Manchester United - Vorfreude auf Barca überstrahlt den Rest

Ole Gunnar Solskjaer

Viertelfinale der Champions League

Manchester United - Vorfreude auf Barca überstrahlt den Rest

Von Robin Tillenburg

Auf das Champions-League-Viertelfinale gegen Barcelona (im Live-Ticker bei sportschau.de) freut man sich bei Manchester United. Natürlich will man trotz Außenseiterrolle ins Halbfinale, doch im Hintergrund wird schon an der Zukunft gearbeitet.

Seit einigen Wochen ist schließlich klar: Ole Gunnar Solskjaer darf auch über diese Saison hinaus als Cheftrainer im Old Trafford arbeiten - sein Vertrag läuft bis 2022.

Diese Verlängerung war überfällig, allerdings fiel sie in die bisher erfolgloseste Phase, seit der Norweger im Dezember 2018 zunächst interimsweise übernommen hatte: Von den jüngsten vier Pflichtspielen haben die "Red Devils" nur eines gewonnen (2:1 in der Liga gegen Watford), in FA Cup und Liga gegen Wolverhampton verloren und auch gegen den FC Arsenal eine Niederlage kassiert.

Umbruch steht an - englische Spieler im Fokus

Das hat sicher auch mit dem größeren Verletzungspech des Teams zu tun, ist aber auch eine "normale" Entwicklung. Nach der starken Serie mit elf ungeschlagenen Partien zu Beginn seiner Amtszeit konnte das Team, das unter Vorgänger José Mourinho beinahe durchweg in dieser Saison enttäuscht hatte, ja nicht plötzlich mehrere Klassen besser geworden sein und den Durchmarsch antreten. Gerade in der Defensive machten sich in den vergangenen Partien zunehmend die personellen Schwächen bemerkbar. Bis auf Victor Lindelöf erfüllt dort kaum einer der Spieler die hohen Ansprüche, die man bei Manchester United eben traditionell hat.

Jesse Lingard beim Torerfolg gegen Cardiff City

Soll weiter eine tragende Rolle spielen: Jesse Lingard.

Unter Solskjaer soll für die kommende Saison der Neuaufbau gelingen, dabei könnten aus dem Defensivkonstrukt einige Akteure verschwinden: Marcos Rojo, Matteo Darmian und Antonio Valencia sind nur einige Namen, die auf der Streichliste stehen sollen. Insgesamt soll Solskjaer, so Medienberichte, dabei auch den Fokus auf vielversprechende englische Spieler wie Dortmunds Jadon Sancho, Crystal-Palace-Verteidiger Aaron Wan-Bissaka, West Hams Declan Rice oder die bereits im Kader stehenden Jesse Lingard und den aktuell verletzten Marcus Rashford legen wollen.

"Es musste einfach Barcelona sein"

An all diesen Baustellen wird in Manchester gerade im Hintergrund gearbeitet, vor allem heute Abend und nächste Woche Dienstag sollen sie dort auch bleiben. Denn auf das Duell mit dem großen FC Barcelona freut man sich kollektiv. Es ist das Aufeinandertreffen, das man sich durch die starke Leistung im Rückspiel gegen Paris Saint-Germain im Achtelfinale "verdient" hat - so die Wahrnehmung.

"Es musste einfach Barcelona sein", sagte Solskjaer jüngst, "nach diesen Spielen gieren unsere Fans und der Klub. Wir fahren wieder ins Camp Nou!" In ebendiesem Stadion hatte der Norweger als Aktiver 1999 United zum Champions-League-Triumph gegen den FC Bayern München geschossen.

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Dass ein solcher Erfolg auch am Ende dieser Saison stehen könnte, ist eher unwahrscheinlich. Aber nicht unmöglich. Das Selbstvertrauen und die Freude sind zurückgekehrt, trotz der weniger erfolgreichen letzten Spiele. Der Trainer schürt diese Aspekte - schließlich ist er, wie auch die Spieler betonen, einer der Gründe dafür - ist aber auch realistisch. "Wir haben gegen PSG bewiesen, dass wir auch Topteams schlagen können. Wir können das Ding gewinnen, aber wir brauchen auch Glück."

mit sid | Stand: 10.04.2019, 09:21

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