Der FC Sevilla braucht einen großen Abend

Sevilla-Trainer Montella

Achtelfinale, Rückspiel: Manchester United - FC Sevilla

Der FC Sevilla braucht einen großen Abend

Seit dem Europa-League-Sieg 2016 und dem Weggang von Trainer Emery ist es ruhiger um den FC Sevilla geworden. Das Achtelfinal-Rückspiel bei Manchester United in der Champions League soll der Wendepunkt sein - auch für Trainer Montella.

Als Vincenzo Montella im Dezember 2017 das Traineramt von Eduardo Berizzo beim FC Sevilla übernahm, war der Auftrag klar: Der Italiener sollte den Klub in den Pokalwettbewerben soweit wie möglich führen und vor allem in der spanischen Primera Division wieder unter die Top Vier und damit in die Champions League.

Knapp zweieinhalb Monate später ist Montellas Bilanz durchwachsen. Nach dem 0:2 in der Liga gegen den FC Valencia hat Sevilla mit elf Punkten Rückstand den Kontakt zu Platz vier verloren. Im spanischen Pokal stehen die "Sevillistas" zwar im Finale gegen den FC Barcelona - in die Champions League führt das aber nicht. Bleibt also eigentlich nur die "Königsklasse" selbst, um die Saison noch als erfolgreich zu definieren.

Schwerer Gang zur "Heim-Macht" United

Die Aufgabe ist allerdings nach dem 0:0 im Achtelfinal-Hinspiel gegen Manchester United am Dienstag (13.03.2018) in Old Trafford nicht gerade die leichteste. "Wir wissen genau, dass es ein schweres Auswärtsspiel ist gegen ein Team mit einer Menge Durchschlagskraft", sagte Montella vor der Partie. Das zeigten die Engländer nicht zuletzt beim 2:1 am Wochenende gegen den FC Liverpool, als im Prinzip zwei Chancen zum Sieg reichten. Überhaupt sind die "Red Devils" in dieser Saison zu Hause in 20 Spielen erst drei Mal nicht als Sieger vom Platz gegangen, mussten sich nur dem zurzeit übermächtigen Stadtrivalen City beugen.

Trotzdem glaubt Montella natürlich an die Chance für die Andalusier: "Im Hinspiel haben wir exzellent gespielt. Es müssen mindestens 180 Minuten gespielt werden, also haben wir noch alle Chancen." Tatsächlich sorgten Pablo Sarabia, Luis Muriel und Co. im Hinspiel für einigen Betrieb vor dem United-Tor. 25:6 lautete die Torschussbilanz bei Abpfiff. Nur im Netz landete der Ball nicht.

Probleme vorne und hinten

Ein Grundproblem. Anders als in den erfolgreichen Vorjahren mit den drei Europa-League-Triumphen in Folge zwischen 2014 und 2016 fehlt den Andalusiern die Durchschlagskraft. Von allen spanischen Top-Teams erzielte Sevilla in "La Liga" mit Abstand die wenigsten Tore - und kassierte dazu die meisten. Neben der Durchschlagskraft hat Sevilla seit dem Weggang von Trainer Unai Emery 2016 nach Paris auch an Stabilität eingebüßt.

Montella kennt das Problem. "Es wird auch in Manchester vor allem auf die richtige Balance ankommen", sagt er und will deshalb nicht experimentieren: "In großen Spielen ist es wichtig, sich treu zu bleiben. Man darf seine Spielweise nicht grundsätzlich ändern."

Vierter Anlauf im Achtelfinale

Und groß ist dieses Spiel fraglos. Drei Mal standen die Spanier bisher im Achtelfinale der Champions League. Gegen die "Außenseiter" Fenerbahce Istanbul (2008), ZSKA Moskau (2010) und Leicester City (2017) kam jeweils das Aus. Vielleicht braucht es ja einen großen Erfolg gegen einen großen Klub, um den FC Sevilla wieder richtig auf Kurs zu bringen - und aus einer durchwachsenen Saison doch noch mehr für Verein und Trainer zu machen.

red; sid; dpa | Stand: 13.03.2018, 08:14

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