Schalke erlöst sich gegen Lokomotive spät

Erlösung kurz vor Schluss: Schalke jubelt über den Siegtreffer von Alessandro Schöpf

FC Schalke 04 - Lokomotive Moskau 1:0 (0:0)

Schalke erlöst sich gegen Lokomotive spät

Von Julian Tilders

Am letzten Gruppenspieltag müht sich der FC Schalke 04 in der Königsklasse gegen konzentriert verteidigende Moskauer bis kurz vor Schluss ab - und sorgt dann doch noch für Jubel bei den Fans.

"Schalke ist nicht viel eingefallen, um uns gefährlich zu werden. Dann passen wir einmal nicht auf und werden bestraft", konstatierte der Ex-Schalker Benedikt Höwedes, jetzt im Lok-Trikot, bei "Sky" nach der 0:1-Niederlage seines Klubs. Höwedes musste beim Wiedersehen mit seinem Ex-Klub nach Spielende mit den Tränen kämpfen, als er von den Schalker Fans gefeiert wurde.

Schalkes Trainer Domenico Tedesco hielt sich an seine Ankündigung, mit einer kräftig durchrotierten Elf das sportlich bedeutungslose, letzte Champions-League-Gruppenspiel gegen Lokomotive Moskau zu bestreiten. "Die Fans mögen es uns verzeihen", hatte er vor der Partie bereits um das Verständnis der Anhänger gebeten. Vor 48.883 Zuschauern in Gelsenkirchen gab der 19-jährige Mittelfeldspieler Benjamin Goller, ein Eigengewächs aus der Knappenschmiede, sein Profi- und Champions-League-Debüt zugleich.

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Mit Ahmed Kutucu stand ein weiterer A-Jugendlicher im Kader - in zehn Spielen hatte er für Schalkes U19 unter Trainer Norbert Elgert neunmal getroffen. Insgesamt tauschte Tedesco auf acht Positionen durch. Im Vorfeld hatte Schalkes Trainer seinen Rotationsplan mit dem Bedarf nach "Frische" gerechtfertigt. Schaulaufen unerwünscht.

Schalkes Mendyl erweitert das Lazarett

Schalke 04 musste schon nach etwas über einer Viertelstunde einen empfindlichen Tiefschlag hinnehmen: Hamza Mendyl verletzte sich nach einer Grätsche von Dmitri Barinov. Der Marokkaner versuchte zunächst weiterzuspielen, musste aber dann durch Abdul Rahman Baba ersetzt werden (17. Spielminute).

Neben den verletzten Stürmern Guido Burgstaller, Breel Embolo, Mark Uth, Franco di Santo und Steven Skrzybski reiht sich Defensivmann Mendyl nun wohl mit Verdacht auf eine Sprunggelenksverletzung in das Lazarett ein. Eine offizielle Diagnose stehe noch aus, betonte Tedesco nach dem Spiel.

Torraumszenen Mangelware

Schalkes Spiel war in Hälfte eins geprägt von einerseits viel Mühe und Laufarbeit, aber auch einige technische Fehler und unpräzise Pässe. Moskau und Schalke verteidigten gleichermaßen konzentriert, Torraumszenen blieben auf beiden Seiten aber Mangelware. Der entscheidende finale Pass vor dem Torabschluss - er war auf beiden Seiten stets zu vermissen. Immerhin hatte Moskaus Igor Denisov eine Großchance, als er kurz vor der Pause den Ball freistehend über das Tor setzte (45.+3).

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Moskau lethargischer, Schalke müht sich ab

Nach dem Wiederanpfiff versprach die zweite Halbzeit zunächst Besserung. Für Lokomotive versuchte es der eingewechselte Anton Miranchuk aus der Distanz (53.), auf Schalker Seite gab Konoplyanka (61.) den ersten Torschuss ab. Im weiteren Verlauf zog sich Moskau aber zurück und lauerte auf Gegenstöße, blieb dabei kompakt im Zentrum und unterband die meisten Schalker Angriffe.

Youngster Goller musste nach einer knappen Stunde dann weichen, für ihn kam Amine Harit (59.). Nur etwa zehn Minuten später senkte allerdings Ahmed Kutucu (18 Jahre) den Schalker Altersdurchschnitt wieder. Er nahm den Platz in der Sturmspitze von Cedric Teuchert ein (72.).

Ein wirklicher "Frische"-Effekt trat bei S04 aber nicht auf. Genauso wenig Frische versprühten auch die Gäste aus Moskau, die sportlich noch etwas erreichen wollten - es war jedoch ein über alle Maßen blasser Auftritt der Mannschaft von Trainer Yuri Semin. Die größte Chance des zweiten Durchgangs hatte Schalkes Suat Serdar aus kurzer Distanz nach Hereingabe von Naldo nach einer Ecke (74.).

Später Siegtreffer für Schalke 04

Und dann war es doch noch so weit: Nach einem Schuss von Serdar konnte Guilherme im Moskauer Tor den Ball nur abprallen lassen, Alessandro Schöpf versenkte den Nachschuss im Netz (90.+1) zum 1:0-Erfolgserlebnis für Schalke. Nach Spielende erklärte Schöpf bei "Sky", er hoffe, dass das späte Erfolgserlebnis nun einen Schub für das anstehende Bundesliga-Spiel gegen Augsburg gebe.

Trainer Tedesco zeigte sich erleichtert: "Wir sind sehr froh über diesen Sieg. Den wollten wir unbedingt und das tat verdammt gut. Wir haben dadurch unterstrichen, dass wir verdient weitergekommen sind." Schalke stand bereits vor der Partie gegen Moskau als Tabellenzweiter sicher im Achtelfinale der Königsklasse.

Dennoch: Die Gelsenkirchener Rotationsmaschine löste das gravierende Offensivproblem nicht, auch wenn die Defensive stets sicher stand. Dafür kann Tedesco am Samstag (15.12.2018, 15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg mit ausgeruhtem Personal rechnen. Denn der sogenannte "erste Anzug" stand gegen Lokomotive nicht auf dem Rasen.

Statistik

Fußball · Champions League · 6. Spieltag 2018/2019

Dienstag, 11.12.2018 | 18.55 Uhr

Wappen FC Schalke 04

FC Schalke 04

Fährmann – Stambouli, Naldo, Nastasic – Schöpf, Mascarell, Serdar, Mendyl (16. Baba) – Goller (59. Harit), Teuchert (72. Kutucu), Konopljanka

1
Wappen Lokomotive Moskau

Lokomotive Moskau

Guilherme – Ignatjew, Kwerkwelia, Höwedes, Rybus – Denisow – Al. Mirantschuk, Barinow, Krychowiak, Farfán (80. Smolow) – Éder (46. An. Mirantschuk)

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Schöpf (90.+1)

Strafen:

  • gelbe Karte Serdar (1 )
  • gelbe Karte Denisow (2 )
  • gelbe Karte Goller (1 )
  • gelbe Karte Höwedes (2 )
  • gelbe Karte Farfán (2 )
  • gelbe Karte Stambouli (2 )

Zuschauer:

  • 48.883

Schiedsrichter:

  • Anasthasios Sidiropoulos (Griechenland)

Stand der Statistik: Dienstag, 11.12.2018, 20:49 Uhr

Stand: 11.12.2018, 21:11

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