Champions League - Video-Assistent ohne Video-Keller

Deniz Aytekin schaut sich eine Spielszene am VAR-Bildschirm an

Vor dem Achtelfinale

Champions League - Video-Assistent ohne Video-Keller

Von Chaled Nahar

In der Champions League wird ab dem Achtelfinale erstmals der Video-Assistent eingesetzt. Zwei Details sind wichtig: Einen "Kölner Keller" gibt es in Europa nicht, die Assistenten sitzen an den Stadien in einem Übertragungswagen. Und die Torrichter sind nicht mehr dabei.

Für die Lösung eines zentralen Videoraums wie in der Bundesliga oder bei der WM hätten die Signale von allen TV-Kameras in Echtzeit aus allen Winkeln des Kontinents an einer zentralen Stelle landen müssen. "Das ist wegen Verbindungsproblemen nicht möglich", sagte Roberto Rosetti. Der Vorsitzende der UEFA-Schiedsrichterkommission hat in den vergangenen Wochen bei mehreren Terminen Klubs und Medien den geplanten Ablauf bei den Spielen der Champions League erklärt.

Daher wird die UEFA auf die sogenannte "Van-Lösung" zurückgreifen. Dabei sitzt der Video-Assistent in einem Übertragungswagen am Stadion und kann dort auf die zur Verfügung stehenden Kameraperspektiven zurückgreifen.

Nur ein Viertel der Trainer kam zur Info-Veranstaltung

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte sich am Rande des UEFA-Kongresses in Rom verwundert darüber geäußert, dass zu einer Informations-Veranstaltung in Frankfurt am Main für die teilnehmenden Klubs nur vier der 16 Trainer gekommen waren. Zugegen waren Thomas Tuchel von Paris Saint-Germain, Domenico Tedesco von Schalke 04, Massimiliano Allegri von Juventus Turin und Bruno Genesio von Olympique Lyon.

Der "Torrichter" wird abgeschafft

Keine Zukunft mehr sollen die zusätzlichen Schiedsrichter-Assistenten ("Torrichter") haben. "Sie sind inkompatibel mit dem Video-Assistenten", sagt Rosetti. "Derselbe Schiedsrichter hat manchmal den Video-Assistenten, manchmal den Torrichter, manchmal beides nicht - eine Konfusion."

Neben den Operatoren, die die Bilder bereitstellen, wird ein weiterer Assistent im Wagen sitzen. "Es wird einen Video-Assistenten und einen Assistenten geben", sagt Rosetti. Bei der WM hatte der Video-Assistent noch drei weitere Assistenten, in der Champions League wird es wie in der Bundesliga und anderen großen Ligen einer sein. Rosetti war auch bei der WM für die Umsetzung des Video-Assistenten zuständig.

Zwayer, Aytekin und Brych können zum Einsatz kommen

Erstmals zum Einsatz kommt der Video-Assistent damit am Dienstag (12.02.2019), wenn mit den Spielen AS Rom gegen FC Porto und Manchester United gegen Paris Saint-Germain die beiden ersten Partien des Achtelfinales ausgetragen werden. Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04 sind aus der Bundesliga noch dabei.

Ab dem Achtelfinale - der Video-Assistent in der Champions League Sportschau 11.02.2019 01:43 Min. Verfügbar bis 11.02.2020 Das Erste

Aus Deutschland kommen übrigens Felix Zwayer, Deniz Aytekin und Felix Brych für Spiele als Hauptschiedsrichter in der Champions League in Frage.

Europa League ab 2020/21 mit Video-Assistent

Eigentlich wollte die UEFA den Video-Assistenten erst zur neuen Saison einführen. Die Vorverlegung des Starts wirkt nun wie eine Reaktion auf einige krasse Fehler im Halbfinale der Champions League 2017/18 sowie zuletzt in der Gruppenphase 2018/19.

Der Video-Assistent wird auch beim Endspiel der Europa League 2019 in Baku, bei der Endrunde der Nations League 2019 in Portugal und bei der Endrunde der U21-Europameisterschaft 2019 in Italien eingesetzt. Die UEFA plant außerdem, das System bei der in zwölf europäischen Städten verteilten EM 2020, in der Europa League 2020/21 ab der Gruppenphase sowie in der Endphase der Nations League 2021 anzuwenden.

Stand: 11.02.2019, 09:42

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