Ligenvereinigung kritisiert Europacup-Reformen

Lars-Christer Olsson

Widerstand für ECA und UEFA

Ligenvereinigung kritisiert Europacup-Reformen

Der Verband europäischer Profiligen hat sich deutlich gegen die Pläne von ECA und UEFA zur Reform der Champions League und der Europapokal-Wettbewerbe ausgesprochen. Die Deutsche Fußball Liga hielt sich bedeckt.

"Unsere Vereine wollen keinen Auf- und Abstieg, sie wollen kein pyramidales System, sie wollen keine geschlossenen Ligen", sagte der Schwede Lars-Christer Olsson, Präsident der European Leagues, am Mittwoch (08.05.2019) nach einem Treffen in Madrid.

Vertreter von 244 Vereinen und den nationalen Ligaverbänden hatten sich in der spanischen Hauptstadt zwei Tage lang über die angestrebte Europacup-Reform ausgetauscht. Das Ergebnis: "Die große Mehrheit der Klubs ist gegen die Vorschläge des ECA-Präsidenten", sagte Olsson und kündigte Gegenwind für die Europäische Fußball-Union (UEFA) und für die Klubvereinigung ECA an. Es droht ein Kampf der kleinen gegen die großen Klubs.

Neuordnung der Europapokal-Wettbewerbe ab 2024

ECA-Chef Andrea Agnelli hatte im März Pläne zur Neuordnung des Europapokals bestätigt, die man mit der verantwortlichen UEFA derzeit ausarbeite. Demnach könnte es ab 2024 eine dreistufige Champions League, inklusive interner Auf- und Abstiegsregelung geben. Die Qualifikation für diese "geschlossene Gesellschaft" würde nicht mehr vorwiegend über die nationalen Ligen erfolgen. Zudem hatte der Chef von Juventus Turin auch Spieltermine am Wochenende nicht ausgeschlossen.

Vor allem die Art und Weise, wie über die radikale Reform derzeit beraten und später womöglich entschieden werden soll, stößt den Ligenvertretern sauer auf. "Der Prozess muss sich ändern - von bloßer Information hin zu echten Verhandlungen", forderte Olsson: "Wir sind jetzt an einem entscheidenden Punkt, wenn es um die Entwicklung des europäischen Klub-Fußballs geht." Die Forderung der Klub- und Ligenvertreter ist eindeutig: "Die nationalen Wettbewerbe müssen die Basis für internationale Wettbewerbe sein."

Nationale Ligen fürchten Entwertung

Vor allem die "kleineren" Vereine fürchten, dass die angestrebte Reform die Zweiklassengesellschaft in Europas Klubfußball weiter zementieren könnte. Die nationalen Ligen fürchten zudem eine Entwertung, auch durch die Überlastung der Spieler im neuen Europapokal. Schon länger muss sich die ECA den Vorwurf gefallen lassen, ausschließlich die Interessen der europäischen Schwergewichte zu vertreten.

Passend dazu verriet der Generalsekretär der französischen Ligue 1, Didier Quillot, am Mittwoch im Interview mit der Sportfachzeitschrift "L'Equipe", dass in Frankreich lediglich der Nobelklub Paris St. Germain die UEFA- und ECA- Pläne unterstütze. Dieser Spaltung wolle man durch bessere Verhandlungen entgegenwirken. "Die Liga braucht PSG und PSG braucht die Liga", meinte Quillot.

Kein Kommentar von DFL und Seifert

Die Deutsche Fußball Liga (DFL), durch Geschäftsführer Christian Seifert ebenfalls in Madrid vertreten, wollte sich zu den Vorgängen beim European-Leagues-Treffen auf SID-Anfrage derweil zunächst nicht äußern.

Seifert hatte allerdings bereits mehrfach das richtige Augenmaß bei den Reformen angemahnt und beispielsweise eine Ausweitung der Europacup-Termine auf das Wochenende als "rote Linie" bezeichnet.

sid/dpa | Stand: 08.05.2019, 14:14

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