Allegri taktiert, Ronaldo vollstreckt - Juve feiert magische Nacht

Turins Triumph über Atletico Madrid

Allegri taktiert, Ronaldo vollstreckt - Juve feiert magische Nacht

Von Olaf Jansen

3:0 nach 0:2: Juventus Turin hatte eine magische Europapokal-Nacht angekündigt. Der Trainer und sein Torjäger haben sie für ihren Klub real gemacht.

Er konnte nicht anders, er musste es einfach tun: Cristiano Ronaldo wandte sich nach dem Schlusspfiff am Dienstagabend (12.03.2019) in Richtung Diego Simeone, senkte ein wenig den Blick und ahmte dessen obszöne Geste aus dem Hinspiel nach - mit den Händen im Schritt als Symbol des Triumphes revanchierte sich Juves Superstar an Atleticos Trainer.

3:0 besiegte Juventus Turin das sonst so abwehrstarke Atlético Madrid und drehte damit die 0:2-Hypothek aus dem Hinspiel drei Wochen zuvor. So die nüchternen Fakten eines Fußballspiels, das die Italiener schon zuvor als "magische Europapokal-Nacht" angekündigt hatten. Alle drei Treffer erzielte Ronaldo. Zwei per Kopf, einen per Strafstoß kurz vor dem Ende.

Ronaldo antwortet auf seine ganz spezielle Art

Cristiano Ronaldo

Von den Atlético-Fans war der frühere Real-Star Ronaldo noch im Hinspiel verhöhnt worden. Nun antwortete der Torjäger auf seine Art. "Vielleicht ist das der Grund, warum Juve mich verpflichtet hat. Dabei mitzuhelfen, Dinge zu tun, die vorher noch nicht gemacht wurden. Dieses Ergebnis ist ein großer Push für die Zukunft", sagte Juves Nummer sieben, die im Sommer für 112 Millionen Euro von Real zu Juventus gewechselt war.

Es waren Ronaldos Tore Nummer 122, 123 und 124 in der Königsklasse, womit er weiter deutlich vor Lionel Messi liegt (106). Zugleich war es sein achter Dreierpack, wodurch er mit Messi gleichzog.

Atletico muss leiden

Für Atlético entwickelt sich Ronaldo zunehmend zum Albtraum. Schon im Real-Trikot hatte er 22 Tore in 31 Spielen gegen den Stadtrivalen erzielt. Nun kamen drei weitere hinzu. "Er ist der Beste der Welt. Sie sind weiter und das ist verdient", sagte Simeone.

Atletico Madrid leiden lassen - das haben in den letzten Jahren nicht viele Teams hinbekommen. Juve schaffte das mit einer außergewöhnlich aggressiven und intensiven Leistung seiner Spieler und einem regelrecht rasenden Publikum, das das sonst so operettenhaft daherkommende Turiner Stadion in einen Hexenkessel verwandelte. "Wir haben gelitten wie Juve im Hinspiel", resümmierte Simeone.

Allegri liefert taktisches Meisterstück

Ronaldo war der gefeierte Star, der heimliche Held stand 90 Minuten neben seiner Trainerbank: Juve-Coach Massimiliano Allegri. Wegen seiner Mailänder Vergangenheit hat Allegri - trotz vier Meistertiteln - nie die echte Liebe der Juve-Fans erfahren. Nach zuletzt faderen Leistungen seines Teams wurde sogar schon sein baldiger Abschied besungen.

Nun rückte der 51-Jährige, der aus der Toskana stammt, die Verhältnisse mit einer taktischen Meisterleistung gegen Atleticos Taktikfüchse wieder zurecht. Allegri brachte den eminent starken Emre Can als zentralen Abfangjäger, ließ den physischen Federico Bernardeschi statt des filigranen Paulo Dybala in der Offensive ran. Can machte das Spiels seines Lebens, Bernardeschi bereitete das erste und dritte Tor vor.

"Umrahmter" Ronaldo nutzt Freiheiten

Cristiano Ronaldo umrahmte er mit dem offensiven Mario Mandzukic und dem defensiven Leonardo Spinazzola. In der Hoffnung, dass sein Top-Star seine Kräfte so für die entscheidenden Situationen bündeln würde. Genau das passierte. Und Juve hatte viel mehr Helden in seiner magischen Nacht als nur den dreifachen Torschützen.

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Stand: 13.03.2019, 09:26

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