Bayern München gegen Piräus - Frustbewältigung oder Fallstrick?

Niko Kovac an der Seitenlinie

Champions League

Bayern München gegen Piräus - Frustbewältigung oder Fallstrick?

Von Robin Tillenburg

Die Stimmung beim FC Bayern München ist angesichts der jüngsten Ligaergebnisse und der Verletzung von Niklas Süle mindestens getrübt. So wird die vermeintlich unspektakuläre Pflichtaufgabe in der Königsklasse gegen Olympiakos Piräus deutlich interessanter.

Es war Anfang Oktober alles in Ordnung beim FC Bayern München. Das einer Machtdemonstration gleichende 7:2 in der Champions League über Vorjahresfinalist Tottenham Hotspur, die wieder gewonnene Tabellenführung in der Bundesliga - die Position des FCB als legitimer Anwärter auf ein "Triple" schien nach leichten Startschwierigkeiten realistisch. Zumindest auch in der eigenen Wahrnehmung.

Chance oder noch mehr Probleme?

Etwa 20 Tage später ist die Realität dann wieder eine andere. Die Münchner haben aus den Bundesligapartien gegen Hoffenheim (1:2) und am vergangenen Wochenende gegen den FC Augsburg (2:2) nur einen Zähler geholt, für Abwehrchef Niklas Süle ist die Saison nach einem Kreuzbandriss möglicherweise beendet. Zudem mussten sich Trainer Niko Kovac und der Sportvorstand der Bayern mehrfach für einige Personalentscheidungen (Thomas Müller, Javi Martinez) rechtfertigen.

In der Champions League geht es nun bei Olympiakos Piräus zum vermeintlich schwächsten Gruppengegner. Eine Chance, sich durch einen klaren Sieg freizuschwimmen. Aber auch eine Gefahr, durch eine wenig überzeugende Leistung oder sogar einen Punktverlust eine Krise auszulösen.

Niko Kovac: "Wir reden hier über drei Tore" Sportschau 21.10.2019 01:27 Min. Verfügbar bis 21.10.2020 Das Erste

Wie am Wochenende gegen Augsburg gilt, dass die Bayern vor allem ihre eigenen Fehler abstellen müssen. Schläfriges Abwehrverhalten und eine mangelhafte Verwertung klarer Chancen wie gegen Augsburg und Hoffenheim werden in der Königsklasse bestraft.

Heimstarker Gegner

Dass die Griechen dazu in der Lage sind, hat Tottenham beim 2:2 am ersten Gruppenspieltag bereits erfahren müssen. Im eigenen Stadion, das als eines der stimmungsvollsten Europas gilt, ist Piräus brandgefährlich. Das sieht auch David Alaba so, der im September 2015 beim 3:0-Erfolg über Piräus bereits Erfahrungen im Stadion Georgios Karaiskakis sammeln konnte: "Die Atmosphäre dort war einzigartig. Darauf müssen wir auch diesmal vorbereitet sein."

Broich und Polenz: Der FC Bayern spielt zu früh über die Außen Sportschau 21.10.2019 04:33 Min. Verfügbar bis 21.10.2020 Das Erste

Beim griechischen Tabellenführer fehlen allerdings in den Verletzten Vasilios Torosidis und Mathieu Valbuena zwei ganz erfahrene Akteure. Vor allem der Ausfall von Valbuena dürfte so schwer wiegen wie der von Süle. Wie der Bayern-Trainer das Fehlen seines gesetzten Innenverteidigers auffangen wird, wollte er nicht verraten, sondern betonte neben Süles Wichtigkeit die vielen Optionen, zu denen auch Javi Martinez gehöre.

Defensivarbeit als kollektive Aufgabe

"Wir müssen als ganzes Team defensiv so arbeiten wie wir offensiv arbeiten", wollte Kovac sich nicht auf einzelne Personalien einlassen. In Bezug auf die Zielsetzung für die Partie ergänzte er: "Wir wissen auch, dass wir hier gegen einen sehr starken Gegner spielen, der gegen Tottenham ein 0:2 aufgeholt hat. Dass die Unterstützung durch das Publikum sehr groß sein wird, muss man auch hervorheben." Der FC Bayern gehe aber prinzipiell in jedes Spiel mit dem Anspruch, als Sieger das Feld zu verlassen und das sei auch gegen Piräus so.

Die Leistung und vor allem das Ergebnis werden genau beäugt werden. Am Ende steht dann vielleicht die mit neun Zählern schon so gut wie sicher eingetütete Qualifikation für die K.o.-Phase - oder eben ein extrem schiefer Haussegen vor dem Heimspiel am Wochenende gegen Union Berlin.

Drei sieglose Spiele in Serie sind beim FC Bayern München so ziemlich das Maximum an Negativbilanz, das man noch zu tolerieren bereit ist. Kovac hat in der vergangenen Saison sogar vier überstanden. Auf eine neuerliche Probe dieser Art würde er sicherlich gern verzichten.

Stand: 21.10.2019, 21:19

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