Schalkes "Wechselspiel" gegen Moskau

Schalke-Trainer Domenico Tedesco atmet durch

Champions League

Schalkes "Wechselspiel" gegen Moskau

Von Frank Menke

Sportlich geht es für Schalke 04 im letzten Champions-League-Gruppenspiel gegen Lok Moskau um nichts mehr. Deshalb hat Trainer Tedesco besondere Pläne.

"Die Fans mögen es uns verzeihen." Schalkes Trainer Domenico Tedesco bittet den königsblauen Anhang schon vor dem letzten Gruppenspiel in der Champions League gegen Lokomotive Moskau am Dienstagabend (11.12.2018) um Nachsicht. Denn statt eines Königsklassen-Krachers wird den Fans eine Art Testspiel mit Fokus auf die Bundesliga geboten. Tedescos Entschuldigung zielt auf die von ihm geplante Totalrotation.

Kein Schaulaufen

Egal, wie Schalke gegen Lok Moskau spielt, "Königsblau" steht als Gruppenzweiter im Achtelfinale. Folglich hat Tedesco anderes im Sinn als reines Schaulaufen, erst recht nach der schmerzenden 1:2-Derby-Heimpleite in der Bundesliga gegen Borussia Dortmund. Schalke bleibt somit tabellarisch in Sichtweite zu den Abstiegsplätzen.

Tedesco: "Wir brauchen Frische"

Schalkes Trainer will mit Blick auf die Bundesliga das verbleibende Stammpersonal schonen. Denn eigentlich können nur noch Siege beim FC Augsburg, gegen Bayer Leverkusen und in Stuttgart die bislang völlig verkorkste Hinrunde halbwegs versöhnlich gestalten. "Wir denken an Rotation. Aber nicht, weil wir sagen, das Spiel ist unwichtig. Sondern weil wir Frische brauchen", so Tedesco.

U19-Knipser im Profikader

Ahmed Kutucu (M.) beim Schalker Training

Ahmed Kutucu (M.) beim Schalker Training

Sein "Wechselspiel" gegen Moskau ist durchaus nachvollziehbar. Schalke hat massive Personalprobleme. Da nach Guido Burgstaller, Breel Embolo, Mark Uth und Franco Di Santo auch Steven Skrzybski ausfällt, bleiben in der Offensive kaum Optionen. So dürften Cedric Teuchert und Jewgeni Konopljanka gute Chancen auf einen Einsatz haben. Zudem rückt der erst 18 Jahre alte Ahmed Kutucu in den Profikader. Für die Schalker U19 traf er in zehn Spielen neun Mal. "Er wird auf jeden Fall dabei sein, ob von Anfang an, müssen wir sehen", sagt Tedesco.

Schalkes Trainer gibt offen zu, dass die Bundesliga in der gegenwärtigen Situation Priorität hat: "Spätestens gegen Augsburg geht es darum, mit der bestmöglichen Elf Gas zu geben." In dasselbe Horn stößt Sebastian Rudy: "Wir haben noch drei Bundesligaspiele, die wir alle gewinnen wollen."

Abschenken kommt nicht in Frage

Gegen Moskau muss Schalke also den Spagat hinbekommen, Kräfte zu schonen und dennoch einen ordentlichen Auftritt hinzulegen. Die Partie einfach abzuschenken kommt nicht in Frage. Auch mit dem "zweiten Anzug" will Tedesco zeigen, dass seine Mannschaft zurecht im Achtelfinale steht: "Wir wollen unseren Verein und den deutschen Fußball würdig vertreten."

Wiedersehen mit alten Bekannten

Benedikt Höwedes im Trikot von Lokomotive Moskau

Höwedes im Trikot von Moskau

Emotional wird es in jedem Fall: Schließlich kehrt Vereins-Ikone Benedikt Höwedes, der 16 Jahre lang das königsblaueTrikot trug und von Tedesco im Sommer 2017 aussortiert wurde, als Lok-Spieler erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurück - wie auch Kollege Jefferson Farfán.

Und da sich Moskau mit einem Sieg noch für die K.o.-Phase der Europa League qualifizieren kann, wenn Istanbul gleichzeitig nicht gegen Spitzenreiter FC Porto gewinnt, kündigt Höwedes einen heißen Tanz an: "Das wird keine Spaßveranstaltung, um den Hals fallen können wir uns hinterher."

Und damit meint er gewiss in erster Linie mal seine ehemaligen Mannschaftskollegen. Dass er körperliche Nähe zu Tedesco und Schalkes Sportvorstand Christian Heidel suchen könnte, ist nach der geräuschvollen Trennung ziemlich ausgeschlossen.

Stand: 11.12.2018, 09:15

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