Leipzig gegen Zenit im Kampf gegen das Wörtchen "Krise"

Leipzigs Werner am Boden

Champions League, 3. Spieltag

Leipzig gegen Zenit im Kampf gegen das Wörtchen "Krise"

Von Dirk Burkhardt

Mit vier Spielen ohne Sieg hat RB Leipzig nicht gerade einen positiven Lauf. Von einer Krise will Trainer Julian Nagelsmann vor dem Champions-League-Heimspiel gegen St. Petersburg allerdings nichts hören. Dabei ist der russische Meister alles andere als ein Aufbaugegner.

Das Wort Krise lächelte Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor der Champions-League-Partie von RB Leipzig am Mittwoch (23.10.2019, 18.55 Uhr) gegen Zenit St. Petersburg einfach weg. "Wenn wir eine Krise haben, dann hat die halbe Liga eine mittelgroße Krise", sagte er schmunzelnd.

Allerdings lässt sich von einem positiven Lauf angesichts von zuletzt vier Pflichtspielen in Folge ohne Sieg bei Leipzig auch nicht sprechen. Als die Sachsen zuletzt eine ähnliche Serie hatten, hieß der Trainer noch Ralph Hasenhüttl.

St. Petersburg mit guter Form

Deshalb schlägt Vereinsboss Oliver Mintzlaff anders als sein Trainer weniger moderate Töne an: "Wir müssen das auf den Platz bringen, was die Mannschaft kann. Das heißt: Ein Sieg gegen Zenit."

Broich und Polenz: RB Leipzig ist nicht ausrechenbar Sportschau 21.10.2019 03:22 Min. Verfügbar bis 21.10.2020 Das Erste

Das dürfte allerdings eine knackige Aufgabe werden. In der russischen Liga feierte Zenit zuletzt zwei deutliche Siege in Folge und schloss mit einem klaren 6:1 gegen Tabellennachbar FK Rostow in der Tabelle als Zweiter zu Spitzenreiter Lokomotive Moskau auf.

Starke Zenit-Defensive

In der Champions League landete das Team von Trainer Sergei Semak nach einem 1:1 bei Olympique Lyon einen 3:1-Sieg gegen Benfica Lissabon und führt die Gruppe G damit vor dem letzten Hinrundenspiel an.

Vor allem in der Abwehr ist dem russischen Meister schwer beizukommen. Neun Gegentore in 15 Pflichtspielen stehen bei St. Petersburg zu Buche. Das ist auch Leipzig-Trainer Nagelsmann aufgefallen: "In der Defensive kann man sich nicht festlegen, mal verteidigen sie hoch, mal sehr kompakt. In der Champions League agieren sie oft mit einer anderen Ordnung als in der Liga."

Werner wieder aus der Tiefe?

Deswegen wird bei seinem Team ein hohes Maß an Flexibilität gefragt sein. Das könnte auch bedeuten, dass Timo Werner wie zuletzt beim 1:1 gegen Wolfsburg auch mehr aus der Tiefe kommt. "Das hängt vom Gegner ab", sagte Nagelsmann dazu, "Timo kann seine Torgefahr am besten aus dem Tempo heraus ausspielen und wenn der Gegner hoch steht, ist es besser, wenn er nicht auf der letzten Linie aus dem Stand starten muss."

Als wichtiger als Werners Position sieht Nagelsmann allerdings das Verhalten des gesamten Teams an: "Wichtig ist, dass wir einheitlich handeln und alle das Gleiche tun."

Leipzig zu selten zu Null

Das gilt auch und vor allem für die Arbeit gegen den Ball. Erst zwei Mal blieb die in der vergangenen Saison sicherste Defensive der Bundesliga in einem Plfichtspiel unter Nagelsmann ohne Gegentreffer. "Wir müssen uns richtig festbeißen in der gegnerischen Hälfte, zu Hause mal 2:0 oder 3:0 gewinnen", forderte Mittelfeldspieler Kevin Kampl, der am Wochenende nach siebenwöchiger Verletzungspause sein Comeback feierte.

Besser wäre das. Denn bei einem weiteren Spiel ohne Sieg oder sogar einer Niederlage würde es Nagelsmann vielleicht nicht mehr so leicht fallen, das Wort "Krise" aus Leipziger Sicht einfach wegzulächeln.

Thema in: Mittagsmagazin, Das Erste, Mittwoch, 23.10.2019, ab 13 Uhr.

Stand: 22.10.2019, 23:05

Mehr zum Verein

Darstellung: