Marco Rose: Angeschlagen, aber ohne "größere Baustellen"

Mönchengladbachs Trainer Marco Rose

Champions League, Achtelfinale, Rückspiel

Marco Rose: Angeschlagen, aber ohne "größere Baustellen"

Von Jo Herold

Es ist gerade keine leichte Zeit für Borussa Mönchengladbachs Trainer Marco Rose: von den Fans verstoßen, nahe einem negativen Vereinsrekord und nun auch noch die schwierige Champions-League-Aufgabe gegen Manchester City. Das Erreichen des Viertelfinales wäre für Rose eine "Sensation".

Borussia Mönchengladbach - die Kutsche der "Fohlen" ist derzeit auf mächtig abschüssiger Strecke unterwegs. Sowohl gegen Manchester City im Achtelfinalhinspiel vor knapp drei Wochen als auch jüngst gegen den FC Augsburg mangelte es nicht an der Einstellung der Mannschaft, auch nicht am Willen, den Sieg zu erringen. Aber aus verschiedenen Gründen blieb jeweils der Erfolg versagt.

Rose: "Im Moment kann ich sagen, was ich will. Es ist eh falsch."

Ist es nur das Spielglück, dass der Borussia in der aktuellen Phase fehlt und Roses Team gefährlich nahe an den negativen Vereinsrekord von acht Pflichtspielniederlagen in Serie aus dem Jahr 1989 bringt? "Wir haben - außer, dass die Ergebnisse nicht stimmen - keine Riesenbaustellen, die wir aufarbeiten müssten", sagte Marco Rose am Tag vor dem Rückspiel gegen Man City in Budapest. Und fügte angesprochen auf die Aussichten gegen die Engländer hinzu: "Im Moment kann ich sagen, was ich will. Es ist eh falsch."

Im Hinspiel gegen Manchester hat die Mannschaft um Lars Stindl gefightet, aber Manchester war eine Klasse besser und ließ in der ersten Halbzeit null Gladbacher Torchancen zu. Endstand 0:2. Rose will im Rückspiel "offensiver verteidigen" und vor allem: nach vorne spielen. "Wir müssen ein paar Dinge anpassen. Wir haben in der Analyse gesehen, dass wir besser, einfacher, klarer Tiefe finden könnten", führte der am Saisonende zu Borussia Dortmund abwandernde Trainer aus, "stattdessen haben wir nochmal einen Pass zurück oder quer gespielt. Das sind Dinge, die wir jetzt versuchen, anders und besser zu machen."

Kramer und Bensebaini zurück im Mannschaftstraining

Aller Voraussicht nach kann der Coach auf seine Stammgrößen Christoph Kramer und Ramy Bensebaini zurückgreifen, die beide ihre Kapselverletzungen auskuriert haben. "Es sieht tatsächlich auch ganz gut aus. Wir müssen schauen, wie wer durchkommt. Aber wir haben alle wieder an Bord", sagte Rose. Und für das Selbstvertrauen und die Selbstverständlichkeit, von 28 Torschüssen, wie gegen Augsburg, nicht nur eine ins Ziel zu bringen, sondern gegen Manchester mindestens zwei, dafür wäre jeder Routinier wichtig.

Gladbachs Trainer Marco Rose: "Schätzen die Situation realistisch ein" Sportschau 15.03.2021 01:39 Min. Verfügbar bis 15.03.2022 Das Erste

Während City-Manager Pep Guardiola die Gladbacher vor der Partie (16.03.2021, 20.45 Uhr, Live-Ticker bei sportschau.de) mit beinahe zu großen Ovationen bedenkt ("Ich habe unglaublichen Respekt vor Gladbach. Sie haben Waffen, und sie wissen, wie sie diese benutzen"), spricht man in Mönchengladbach von einem "Bonusspiel" in Budapest (Sportdirektor Max Eberl) und von der Konzentration auf die Liga (Rose) nach der Rückkehr von der vermutlich letzten europäischen Reise der Borussia in dieser Saison. Alles andere wäre, so der Cheftrainer, "mehr als außergewöhnlich - das wäre eine Sensation".

Reise nach Budapest für 1,5 Millionen Euro

Zwei Tage wird der Europapokal-Ausflug der "Fohlen" dauern - und zusätzlich zu den Reisekosten 1,5 Millionen Euro verschlingen. Da die Borussia nach dem in Manchester anberaumten Rückspiel zwei Wochen in Quarantäne hätte gehen müssen, musste man die Verlegung nach Budapest beantragen. Antrag stattgegeben.

Doch die Spieler sind offenbar recht gelassen ob der Reise, obwohl die 7-Tage-Inzidenz an Corona-Infektionen in Ungarn siebenmal höher ist als in Manchester und etwa 14 Mal höher als in Mönchengladbach (Budapest: 670; Manchester: 89,5; Mönchengladbach: 46,7; Stand: 15.03.21, 20.30 Uhr). Nico Elvedi, der gerade seinen Vertrag bei der Borussia verlängert hat, meinte: "Ich mache mir da nicht so große Sorgen, auch wenn wir in einem Risikogebiet sind. Wir sind sehr gut abgesichert."

Gerade Elvedis letzter Satz trifft sicherlich auch auf auf den Trainer Rose zu. Und doch hat er in Gladbach schon angenehmere Zeiten erlebt. Man mag derzeit nicht tauschen mit Marco Rose.

Stand: 15.03.2021, 23:34

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