Pleite gegen Donezk beendet Hoffenheims Achtelfinal-Traum

Hoffenheims Nico Schulz ärgert sich über ein Gegentor

TSG Hoffenheim - Schachtjor Donezk 2:3 (2:2)

Pleite gegen Donezk beendet Hoffenheims Achtelfinal-Traum

Von Julian Tilders

Am 5. Spieltag der Champions League ist für die TSG Hoffenheim der Traum vom Achtelfinale geplatzt. Bei der bitteren 2:3 (2:2)-Niederlage am Dienstag (27.11.2018) gegen Schachtjor Donezk ist der Knackpunkt wieder mal die hohe Anzahl der Gegentreffer.

Wenn die TSG Hoffenheim spielt, dann ist zurzeit fast immer Spektakel geboten. In der Bundesliga hieß es für die Kraichgauer gegen Hertha BSC nach 90 Minuten 3:3 - sinnbildlich für die starke Offensivarbeit der TSG, aber auch bezeichnend für die anfällige Defensive. Zunächst verteidigte Hoffenheim gegen Donezk ordentlich, befand auch Trainer Julian Nagelsmann nach dem Spiel bei "DAZN": "Wir haben super verteidigt. Wir hatten in der ersten Hälfte nur zwei Situationen, die wir nicht verteidigt bekommen haben." Doch Nagelsmann sollte auch im Rückspiel der Gruppenphase gegen Donezk nicht von einem nervenaufreibenden Hin und Her verschont bleiben.

Schon in den ersten 20 Minuten war es für die 24.000 anwesenden Zuschauer in der Rhein-Neckar-Arena ein attraktives, weil von beiden Mannschaften offensiv angegangenes Spiel.

Doppelschlag schockt die TSG, Kramaric antwortet blitzschnell

Zunächst jubelten allerdings nur die mitgereisten Fans aus der Ukraine: Ismaily schockte in der 14. Spielminute nach einem Doppelpass mit Taison die TSG direkt im ersten, gut vorgetragenen Angriff mit der Führung für die Gäste zum 1:0. Nur etwa 90 Sekunden später schlug es schon wieder im Kasten von Hoffenheims Torwart Oliver Baumann ein, als Taison nach einem Steilpass durch die Lücke der hoch stehenden TSG-Abwehr alleine auf das Tor zulief und selbst vollstreckte.

Zu einem wahrlich furiosen Beginn wurde es dann, als Andrej Kramaric nach einem langen Ball von Ishak Belfodil frei vor Donezks Schlussmann Anryi Pyatov auftauchte und sehenswert per Lupfer zum 1:2 (18. Minute) aus Hoffenheimer Sicht traf.

Unbändige Hoffenheimer Moral wird belohnt

Hoffenheims Stürmer Adam Szalai und Belfodil wurden phasenweise tatkräftig von Kerem Demirbay, Kramaric und Steven Zuber unterstützt, teils standen alle in einer Art 4-1-5-System auf derselben Höhe und lauerten auf Pässe in die Schnittstelle. Eine sehr offensive Spielweise, die auch Gefahren durch Konter barg, die Schachtjor allerdings nicht konzentriert genug zu Ende spielte.

Baumann: "Wir sind wahnsinnig enttäuscht"

Sportschau | 27.11.2018 | 01:12 Min.

Kurz vor der Pause belohnte sich Hoffenheim dann für eine große Moral und erkämpfte verdientermaßen den Ausgleich: Pavel Kaderabeks abgefälschte Flanke fand den Kopf von Zuber, der auf Höhe des Elfmeterpunktes über den herausgeeilten Pyatov zum 2:2 (40.) einnetzte.

Nagelsmann: "Gelb-Rote Karte ist Skandal"

Einen Tiefschlag für die Gastgeber setzte es in Hälfte zwei bereits früh, als Adam Szalai sich mit zwei kurz aufeinanderfolgenden, unglücklichen Fouls (58., 59.) und der Gelb-Roten Karte selbst frühzeitig unter die Dusche schickte. "Das ist in meinem Augen ein Skandal. Adam versucht, den Ball zu attackieren. Er ist halt Stürmer. Innerhalb von zwei Minuten wegen zwei solchen Fouls Gelb-Rot zu zeigen... Das war kein Champions-League-Niveau vom Schiedsrichter", machte Nagelsmann seinem Unmut über die Entscheidung des Unparteiischen nach dem Spiel bei "DAZN" Luft.

Man merkte Hoffenheim die Unterzahl nicht an - Zuber hatte mit einem Volleyschuss aus etwa 18 Metern die Führung auf dem Fuß, traf aber nur den Querbalken. Die Einwechselung von Reiss Nelson für Zuber (77.) brachte frischen Wind. Die TSG hatte anschließend genügend Großchancen in Person von Schulz und Nelson, auch Donezk traf noch zweimal den Pfosten.

Schlussendlich rächte sich aber die Chancenverwertung: Taison schnürte seinen Doppelpack und schob nach Vorlage von Ismaily völlig unbedrängt noch zum 3:2-Sieg für die Gäste ein (90.+3).

Hoffenheim muss um Europa League bangen

Mit der bitteren Pleite in der Nachspielzeit gegen Donezk ist klar, dass der Traum vom Champions-League-Achtelfinale für die TSG ausgeträumt ist. Der große Knackpunkt waren in allen Spielen die vielen Gegentore, die Hoffenheim letztlich das Weiterkommen gekostet haben. Und vorne habe gegen Donezk der "Lucky Punch" gefehlt, konstatierte Nagelsmann nach dem Spiel.

Die Kraichgauer können nur noch das Minimalziel Europa League erreichen - ob es damit klappt, wird sich am letzten Spieltag in der Champions-League-Gruppenphase entscheiden. Damit noch der dritte Platz erreicht werden kann, muss Schachtjor gegen Lyon verlieren und Hoffenheim gegen Manchester City gewinnen. Die Karten hat die TSG nicht mehr selbst in der Hand.

Statistik

Fußball · Champions League · 5. Spieltag 2018/2019

Dienstag, 27.11.2018 | 21.00 Uhr

Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Baumann – Kaderabek, Vogt, Bicakcic, N. Schulz (85. Grifo) – Nordtveit (84. Grillitsch) – Kramaric, Demirbay, Zuber (77. Nelson) – Belfodil, Szalai

2
Wappen Schachtjor Donezk

Schachtjor Donezk

Pjatow – Matviyenko, Chotscholawa, Krywzow, Ismaily – Maycon, Stepanenko (77. Alan Patrick) – Dantschenko (90.+4 Butko), Kowalenko (85. Dentinho), Taison – Junior Moraes

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Ismaily (14.)
  • 0:2 Taison (15.)
  • 1:2 Kramaric (17.)
  • 2:2 Zuber (40.)
  • 2:3 Taison (90.+3)

Strafen:

  • gelbe Karte Stepanenko (1 )
  • gelbrote Karte Szalai (60./Wiederholtes Foulspiel)
  • gelbe Karte Matviyenko (1 )
  • gelbe Karte Vogt (2 )
  • gelbe Karte Krywzow (2 )
  • gelbe Karte Dantschenko (1 )
  • gelbe Karte Demirbay (3 )
  • gelbe Karte Pjatow (1 )

Zuschauer:

  • 22.920

Schiedsrichter:

  • Ivan Kruzliak (Slowakei)

Stand: Dienstag, 27.11.2018, 22:56 Uhr

Stand: 27.11.2018, 23:00

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