Der ewige Pepe - und die Statistik spricht auch für den FC Porto

Portos Pepe

Abwehrlegende hat Vertrag bis 2023 verlängert

Der ewige Pepe - und die Statistik spricht auch für den FC Porto

Von Christian Hornung

Wenn man an Statistik glaubt, kann der Champions-League-Sieger 2021 nur FC Porto heißen. Für Kapitän und Abwehrlegende Pepe wäre es der 27. Titel - und er plant offenbar noch ein paar weitere ein.

Am 26. Februar dieses Jahres ist der in Maceió in Brasilien geborene Képler Laveran Lima Ferreira 38 Jahre alt geworden. 727 Pflichtspiele hat "Pepe" in seiner zwei Jahrzehnte langen Profikarriere bestritten, davon 113 für die Nationalmannschaft Portugals. In der Champions League hat er in der laufenden Saison auch schon die 100er-Marke geknackt. 

Bei Vertragsende über 40

Seinen Marktwert von ehemals 30 Millionen Euro zu "königlichen" Zeiten bei Real Madrid hat die Internetbörse "transfermarkt" trotzdem mittlerweile gnadenlos auf eine Million Euro abgesenkt, er ist damit weltweit nur noch die Nummer 5.598. Aber mit solchen Zahlenspielchen hat es der knorrige Innenverteidiger nicht.

Seinen Vertrag beim FC Porto, dem Klub, der ihn zwischen 2004 und 2007 großgemacht hat, verlängerte er erst im vergangenen November bis ins Jahr 2023. Wenn dieser Kontrakt ausläuft, wäre Pepe über 40, aber auch dann muss seiner Ansicht nach noch nicht Schluss sein.

"Das Alter ist nur eine Zahl"

Pepe formuliert das so professionell, wie er 20 Jahre lang für seine Vereine Porto, Real Madrid, Besiktas und jetzt wieder Porto vor dem eigenen Tor aufgeräumt hat: "Ich hoffe, weiterhin Titel zu gewinnen. Es ist ein Geschenk, für einen historischen Klub wie den FC Porto aufzulaufen. Das Alter ist nur eine Zahl, was zählt, sind meine Leistung und mein Können im Training und auf dem Platz."

Lange Zeit Weggefährten, zuletzt Gegner: Pepe (l.) und Cristiano Ronaldo

Lange Zeit Weggefährten, zuletzt Gegner: Pepe (l.) und Cristiano Ronaldo

Diese Leistung bringt Pepe, der bei den weltbesten Innenverteidigern auch zu seinen Hochzeiten immer ein wenig unter dem Radar lief, mit einer unfassbaren Konstanz. Bei den Europameisterschaften 2008, 2012 und 2016 wählte ihn die UEFA jeweils ins Allstar-Team. Mit dem FC Porto holte er elf Pokale und Meisterschaften, bei Real Madrid waren es 13 Titel, mit Portugal holte er 2016 den EM-Titel und gewann 2019 die Nations League.

Nie ein Schönspieler

Ein Schönspieler war er dabei nie, kein großer Stratege in der Spieleröffnung, der gepflegte Kurzpass auf einen der Sechser lag ihm näher als der lange Ball in die Spitze. Aber er war und ist spielerisch auch nicht so schlecht, wie er möglicherweise wegen seiner raubeinigen Zweikampfführung oft eingestuft wurde. In puncto Fairness hat er sich sogar im Alter verbessert, in seinen 19 Ligaspielen in der laufenden Saison sah er nur viermal Gelb und flog nicht einmal vom Platz.

Aber es tut immer noch weh, gegen ihn zu spielen. Das erlebte gerade erst Cristiano Ronaldo, der im Achtelfinale der Champions League in Hin- und Rückspiel mit Juventus Turin 210 Minuten lang ohne Treffer gegen Porto mit Pepe blieb. Wer Juve mit "CR7", Alvaro Morata und Enrico Chiesa ausschaltet, kann natürlich auch am Mittwoch (07.04.2021, Live-Ticker bei sportschau.de) und am darauffolgenden Dienstag im Viertelfinale gegen den FC Chelsea bestehen. Aber es gibt statistisch gesehen noch einen viel größeren Hinweis auf einen Triumph der Portugiesen.

Bittere Erinnerung für Bayern-Fans

Zweimal gelang es den "Drachen" bereits, sich den Titel in der Königsklasse zu sichern. An das erste Mal mit dem legendären Hackentrick-Tor von Rabah Madjer im Jahr 1987 in Wien (das 2:1-Siegtor gelang Juray) werden sich die Fans des FC Bayern nicht so gerne erinnern. Trainer Udo Lattek verließ anschließend über seine abgetauchten Führungsspieler fluchend (er meinte vor allem Lothar Matthäus) die "Roten" im Zorn.

17 Jahre später gelang es dem jungen José Mourinho, ein Team zu formen, dass mit sehr schönem Spiel und großer Leidenschaft die AS Monaco im Finale auf Schalke mit 3:0 auseinandernahm. Für das Team um Maniche und Ricardo Carvalho trafen damals Carlos Alberto, Deco und Dimitri Alenitschew. 

Alle 17 Jahre gewinnt Porto

Am dritten Coup nach weiteren 17 Jahren versucht sich nun Coach Sergio Conceicao, der nach dem Triumph über Juventus übrigens die wohl kürzeste Pressekonferenz der Champions-League-Geschichte bestritt: Die Leistung seiner Mannschaft und auch die von Pepe gegen Cristiano Ronaldo hatten offenbar so für sich gesprochen, dass kein Journalist dem Erfolgscoach eine Frage stellte. Nach 50 Sekunden Stille erhob er sich und ging.

Stand: 06.04.2021, 19:53

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