Champions-League-Triumph: Havertz ist Chelseas großer Held

Kai Havertz beißt in die Siegermedaille

Champions League

Champions-League-Triumph: Havertz ist Chelseas großer Held

Von Jens Mickler

Kai Havertz hatte mit seinem "goldenen" Tor entscheidenden Anteil am Champions-League-Sieg des FC Chelsea gegen Manchester City. Für die anstehende Fußball-EM dürfte ihm dieser besondere Moment einen zusätzlichen Schub geben.

Das Sieger-Interview beim britischen Sender "BT Sports" zeigte, dass Kai Havertz in diesem Fußball-Business noch nicht viel von seiner natürlichen, jungenhaften Art verloren hat. Angesprochen auf den Druck durch die hohe für ihn gezahlte Ablösesumme sagte Havertz am TV-Mikrophon auf englisch: "Um ehrlich zu sein, im Moment ist mir das scheißegal, wir haben die verdammte Champions League gewonnen."

Der 21-Jährige benutzte dabei die unfeinen Wörter "fuck" und "fucking". Sein Teamkollege Cesar Azpilicueta herzte und schüttelte ihn sogleich für diesen ins Kameralicht gesprochenen Überschwang, der ziemlich bald im Netz viral ging.

Bei Twitter zensierte der Sender die beiden Wörter mit einem kurzen Piep. Umgehend entschuldigte sich Havertz in den sozialen Netzwerken für das "Fluchen", wie er es nannte.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Erstes Tor in der Champions League

Kai Havertz war ausgelassen und glücklich nach diesem Spiel in Porto, bei dem er mit seinem Treffer in der 42. Minute den entscheidenden Akzent setzte. Dass es sein erstes Champions-League-Tor in seinem 20. "Königsklassen"-Einsatz war, gab dem Treffer die besondere Note.

Und es war zweifelsfrei der größte Moment in Havertz' nunmehr fünfjähriger Profikarriere, die der gebürtige Aachener einst bei Bayer Leverkusen startete.

Chelsea gewinnt die Champions League

Sportschau 30.05.2021 01:07 Min. Verfügbar bis 30.05.2022 ARD Von Jakob Rüger


Englische Presse feiert Havertz

Dafür, dass der Deutsche nach dem genialen Zuspiel von Mount die Coolness behielt und vollstreckte, feierte ihn auch die britische Presse ausgiebig. "Chelsea gewinnt die Champions League, nachdem Havertz Manchester City betäubt hatte", schrieb der "Guardian". "Kai Havertz krönt Chelsea zum König Europas und zerstört Man Citys Champions-League-Träume", titelte der "Sunday Telegraph".

"Kai Havertz und N'Golo Kante sind die Schlüssel zum Sieg für Chelsea", analysierte die "BBC" und sprach damit auch dem so klug und souverän agierenden französischen Mitspieler im Team der "Blues" seinen Anteil am Erfolg zu.

Tuchel durchschaut Guardiolas Taktik

Und natürlich wunderte sich auch die britische Presse über die Taktik von Manchester Citys Coach Pep Guardiola. Der hatte seine Mittelfeld-Strategen Fernandinho und Rodri zunächst auf der Bank gelassen und die Ausrichtung seiner Mannschaft einmal mehr in einem wichtigen Spiel komplett umgekrempelt.

Thomas Tuchel (r.) und Pep Guardiola

Thomas Tuchel (r.) und Pep Guardiola

Chelseas Coach Thomas Tuchel durchschaute jedenfalls Guardiolas Plan schnell und konterte die mit fünf, sechs Spielern hoch angreifende City-Offensive mit einer darauf perfekt abgestimmten Taktik. Der deutsche Trainer ließ sein Team lauern und setzte auf Tempo.

Havertz spielte das in die Karten. Er bekam die Freiräume, die er schließlich entscheidend zu nutzen wusste. Die fruchtbare Zusammenarbeit der deutschen Fraktion im Team der "Blues" hatte in diesem Spiel ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Bereit für weitere große Spiele?

Anders als sein Vorgänger Frank Lampard setzte Tuchel in der Champions League stets auf seinen schlaksigen Stürmer. Vom Achtelfinale an stand Havertz bei Tuchel stets in der Startelf, was im Übrigen auch für Timo Werner (mit einer Ausnahme) und Antonio Rüdiger galt. Nun zahlten Havertz und Co. mit voller Münze zurück.

Die Frage ist nun, wie der Chelsea-Block bei der Europameisterschaft dem deutschen Nationalteam auf die Sprünge helfen kann. Auch bei Bundestrainer Joachim Löw genießt Havertz mittlerweile höchsten Stellenwert. In den bisher absolvierten drei Länderspielen war der Stürmer immer von Anfang an mit dabei.

Das wird nun höchstwahrscheinlich auch bei der Europameisterschaft der Fall sein. Dass Havertz in großen Spielen zur Stelle ist, hat er nun bewiesen. Spannend wird sein zu sehen, ob ihm das ebenso im Dress der Nationalmannschaft gelingt.

Stand: 30.05.2021, 14:00

Darstellung: