Real schlecht wie nie in die Champions League gestartet

Toni Kroos (r.) von Real Madrid fasst sich an den Kopf

Remis gegen Brügge

Real schlecht wie nie in die Champions League gestartet

Real Madrid hat den schlechtesten Start in seiner ruhmreichen Champions-League-Geschichte hingelegt. Der Druck auf den einstigen Erfolgstrainer Zinédine Zidane wächst.

Zinédine Zidane war in Erklärungsnot. "Unsere Situation ist etwas schwieriger geworden", räumte der einstige Erfolgstrainer des stolpernden Starensembles nach einem phasenweise stümperhaften Auftritt am Dienstag (01.10.2019) gegen den FC Brügge ein. Real, den "Königlichen", droht das Schreckensszenario Europa League. Oder sogar der direkte Europapokal-K.o. Im nächsten Spiel bei Galatasaray Istanbul muss dringend ein Sieg her.

Kein Glanz, keine Ausstrahlung, stattdessen unerklärliche Aussetzer - in der Form kann sich der Rekord-Champion den Traum vom 14. Titel frühzeitig abschminken. "Wir müssen mehr machen", meinte Sergio Ramos nach dem 2:2 (0:2) gegen den belgischen Underdog: "Wir müssen es besser machen. Das ist klar."

Nachfolger stehen wohl schon bereit

Sonst könnte es für Zidane ziemlich ungemütlich werden. Zuletzt waren schon die Namen von Xabi Alonso und José Mourinho als mögliche Nachfolger gehandelt worden. Die mit Weltklassespielern gespickte Mannschaft des 47 Jahre alten Franzosen Zidane hatte die zweite Pleite im zweiten Spiel zwar noch durch Tore von Ramos (55.) und Casemiro (85.) verhindert. Doch auch so ist die Bilanz für Real-Verhältnisse besorgniserregend: Zwei sieglose Partien zum Auftakt einer "Königsklassen"-Saison hatte es für den stolzen Klub noch nicht gegeben. Madrid ist Letzter der Gruppe A.

Stars außer Form, kein überzeugender Spielstil

Der Auftritt des Teams um den bemühten deutschen Nationalspieler Toni Kroos warf viele Fragen auf. Zum Beispiel nach der Form von hochdekorierten Profis wie Ramos, dem einstigen Weltfußballer Luka Modric oder Star-Einkauf Eden Hazard. Und nach dem Plan des Trainers. "Zidane hat seinen Anteil an der Verantwortung", schrieb "Marca", das Blatt vermisst noch immer einen überzeugenden Spielstil. Es gebe keinen Spielraum für Fehler mehr, betonte "El Mundo" und brachte die für Real-Fans fürchterlich klingende Europa League als mögliche Perspektive ins Spiel: "Noch ein Ausrutscher und Real findet sich im Februar in einem Duell in Weißrussland wieder."

Soweit wird es nicht kommen. In der Europa League ist gar kein Klub aus Weißrussland mehr vertreten. Auftritte in Bratislava, Düdelingen oder Rasgrad sind für die erfolgsverwöhnten "Madridistas" aber ebenso schwer vorstellbar. Doch sie könnten Realität werden, wenn der Tabellenführer der spanischen Liga international nicht schnell die Kurve kriegt nach dem nächsten Rückschlag, den Brügges Doppelpacker Emmanuel Dennis so richtig auskostete.

Titel ohne Ronaldo nicht möglich?

Nach seinen beiden Treffern feierte der Nigerianer im Stile von Cristiano Ronaldo. "Ich habe gejubelt wie Ronaldo, weil ich ihnen zeigen wollte, dass sie etwas verloren haben", sagte Dennis frech. Mit dem portugiesischen Superstar im Team hatte Zidane dreimal den so begehrten Henkelpott gewonnen. Derzeit deutet kaum etwas darauf hin, dass Zidane das Kunststück auch ohne Ronaldo schafft.

sid/dpa | Stand: 02.10.2019, 13:40

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