RB Leipzig scheitert an seiner Standard-Schwäche

Bruma (m.) gegen Jesus Corona und Ricardo

FC Porto - RB Leipzig 3:1 (1:0)

RB Leipzig scheitert an seiner Standard-Schwäche

RB Leipzig hat am vierten Spieltag in der Champions League die zweite Niederlage kassiert. Beim FC Porto verloren die Sachsen mit 1:3 (0:1).

Leipzig war angetreten, um sich mit einem Sieg in Portugal noch die Chancen auf das Achtelfinale zu erhalten. Dafür hatten sie auch defensive Standards trainiert - doch genau ein solcher führte am Mittwoch (01.11.2017) zum frühen 0:1 (13. Minute). Nach einer Ecke herrschte viel Konfusion in der RB-Abwehr. Der Ball flipperte vor die Füße von Hector Herrera, der aus wenigen Metern einschoss.

RB war ohne Nationalstürmer Timo Werner ins Spiel gegangen, stattdessen stürmten der Franzose Jean-Kévin Augustin und Marcel Sabitzer. Mit den beiden im Angriff hatte RB bereits das Hinspiel 3:2 gewonnen. Auch das Mittelfeld mit Bruma und Emil Forsberg sowie der defensive Part mit Naby Keita und Kevin Kampl blieb gleich. In der Abwehr rückte Bernardo für Lukas Klostermann auf den Außenverteidigerposten.

Leipzig wechselt und trifft direkt

Nach dem Rückstand taten sich die Leipziger sehr schwer, ins Spiel zu finden. Obwohl RB vor 40.000 Zuschauern deutlich mehr Ballbesitz hatte, ließen die ballsicheren und disziplinierten Portugiesen nur einen gefährlichen Fernschuss von Forsberg zu (21.). Leipzig hingegen spielte oft zu kompliziert oder verdaddelte den letzten Pass. Porto machte nach vorne nicht viel, spielte jedoch bei den wenigen Aktionen wesentlich klarer als die Sachsen.

Trainer Ralph Hasenhüttl sah sich in der Pause zum Handeln gezwungen. Für Marcel Halstenberg und Bruma brachte er Klostermann und Werner - und der Nationalstürmer brauchte etwa zwei Minuten für den sehenswerten Ausgleich. Einen scharfen Pass von Marcel Sabitzer nahm Werner mit, ohne seine Geschwindigkeit zu drosseln. Der Stürmer versenkte die Kugel sehenswert ins lange Eck (48.).

Ruhende Bälle bleiben großes Problem

Doch das schwache Defensivverhalten bei Standards blieb ein Problem der Leipziger - nach einer guten Stunde verwertete Danilo Pereira eine Freistoßflanke aus dem Halbfeld per Kopf (62.). "Du machst dir alles kaputt, wenn du solche Gegentreffer bei Standards kriegst", bemängelte Hasenhüttl diese Schwäche nach dem Spiel.

Der erneute Rückstand hinterließ Spuren. Leipzig setzte sich zwar in der gegnerischen Hälfte fest, jedoch fehlte die Zielstrebigkeit. Porto verteidigte geschickt und nutze in der Nachspielzeit dann einen Konter zur Entscheidung. Einen schnellen Gegenstoß schloss Maxi Pereira nach tollem Zuspiel von Vincent Aboubakar erfolgreich ab (90.+2).

In der Gruppe G ist RB Leipzig mit vier Punkten von Porto überholt worden. Die Portugiesen haben nun sechs Punkte auf dem Konto. Damit muss Leipzig um das Weiterkommen bangen. "Wir werden es trotzdem probieren, auch wenn wir wahrscheinlich zweimal gewinnen müssen", blickt Hasenhüttl auf die letzten zwei Gruppenspiele. Im Parallelspiel trennten sich Besiktas Istanbul und die AS Monaco 1:1.

Statistik

Fußball · Champions League · 4. Spieltag 2017/2018

Mittwoch, 01.11.2017 | 20.45 Uhr

Wappen FC Porto

FC Porto

Sá – Ricardo, De Almeida Monteiro, Marcano, Telles – H. Herrera, Hélio Pereira – Corona (72. Pereira), Brahimi (89. D. Reyes) – Marega (13. André André), Aboubakar

3
Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Gulacsi – Bernardo, Orban, Upamecano, Halstenberg (46. Klostermann) – Kampl, Keïta – Forsberg, Bruma (46. Ti. Werner) – Sabitzer, Augustin (75. Y. Poulsen)

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 H. Herrera (13.)
  • 1:1 Ti. Werner (48.)
  • 2:1 Hélio Pereira (62.)
  • 3:1 Pereira (90.)

Strafen:

  • gelbe Karte Halstenberg (2 )
  • gelbe Karte Augustin (1 )
  • gelbe Karte Hélio Pereira (1 )
  • gelbe Karte Sabitzer (1 )

Zuschauer:

  • 41.616

Schiedsrichter:

  • Ovidiu Hategan (Rumänien)

Stand: Mittwoch, 01.11.2017, 22:58 Uhr

red, sid, dpa | Stand: 01.11.2017, 22:50

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