaßlich erneut Dele Alli den Vortritt wird lassen muss. Ganz vorn stürmt natürlich Kane, der zentral von Eriksen und von rechts von Lucas Moura Unterstützung erhalten soll.

Vor allem offensiv spricht also kaum etwas dagegen, dass die "Spurs" schon bald wieder zu jener Schlagkraft zurückfinden könnten, mit der sie vergangene Saison die Fußballwelt begeisterten.

Tottenhams zu erwartende Aufstellung:
Lloris - Davies, Sanchez, Alderweireld, Aurier - Ndombele, Winks - Moura, Eriksen, Alli - Kane.

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Stand: 30.09.2019, 11:18

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