Paris St. Germain kurz vor der sportlichen Katastrophe

Paris-Trainer Thomas Tuchel

Champions League gegen den FC Liverpool

Paris St. Germain kurz vor der sportlichen Katastrophe

Paris Saint-Germain steht in der Champions League gegen den FC Liverpool schon in der Vorrunde vor dem Aus. Trainer Thomas Tuchel könnte das den Job kosten.

Dass die Aufgabe bei Paris Saint-Germain stressig werden würde, das wusste Tuchel. Der Trainer des französischen Serienmeisters hat keine geringere Aufgabe, als den Klub zum Sieg in der Champions League zu führen. Das ist das erklärte Ziel der Vereinsbosse aus Katar, denen nationale Meistertitel und Pokale egal sind. Doch trotz großer finanzieller Unterstützung ist das bisher noch nicht gelungen. Tuchel sollte das ändern, deshalb wurde er im Sommer geholt.

Doch jetzt droht der Star-Truppe von der Seine das Aus schon in der Vorrunde. Im Duell mit dem von Jürgen Klopp trainierten FC Liverpool steht Paris am Mittwoch (28.11.2018) vor dem vorzeitigen K.o. in der Königsklasse. Das käme für das Ensemble um 222-Millionen-Euro-Mann Neymar und den deutschen Nationalspieler Julian Draxler einer sportlichen Katastrophe gleich - und Tuchel müsste dann wohl auch um seinen Job bangen. Vor ihm waren schon Carlo Ancelotti, Laurent Blanc und Unai Emery an der Aufgabe  gescheitert. Doch selbst die schafften es immer ins Achtel- oder ins Viertelfinale.

"Wäre schwer zu kitten"

Dass er in der Liga nach 14 Spielen noch ungeschlagen ist, wird Tuchel dann wohl nichts nutzen. "Die Risse eines vorzeitigen Ausscheidens, selbst in einer schwierigen Gruppe, wären für Tuchel schwer zu kitten", analysiert die Zeitung "Le Parisien". Laut deren Reporter soll Klubboss Nasser Al-Khelaïfi in diesen Tagen einen recht gestressten Eindruck machen.

Die Spieler sind sich der prekären Lage bewusst. "Wir haben dieses Jahr große Ziele, und das Spiel gegen Liverpool ist vielleicht das wichtigste vor Weihnachten", sagte Julian Draxler. "Eine durchschnittliche Leistung reicht nicht aus. Wir müssen perfekt vorbereitet sein", meinte Kapitän Thiago Silva.

Hoffnungen ruhen auf Neymar und Mbappé

Der FC Liverpool führt die Gruppe C derzeit mit sechs Zählern vor dem punktgleichen SSC Neapel, Paris (5) und Roter Stern Belgrad (4) an. Sollte Saint-Germain bei den "Reds" verlieren und Neapel zeitgleich gegen Belgrad gewinnen, dann wäre Paris raus. Das Hinspiel in Liverpool hatte Paris mit 2:3 verloren, daheim gegen Neapel hatte es nur zu einem 2:2 gereicht.

Tuchel setzt auf die Rückkehr seiner Superstars. Neymar und Kylian Mbappé können gegen Liverpool dabei sein. "Kein Problem, sie werden morgen starten", sagte Tuchel. Die beiden hatten sich in der vergangenen Woche bei Länderspielen ihrer Nationalmannschaften verletzt. "Wir haben uns bisher ein bisschen schwer getan, aber wir sind immer noch im Rennen und haben unser Schicksal selbst in der Hand", sagte Mbappé zur Ausgangslage.

Wichtiges Spiel auch für Liverpool

Auch für die Engländer geht es um viel. Allerdings hätten die "Reds" selbst bei einer Niederlage am letzten Spieltag gegen Neapel vor eigenem Publikum an der Anfield Road noch eine weitere Chance auf den Einzug ins Achtelfinale. In der Liga ist das Klopp-Team nach 13 Spielen noch ungeschlagen und hat nur fünf Gegentore kassiert - beides Klubrekord in der Premier League. Entsprechend forsch äußerten sich Liverpools Profis vor dem Spiel. "Ich habe keine Angst", sagte Abwehrchef Virgil Van Dijk: "Wir haben letztes Jahr das Finale erreicht und wollen das wiederholen. Wir wollen Paris besiegen." 

Auswärts zuletzt schwach

Bangen muss Klopp um den Einsatz des erkrankten Stürmers Sadio Mané. Ein Ausfall des Angreifers aus dem Senegal würde die Offensive um Torjäger Mohamed Salah hart treffen. "So oder so: Wir müssen zeigen, wie gut wir sind", erklärte der frühere Münchner Xherdan Shaqiri. Fakt ist aber auch: Durch das überraschende 0:2 am vergangenen Spieltag in Belgrad haben die "Reds" ihren komfortablen Vorsprung verspielt. Ohnehin zeigte das Team in der Königsklasse bislang zwei Gesichter. Starken Auftritten wie beim 3:2 im Hinspiel gegen Paris folgten Enttäuschungen wie beim 0:2 in Belgrad. Die jüngsten vier Auswärtsspiele in der Königsklasse gingen allesamt verloren - kein gutes Omen für die Partie am Mittwoch.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Mittwoch, 28.11.2018, ab 22.50 Uhr

red/sid/dpa | Stand: 28.11.2018, 10:00

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