Pep Guardiola - sein bitterster Sieg

Pep Guardiola

Champions League

Pep Guardiola - sein bitterster Sieg

Von Olaf Jansen

Manchester City gegen Tottenham Hotspur - es war ein Spektakel. Mit dem unglücklichen Ende für Pep Guardiola und sein Team. Es war der bisher bitterste Moment für den Spanier in England.

Pep Guardiola schaute nach dem Abpfiff im Emirates-Stadion nach unten, sekundenlang. Der stolze Übungsleiter von Manchester City hatte an einem Sieg zu knabbern, es war der wohl bitterste in seiner bisherigen Trainer-Karriere: Mit dem spektakulären 4:3 hatte City zwar Tottenham geschlagen - nach dem 0:1 im Hinspiel mussten die Nordengländer aber schon im Viertelfinale der Champions League die Segel streichen.

"Ja, es ist hart, es ist grausam. Aber wir müssen es akzeptieren", stammelte der 48-Jährige nachdem er sich ein wenig gesammelt hatte. Und beinahe trotzig fügte er an: "Es war ein schönes Spiel. Aber es war ein böses Ende."

Guardiola - nicht frei von taktischen Fehlern

Das frühe Aus wird die Diskussionen um Guardiola beim englischen Meister nun munter entfachen, denn dem oft verkopften Katalanen werden mittlerweile diverse taktische Fehler vorgeworfen - vor allem auf internationaler Ebene. Er suche stets nach noch einer schwierigeren Taktik, wo einfaches Herangehen oft die bessere Lösung wäre, wirft man ihm vor.

Zudem verstand kaum ein Experte, warum Guardiola im Hinspiel bei Tottenham 89 Minuten lang auf Kevin de Bruyne und Leroy Sané verzichtet hatte. Im Rückspiel brachte er wenigstens den Belgier, der schnelle und trickreiche Sané schmorte aber erneut nur auf der Bank. Und statt nach dem 4:2 die endgültige Entscheidung zu suchen, wechselte er gleich defensiv, brachte Fernandinho für David Silva. Das war wie ein Signal für Tottenham: Angriff!

Meistertitel kann CL-Aus nicht gutmachen

2017 scheiterte Manchester im Achtelfinale an AS Monaco, im Jahr danach eine Runde später an Liverpool, nun an Tottenham. City kassierte dabei in den sechs Spielen der verlorenen Runden satte 15 Gegentore.

"Völlig verrücktes Spiel" - Tottenham schaltet Manchester City aus

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Die Luft für Guardiola könnte nun dünn werden - selbst der erneute englische Meistertitel könnte kaum über die Enttäuschung in der Champions League hinwegtrösten. 2016 war Guardiola mit dem Ziel nach England gekommen, auch hier die europäische Königsklasse zu gewinnen. Seine Bilanz bisher: eine Meisterschaft, ein Supercup und zwei Titel im Ligapokal. Dürftig für einen Mann, der mit dem FC Barcelona zwischen 2008 und 2012 stolze 14 Titel gewonnen hatte.

Kritik schon in München

Schon in den folgenden drei Jahren bei Bayern München kam für ihn in der Champions League stets das vorzeitige Aus. Auch damals hatte man ihm - unter anderem beim deftigen 0:4 im Halbfinale 2014 gegen Real Madrid - eine falsche Taktik angekreidet.

Für Guardiola und Manchester bleibt der schwache Trost, bereits am Samstag in der Premier League an gleicher Stelle Revanche an Tottenham nehmen zu können. City kann immerhin in diesem Jahr nach dem Liga-Pokal noch zwei Titel gewinnen: die Meisterschaft und den FA-Cup.

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Stand: 18.04.2019, 10:34

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