Ronaldos emotionale Rückkehr

Champions League

Ronaldos emotionale Rückkehr

Es ist die besondere Pointe des dritten Gruppenspieltags der Champions League: Cristiano Ronaldo kehrt mit Juventus Turin zu seinem Ex-Verein Manchester United (Dienstag, 21 Uhr) zurück. Auf beiden Seiten werden zwangsläufig Erinnerungen wach.

Cristiano Ronaldo

Im Trikot von Manchester United reifte Ronaldo einst zum Weltfußballer, bei seiner Rückkehr ins Old Trafford will er nun nicht nur Ex-Coach José Mourinho seine anhaltende internationale Klasse beweisen. Nachdem der 33-Jährige in seinem ersten Champions-League-Spiel für Juventus Turin gegen Valencia nach einer Tätlichkeit die Rote Karte - verhängt vom deutschen Schiedsrichter Felix Brych - gesehen hatte, wird sein Einsatz am Dienstag sehnlichst erwartet.

Die Uefa ersparte der Galionsfigur des Weltfußballs eine längere Sperre - und somit steht dem Auftritt an alter Wirkungsstätte nichts mehr entgegen. "CR7 ist bereit für seine Rückkehr", schrieb "Tuttosport". Am Samstag knackte der im Sommer für 112 Millionen Euro Ablöse transferierte Ausnahmekönner beim 1:1 gegen CFC Genua als erster Spieler überhaupt die 400-Tore-Marke in den fünf großen europäischen Ligen. Zum Vergleich: Lionel Messi (FC Barcelona) steht derzeit bei 389 Toren.

Huldigung auf der Homepage

Ronaldo ist nach schwerem Start bei Juve und den Vergewaltigungsvorwürfen sportlich wieder in Topform. "Konzentriert auf das nächste Spiel" sei er, hinterließ Ronaldo bei Instagram, bevor sich die Mannschaft auf den Weg nach England machte. Am Montag (22.10.2018) wurde gegen Mittag noch bei Sonnenschein in Italien trainiert.

292 Mal spielte Europameister Ronaldo zwischen 2003 und 2009 für Man United und erzielte dabei 118 Tore. Vom unerfahrenen Spieler sei er zum "besten Fußballer des Planeten" gereift, schreibt Englands Rekordmeister selbst auf seiner Homepage und widmet Ronaldo schon jetzt einen Platz in der virtuellen Ruhmeshalle. Seinen Aufstieg habe vor allem Ex-Coach Sir Alex Ferguson zu verantworten. "Er war wie mein Vater im Sport. Ich muss ihm für alles danken."

2013 mit Real in Manchester

2009 ging Ronaldo für die damalige Rekordsumme von 94 Millionen Euro zu Real Madrid. Die Champions League hatte er da bereits gewonnen, ebenso unter anderem dreimal die englische Meisterschaft. In Manchester wissen die Fans, was er für den Klub geleistet hat. "Es war unglaublich", sagte Ronaldo, als er 2013 mit Real das erste und bislang einzige Mal nach Manchester zurückkehrte. "Ich habe keine Worte dafür, wie sich das anfühlt. Die Fans haben dafür gesorgt, dass ich schüchtern werde." Damals verlor der Offensivstar mit Real 1:2.

Ronaldo war der erste Portugiese, der bei Manchester United Fuß fasste. Er wollte anfangs als 18-Jähriger nicht das legendäre Trikot mit der Nummer sieben tragen, das vor ihm die Klub-Heiligen wie George Best, Bryan Robson, Eric Cantona oder David Beckham besessen hatten. Stattdessen hätte er sich wohl die 28 wie bei Sporting Lissabon ausgewählt, aber Ferguson ließ ihn nicht. Mit der Folge, dass Ronaldo in drei Spielzeiten 91 Treffer in 155 Spielen für die "Red Devils" erzielte.

Langsam in der Spur

Vor dem dritten Spieltag liegt Italiens Champion in Gruppe H mit sechs Punkten ungeschlagen auf Platz eins. Manchester ist mit zwei Zählern weniger Zweiter. Nur eine knappe halbe Stunde stand Ronaldo zum Auftakt der Königsklasse auf dem Rasen, ehe er des Feldes verwiesen wurde.

In den vergangenen sechs Spielen in der Serie A kam er allerdings auf fünf Treffer und drei Tor-Vorlagen - ehe es nun gegen seinen Landsmann und United-Coach José Mourinho geht. "Cristiano ist noch immer ein Topspieler. Ich denke, dass er gerne nach Manchester zurückkommt. Als er mit Real hier war, hat er es jedenfalls genossen", sagt Mourinho über seinen Landsmann, weiß aber auch: "Mit seinem neuen Verein hat er einen Job zu erledigen."

Alphatiere in Abneigung

Drei Jahre waren beide gemeinsam bei Real Madrid angestellt und "sind im Schlechten auseinander gegangen", wie die "Gazzetta dello Sport" schrieb: "Auf der Bühne des Theaters der Träume müssen sich die beiden illustren Persönlichkeiten des modernen Portugals die Hand reichen." Die beiden Alphatiere sollen nicht mehr als nötig miteinander gesprochen und immer wieder unterschiedliche Ansichten vertreten haben. Ein "spezielles Wiedersehen für die Nummer sieben" sei es, schrieb "Corriere della Sera".

Seit 2003 haben Manchester und Turin nicht mehr gegeneinander gespielt, die jüngsten drei Vergleiche gewann allesamt United. Und auch für einen Profi bei den Engländern wird das Duell ein besonderes: Der französische Weltmeister Paul Pogba spielte bis 2016 vier Jahre lang für Italiens Rekordchampion. Was aber angesichts des Hypes um Ronaldo völlig in den Hintergrund tritt.

dpa, sid, red | Stand: 22.10.2018, 13:49

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