Liverpool lässt nichts anbrennen, Ancelotti in Neapel entlassen

Die Liverpooler bejubeln das zweite Tor gegen Salzburg

Die Champions League am Dienstag

Liverpool lässt nichts anbrennen, Ancelotti in Neapel entlassen

Teammanager Jürgen Klopp hat mit Titelverteidiger FC Liverpool sein "Endspiel" gewonnen und als Gruppensieger das Achtelfinale der Champions League erreicht.

Die "Reds" siegten am Dienstag (10.12.2019) beim österreichischen Serienmeister RB Salzburg 2:0 (0:0) und verteidigten damit erfolgreich die Spitzenposition in der Gruppe E. Der frühere Leipziger und Salzburger Naby Keita per Kopf (57.) und Superstar Mohamed Salah (58.) aus spitzem Winkel stellten in Salzburg, das sich als Dritter für die Zwischenrunde der Europa League qualifizierte, innerhalb von 100 Sekunden die Weichen für den souveränen Tabellenführer der englischen Premier League.

"Es war sehr schwer. Sie haben so viele clevere Dinge gemacht, aber wir hatten wirklich große Chancen", sagte Klopp bei, "es war ein sehr intensives Spiel. Dann haben wir zwei wundervolle Tore erzielt, aber wir hätten sechs oder sieben erzielen können."

"Es war ein sehr hartes Spiel gegen einen starken Gegner. Wir wussten, dass es intensiv werden würde. Aber wir haben es gut gemacht. Zu Null gespielt, gewonnen, eine Runde weiter", sagte Liverpools Abwehr-Star Virgil van Dijk: "Der Trainer mahnte uns in der Halbzeit, unsere Chancen zu nutzen."

Neapels Milik mit Hattrick - Ancelotti entlassen

Die SSC Neapel um den ehemaligen Bayern-Coach Carlo Ancelotti sicherte sich durch das 4:0 (3:0) gegen den belgischen Meister KRC Genk mit Trainer Hannes Wolf den zweiten Platz. Im altehrwürdigen Stadio San Paolo ebnete der frühere Leverkusener Arkadiusz Milik (3./26./38., Foulelfmeter) mit einem Hattrick den Weg zum ersten Sieg nach zuletzt neun sieglosen Pflichtspielen. Es war der schnellste Hattrick ab Anpfiff gerechnet seit Zlatan Ibrahimovics Dreierpack gegen den RSC Anderlecht im Oktober 2013. Der Belgier Dries Mertens (75., Handelfmeter) schraubte das Ergebnis weiter in die Höhe.

Doch auch der letztlich souveräne Einzug ins Achtelfinale der Champions League hat Ancelotti nicht vor seiner Entlassung in Neapel bewahrt. Am späten Dienstagabend, rund drei Stunden nach dem Spiel, teilte Napoli via Twitter die Freistellung des 60-Jährigen mit sofortiger Wirkung mit.

Vandevoordt jüngster Keeper der Champions-League-Geschichte

Genks Maarten Vandevoordt, seit Dienstag mit 17 Jahren und 287 Tagen der jüngste Torhüter, der jemals in der Königsklasse eingesetzt wurde, erwischte einen unglücklichen Abend. Vor dem ersten Gegentor schob er Milik den Ball vor die Füße, dann verschuldete er den Strafstoß vor dem 0:3.

Gruppe F: Barcelonas B-Elf betreibt keine Wettbewerbsverzerrung

Obwohl der bereits vorher qualifizierte FC Barcelona ohne einige Stars wie Lionel Messi, Luis Suarez und Marc-André ter Stegen in der Startelf in das Duell mit Inter Mailand ging und eine bessere B-Elf aufbot, leistete er Borussia Dortmund durch den Sieg über Inter Mailand Schützenhilfe. Die Katalanen siegten mit 2:1 (1:1) in Mailand und beförderten die "Nerazzurri" damit in die Europa League. Nach der Führung durch Carlos Perez (24.) per Abstauber musste der BVB nochmal zittern, weil Romelu Lukaku (45.) mit einem abgefälschten Schuss kurz vor der Pause den Ausgleich erzielte.

Das Zittern endete erst, als der gerade eingewechselte Youngster Ansu Fati per Flachschuss in der 86. Minute den Siegtreffer für Barça erzielte. Fati wurde durch den Treffer zudem der jüngste Torschütze in diesem Wettbewerb seit der Einführung 1992/93. Da Inter Mailand mehr Punkte hätte holen müssen als die zeitgleich gegen Prag siegenden Dortmunder erreichen also Barcelona und der BVB die K.o.-Phase.

Gruppe G: Benfica und Zenit spielen letztendlich nur um Platz drei

Weil Olympique Lyon gegen RB Leipzig der späte Ausgleich gelang, war das Duell zwischen Benfica Lissabon und Zenit St. Petersburg dann am Ende doch "nur" noch ein Spiel um den dritten Rang in der Gruppe und damit die Europa League. Die portugiesischen Gastgeber waren das deutlich bessere Team und verdienten sich ihr 3:0 (0:0) in der zweiten Halbzeit redlich. Franco Cervi (46.), Pizzi (57., Handelfmeter) und ein Eigentor von Sardar Azmoun besiegelten das Aus für die Russen, die zwischenzeitlich trotz Rückstands in der Blitztabelle Zweiter waren. Der Treffer in Lyon änderte aber die Lage dramatisch.

Gruppe H: Chelsea und Valencia siegen knapp und kommen weiter

Der FC Chelsea hat das Achtelfinale ebenfalls eingetütet. Beim 2:1 (2:0) gegen OSC Lille stellte das Team von Frank Lampard früh die Weichen auf Sieg. Tammy Abraham traf nach 18 Minuten nach einer schönen, vom ehemaligen Dortmunder Christian Pulisic eingeleiteten, Kombination über den Brasilianer Willian aus kurzer Distanz. Nach einem Eckball von der rechten Seite legte Kapitän César Azpilicueta per Kopf das zweite Tor nach (34.). In der Folge schalteten die "Blues" in den Verwaltungsmodus und wurden dafür um ein Haar noch bestraft. Loic Remy (79.) verkürzte mit einem strammen Schuss unter die Latte. Deutschlands Nationalspieler Antonio Rüdiger feierte nach langer Verletzungspause ein sehr ordentliches Comeback von Beginn an.

Gruppensieger wurde aber der FC Valencia, der sich mit 1:0 (1:0) bei Ajax Amsterdam durchsetzte und den Vorjahres-Halbfinalisten somit in die Europa League schoss. Rodrigo erzielte in der 25. Minute nach Vorlage von Ferran Torres das Tor des Tages. Die Rote Karte für Gabriel Paulista in der Nachspielzeit (90.+3) nach einer Rudelbildung und einem leichten Kopfstoß fiel nicht mehr ins Gewicht.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 10.12., ab 22.50 Uhr

red/dpa/sid | Stand: 10.12.2019, 23:03

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