Champions League - City vor den Spezialisten aus Madrid gewarnt

Manchester Trainer Pep Guardiola

Gigantenduell im Achtelfinale

Champions League - City vor den Spezialisten aus Madrid gewarnt

Manchester City geht mit einem 2:1-Vorsprung ins Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid. Doch das Team ist gewarnt.

Es ist das Duell der Giganten, eine Art vorweggenommenes Endspiel, und um es zu gewinnen, greift Real Madrids Trainer Zinédine Zidane tief in die psychologische Trickkiste. Für das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei Manchester City hat der französische Star-Trainer auch seinen Kapitän Sergio Ramos ins Aufgebot beordert.

Der kann wegen einer Sperre überhaupt nicht spielen, doch Ramos' Anwesenheit in der Kabine scheint Zidane so wichtig zu sein, dass er dafür Stürmer Gareth Bale, der ihm in einem persönlichem Gespräch signalisierte nicht spielen zu wollen, und Mittelfeldspieler James Rodríguez zu Hause lässt. Als "Tourist" hätte Ramos wegen der Corona-Auflagen nicht zum Spiel nach England reisen können. Hintergrund ist, dass der spanische Meister bei City unter großem Druck steht, nach der 1:2-Heimpleite im Hinspiel droht das vorzeitige Aus - und da wird dann auch Ramos gebraucht.

City und das Warten auf den Henkelpott

Für Manchester soll es in diesem Jahr endlich klappen mit dem heiß ersehnten Sieg in der Königsklasse, und im Hinspiel hat das Team des katalanischen Trainers Pep Guardiola seine Ansprüche auf den Henkelpokal lautstark angemeldet.

Da siegte der frisch entthronte englische Meister bei Real mit 2:1 (0:0) - und hat sich eine exzellente Ausgangsposition erspielt. Dabei drehten Gabriel Jesus (78. Minute) und der frühere Wolfsburger Bundesligaprofi Kevin De Bruyne (83., Foulelfmeter) im Estadio Santiago Bernabeu die Führung der Hausherren durch Isco (60.). Real-Kapitän Ramos sah in der 86. Minute die Rote Karte.

Otamendi: "Da kommt Real Madrid"

Bei den "Skyblues" ist man dennoch vorsichtig. "Natürlich ist die Ausgangslage jetzt gut, aber da kommt Real Madrid, da muss man immer sehr wachsam sein", sagte Verteidiger Nicolas Otamendi. In der Tat: Die "Königlichen" sind so etwas wie der Champions-League-Spezialist schlechthin. Schon 13 Mal hat Real die Königsklasse oder deren Vorgänger - den Europapokal der Landesmeister - gewonnen. Das ist Rekord. Zum bisher letzten Mal triumphierte Real 2018.

Manchester City hingegen hat dort bisher noch nichts erreicht, trotz aller Millionen aus Dubai. 2016 kam der Klub ins Halbfinale und scheiterte dort an Real Madrid. Und auch jetzt sagt Real-Coach Zidane: "Wir fahren nach Manchester, um das Spiel dort zu gewinnen."

Champions League kehrt aus Zwangspause zurück

Sportschau 07.08.2020 02:51 Min. Verfügbar bis 07.08.2021 ARD Von Sven Herold

Guardiola warnt und mahnt

Sein Kollege Guardiola kennt die Statistiken und setzte sich jüngst gleich mal selbst unter Druck. "Wenn ich die Champions League nicht gewinne, bin ich gescheitert", sagte der 49-Jährige: "Aber das Wichtigste ist, es zu versuchen." Seiner Mannschaft will er mit auf den Weg geben, "nicht zu viel über den Vorteil nachzudenken, den wir haben, denn dann werden wir Schwierigkeiten bekommen." Er werde "keine taktischen Änderungen vornehmen oder irgendetwas machen, nur um Real Madrid zu überraschen". Verzichten muss Guardiola auf Stürmer Sergio Agüero. Der Argentinier laboriert weiter an einer Knieverletzung. Wie schwer es wird, weiß Guardiola aus vielen Duellen mit Real zu seiner Zeit als Trainer des FC Barcelona.

Gündogan: "Es ist noch nichts entschieden"

Vorsichtig ist auch Citys deutscher Nationalspieler Ilkay Gündogan. Er kann sich vorstellen, dass die Fortsetzung der Champions League Überraschungen liefern könnte, weil niemand wisse, welcher Klub am besten vorbereitet in den Restart geht. "Real ist eine der wenigen Mannschaften, die in der Lage sind, in einem Rückspiel noch mal alles zu drehen", sagte er im Interview mit dem "kicker": "Es ist noch nichts entschieden."

Vor allem der Respekt vor seinem Nationalmannschafts-Kollegen Toni Kroos ist groß. "Er ist ein wichtiger Baustein von Real Madrid, entsprechend spielt er auch in unserer Vorbereitung auf das Spiel eine große Rolle", sagte Gündogan. Im Hinspiel saß Kroos 90 Minuten draußen, an eine erneute Zuschauerrolle glaubt Gündogan nicht: "Ich gehe davon aus, dass er von Anfang an spielt."

sid/dpa | Stand: 06.08.2020, 23:50

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